VdK-Umfrage: Strengere Regeln für E-Scooter jetzt umsetzen
Heute wird ein Gesetzentwurf zur Haftung bei E-Scooter-Unfällen im Bundestag diskutiert. Eine Umfrage des VdK macht deutlich: Die große Mehrheit der Bevölkerung fordert strengere Regeln für die Nutzung sowie eine Reform der Haftungsregeln.

Klare Mehrheit fordert mehr Regulierung
Am 11. Juni 2026 wird der “Externer Link:Entwurf eines Gesetzes zur Haftung bei Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen im Straßenverkehr” in 1. Lesung im Bundestag beraten. Fakt ist: E-Scooter gehören längst zum Stadtbild – doch sie sorgen auch für wachsenden Ärger. Wild abgestellte Roller versperren Gehwege, Unfallopfer bleiben auf Schäden sitzen, und vielerorts fühlen sich vor allem ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Raum eingeschränkt. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Sozialverbands VdK zeigt nun deutlich: Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich strengere Regeln.
Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des VdK sprechen sich 57 Prozent der Befragten für zusätzliche Regulierungen bei der Nutzung von E-Scootern aus. Weitere 18 Prozent gehen noch weiter und befürworten ein vollständiges Verbot.
Im Detail wünschen sich:
- 36 Prozent eine
„etwas stärkere“
Regulierung – etwa feste Parkzonen für E-Scooter - 21 Prozent eine
„deutlich stärkere“
Regulierung
Damit ergibt sich aus Sicht des VdK ein klarer politischer Handlungsauftrag.
Bemerkenswert: Auch unter jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren findet eine strengere Regulierung breite Unterstützung. 67 Prozent dieser Altersgruppe sprechen sich dafür aus.
Umfrageergebnis zur Regulierung von E-Scootern
YouGov hatte im Auftrag des VdK gefragt:
"Welches der folgenden Szenarien für die künftige Nutzung von E-Scootern im öffentlichen Raum würden Sie bevorzugen?”

Haftungsregeln reformieren
Ein weiterer Schwerpunkt der Kritik betrifft die Haftungsregeln bei Unfällen. Immer wieder, so berichtet VdK-Präsidentin Verena Bentele, wenden sich Mitglieder an den Verband – darunter auch blinde Menschen –, die über abgestellte E-Scooter gestürzt sind und anschließend kein Schmerzensgeld erhalten haben.
Das Problem: Geschädigte müssen derzeit ein Verschulden des Fahrers nachweisen. Bei Leih-E-Scootern ist das jedoch häufig kaum möglich, weil Fahrer und Halter nicht identisch sind und der konkrete Fahrer oft nicht ermittelt werden kann. Es entsteht eine Haftungslücke – zulasten der Unfallopfer.
Die Bevölkerung steht einer Reform offen gegenüber: 79 Prozent der Befragten würden es eher oder voll und ganz befürworten, wenn Halter und Anbieter von E-Scootern künftig automatisch haften. Der VdK begrüßt deshalb die geplanten Änderungen an den Haftungsregeln ausdrücklich.
Umfrageergebnis zu Haftungsregeln für E-Scooter
YouGov hatte im Auftrag des VdK gefragt:
“Momentan sind E-Scooter von den Haftungsregeln für Kraftfahrzeuge ausgenommen. Würden Sie es befürworten oder ablehnen, wenn Halter und Anbieter von E-Scootern künftig (wie bei Autos) bei Unfällen automatisch haften?”

Behinderungen und gefährliche Situationen im Alltag
Besonders deutlich kritisiert der VdK die Situation für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Seniorinnen und Senioren sowie Familien mit Kinderwagen. Wild abgestellte E-Scooter blockieren Gehwege, erschweren das Vorankommen und können zu gefährlichen Situationen führen.
Der VdK fordert daher:
- Bundesweit einheitliche Mindestvorgaben für Abstellflächen
- Klare und verbindliche Parkzonen
- Die Rücknahme der Freigabe von Gehwegen und Fußgängerzonen, auf denen „Radverkehr frei“ gilt – wie es die geplante Novelle der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) ab Anfang 2027 vorsieht
Aus Sicht des Sozialverbands VdK gilt: Wer mit der Nutzung des öffentlichen Raums Geld verdient, trägt auch Verantwortung für Sicherheit und Ordnung.
Methodische Hinweise zur Umfrage
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 23. - 26.01.2026 insgesamt 2234 Personen befragt.
Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politischem Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet.
Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.


