Kategorie Aktuelle Meldung Soziale Gerechtigkeit Armut & Umverteilung

Alarmierende Zahlen: Energieschulden und wenig Rücklagen

Von: Jörg Ciszewski

Obwohl immer mehr Menschen in Deutschland beim Heizen sparen, können viele die Energierechnung nicht bezahlen. Auch größere ungeplante Anschaffungen sind für viele Haushalte ein Problem. 

Symbolfoto für Energieschulden: Ein junger Mann sitzt an einem Tisch, auf dem Münzen, Schreiben und eine Glühbirne liegen. Er hat den Kopf gesenkt, rauft sich die Haare.
© Maria Fuchs – stock.adobe.com

5 Prozent der Bevölkerung im Verzug bei Strom und Gas

Viele Menschen in Deutschland können ihre Strom- und Gasrechnungen nicht mehr bezahlen. Nach Externer Link:Angaben des Statistischen Bundesamts lebten im Jahr 2024 rund 4,2 Millionen Menschen nach eigenen Angaben in Haushalten, die bei Rechnungen von Versorgungsbetrieben wie etwa Gas- und Stromversorgern in Verzug waren. Das sind fünf Prozent der Bevölkerung.

Insbesondere Mieterinnen und Mieter konnten die Rechnungen nicht begleichen. Während 3,4 Prozent der Menschen mit Wohneigentum im Zahlungsverzug waren, lag der Anteil bei Mieterhaushalten mit 6,4 Prozent höher.

Keine Rücklagen für unerwartete Ausgaben

Doch nicht nur Strom- und Gasrechnungen sind für viele Menschen kaum bezahlbar. Auch für unerwartet anfallende Anschaffungen fehlt oft das Geld. Fast ein Drittel (32,2 Prozent) der Bevölkerung lebte im Jahr 2024 in Haushalten, die mit einer ungeplanten größeren Ausgabe finanziell überfordert waren. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil leicht gesunken. 

Im Jahr 2023 hatten 35 Prozent der Bevölkerung angegeben, keine ausreichenden finanziellen Mittel für unerwartete Anschaffungen zu haben. Als unerwartet anfallende Ausgabe galt in der Statistik in den vergangenen beiden Jahren eine Summe in Höhe von mindestens 1250 Euro.

Nebenkosten überdurchschnittlich gestiegen

Auch Nebenkosten und Nebenkostennachzahlungen stellen für viele Mieterinnen und Mieter ein finanzielles Problem dar. Die Preise für Wohnnebenkosten wie Wasserversorgung, Müllabfuhr, Gebäudereinigung, die Wartung von Aufzügen oder ähnliche Aufwendungen sind überdurchschnittlich gestiegen. 

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Preise im August 2025 um vier Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im Vergleich dazu nahmen die Verbraucherpreise insgesamt im selben Zeitraum um 2,2 Prozent zu.

Für Haushaltsenergie mussten Verbraucherinnen und Verbraucher zuletzt hingegen weniger Geld bezahlen. Die Kosten für Strom, Gas, Heizöl, Fernwärme oder feste Brennstoffe wie Holz und Kohle waren im August 2025 um 2,3 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. 

Während der Energiekrise waren die Preise insbesondere im Jahr 2022 stark angestiegen und befinden sich weiterhin auf einem hohen Niveau. 

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