27. September 2018
Themen

Entlastungsbetrag Pflege

Bis Ende 2018: Geld für 2015 und 2016 beantragen

Wer zu Hause gepflegt wird, hat Anspruch auf einen monatlichen Entlastungsbetrag. Dies gilt für Betroffene mit den Pflegegraden 1 bis 5. Wichtig zu wissen ist, dass auch bisher nicht geltend gemachte Ansprüche aus den Jahren 2015 und 2016 noch nicht verfallen sind, sondern bis zum 31. Dezember 2018 abgerufen werden können.

Symbolfoto: Eine Frau steht am Herd und kocht. Eine Seniorin sitzt daneben auf einem Küchenstuhl, schaut zu.
Hilfe im Haushalt: Auch das kann für Pflegebedürftige eine wichtige Unterstützung im Alltag sein. Der Entlastungsbetrag kann dafür aufgewendet werden - solange der Anbieter anerkannt ist. | © imago/PPE

Seit 2015 gibt es in der Pflegeversicherung auf Antrag Geld für zusätzliche Entlastungsleistungen, wenn Pflegebedürftige zu Hause betreut werden und eine Pflegestufe (seit 2017: Pflegegrad) vorliegt. Die Betroffenen haben für 2015 und 2016 Anspruch auf jeweils einen Grundbetrag von 104 Euro monatlich. Menschen mit einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz, beispielsweise mit einer schweren Demenz, bekommen für 2015 und 2016 jeweils monatlich 208 Euro.

Seit 2017 gibt es nur noch einen einheitlichen Betrag von monatlich 125 Euro. Das Geld kann bis sechs Monate nach Ende des Kalenderjahres abgerufen werden, für 2018 also spätestens bis Ende Juni 2019. Beträge für nicht abgerufene Leistungen verfallen anschließend!

Übersicht: Bis wann muss man die Leistungen abrufen?

  • Ansprüche aus den Jahren 2015/2016 müssen bis 31.12.2018 genutzt werden. Ab 1.1.2019 verfallen sie.
  • Ansprüche aus dem Jahr 2017: sind bereits verfallen (zum 1.7.2018)
  • Ansprüche aus dem Jahr 2018 müssen bis 30.6.2019 genutzt werden. Ab 1.7.2019 verfallen sie.

Wofür kann man den Entlastungsbetrag nutzen?

Die Mittel sind zweckgebunden. Sie können für

  • Leistungen der Tages- und Nachtpflege,
  • Leistungen der Kurzzeitpflege und
  • Leistungen ambulanter Pflegedienste
  • anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag genutzt werden.

Ambulante Leistungen zur Selbstversorgung stehen den Pflegegraden 2 bis 5 nur für zusätzliche Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung zu, nicht für Pflege, denn diese ist bereits anderweitig abgedeckt.

Welche Anbieter kann man für den Entlastungsbetrag in Anspruch nehmen?

Die in Anspruch genommenen Leistungen müssen zugelassen sein, damit die Kosten übernommen werden. Welche Anbieter es gibt, erfährt man bei der Pflegekasse und den Pflegestützpunkten. Das Geld wird nicht in bar ausgezahlt. Die Quittungen beziehungsweise Rechnungen müssen bei der Pflegekasse eingereicht werden.

Betroffene sollten prüfen, ob sie nicht abgerufene Beträge bis Ende des Jahres 2018 noch für eine Kurzzeitpflege, Tagespflege oder andere Leistungen einsetzen können, beispielsweise um pflegende Angehörige zu entlasten.

Lesen und sehen Sie mehr:

Themen
Symbolgrafik: Eine ältere Frau mit Gehstock, neben ihr steht eine jüngere Frau und legt einen Arm um sie
Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag von monatlich 125 Euro. Wer hat Anspruch? | weiter
11.12.2017 | cl

Themen
Eine ältere Frau sitzt ihrem Mann gegenüber. Er hält einen roten Ball in den Händen.
Anträge auf Pflegegrade lehnen die Pflegekassen häufig ab. Doch dagegen kann man einen Widerspruch einlegen. Wir geben Tipps für das Vorgehen. | weiter
01.08.2018 | ime

VdK-TV: Pflegebedürftig? - Der VdK hilft bei der Selbsteinschätzung

Damit man sich auf den Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) vorbereiten kann, hat der VdK einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Pflegebedürftigkeit zusammengestellt. Das Video führt Interessierte durch den Bogen. Selbsteinschätzungsbogen mit Pflegegradrechner herunterladen: https://www.vdk.de/permalink/74125

sko

Schlagworte Pflege | Pflegeversicherung | Entlastungsbetrag

  • Sozialrecht
    Ob Rente, Gesundheit und Pflege, Teilhabe und Behinderung, Leben im Alter oder soziale Sicherung: Der Sozialverband VdK ist für seine Mitglieder ein kompetenter Ratgeber und Helfer in allen sozialrechtlichen Belangen. | weiter
  • Rente
    Der VdK will die Rente zukunftssicher machen und Altersarmut verhindern. Lesen Sie, was wir verändern wollen und wie wir uns eine Reform der Rente vorstellen. | weiter
  • Behinderung
    Der VdK setzt sich für Gleichberechtigung von Menschen mit und ohne Behinderung ein. Lesen Sie hier unsere Positionen zu Teilhabe, Inklusion und Behindertenpolitik. | weiter
  • Pflege
    Knapp 2,9 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Wir finden: Die Situation Pflegebedürftiger und Pflegender muss sich dringend verbessern. | weiter
  • Gesundheit
    Gesundheit muss für alle Menschen bezahlbar sein und bleiben. Lesen Sie hier unsere Forderungen und Positionen zur Gesundheitspolitik. | weiter
  • Soziale Gerechtigkeit
    Über 16 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut und Ausgrenzung bedroht. Lesen Sie hier die Forderungen des VdK zum Thema soziale Gerechtigkeit. | weiter
  • Frauen
    Von Armut sind besonders häufig Frauen betroffen. Was aus Sicht des VdK getan werden muss, lesen Sie hier. | weiter
  • Familie
    Der VdK setzt sich für Familien ein. Unsere Forderungen zur Familienpolitik finden Sie hier. | weiter
  • Reha
    Krankheit, Unfall, Klinikaufenthalt: Die Rehabilitation setzt dort an, wo die Selbstbestimmung eines Menschen gefährdet ist. | weiter
  • Verena Benteles Lichtblicke
    Die neue Tagebuch-Kolumne der VdK-Präsidentin. Positiv und persönlich: Mit ihrer Kolumne 'Verenas Lichtblick' will sie Leserinnen und Lesern, auch in Zeiten von Corona, Hoffnung machen. | weiter
    30.03.2020

Pflege viel zu teuer?

Wir sagen Ihnen, was Ihnen laut Sozialrecht zusteht und kämpfen für Ihr Recht. Bundesweit. Jetzt Beratung vereinbaren!

Der VdK
Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
Finden Sie mit der Beratungsstellen-Suche die nächste Rechtsberatungsstelle des Sozialverbands VdK - auch in Ihrer Nähe!
Der VdK
Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
Wir machen uns stark für soziale Gerechtigkeit. Wir vertreten Ihre sozialpolitischen Interessen und kämpfen für Ihre Rechte. Unsere Stärke: Unabhängigkeit und Neutralität.

Presse
Das Bild zeigt einen Bildschirm, auf dem Googlemail geöffnet ist
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.