Bericht zur Lage der älteren Generation: Armut schränkt Teilhabe ein
Kürzlich wurde im Bundestag der neunte Bericht zur Lage der älteren Generation beraten. Eine unabhängige Sachverständigenkommission stellte darin fest, dass Teilhabechancen in Deutschland ungleich verteilt sind und sprach Empfehlungen aus.

Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Die Kommission fordert in ihrem Bericht „Externer Link:Alt werden in Deutschland – Vielfalt der Potenziale und Ungleichheit der Teilhabechancen“, die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken. Armut sei ein wesentlicher Grund dafür, dass Teilhabemöglichkeiten für die ältere Generation in Deutschland begrenzt sind.
Zwischen älteren Menschen gibt es hierzulande große Einkommensunterschiede. „Erhebliche Ungleichheiten zeigen sich zwischen Männern und Frauen, zwischen Menschen in westdeutschen und ostdeutschen Regionen sowie insbesondere zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund beziehungsweise mit und ohne deutsche Staatsbürgerschaft“
, so die Sachverständigen.
Wachsende Armut, hohe Dunkelziffer
Im Jahr 2024 waren über 19 Prozent der Personen ab 65 Jahren laut Statistischem Bundesamt armutsgefährdet. Zudem hat sich die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Externer Link:Grundsicherung im Alter erhöht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erhielten Ende 2025 rund 764.000 Personen diese Leistung. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein Anstieg um 3,4 Prozent – und damit ein neuer Höchststand.
„Das ist besorgniserregend. Zudem liegt die Dunkelziffer vermutlich höher. Viele ältere Menschen scheuen den Gang zum Sozialamt und verzichten aus Scham, Angst oder Unwissenheit auf Grundsicherung im Alter, auch wenn sie einen Anspruch haben“
, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele.
VdK fordert Anhebung des Rentenniveaus
Die Sachverständigen gehen davon aus, dass sich das Risiko, im Alter arm zu sein, für bestimmte Bevölkerungsgruppen zukünftig erhöhen wird. Sie sprechen sich deshalb für ein Mindestrentenniveau aus. Dieses sollte Rentnerinnen und Rentnern eine angemessene Teilhabe ermöglichen und jüngeren Beitragszahlerinnen und -zahlern Sicherheit für ihre Lebensplanung bieten. Zudem müssten unterbrochene Erwerbsbiografien, niedrige lebensdurchschnittliche Verdienste durch Krankheit, Sorgetätigkeit oder Arbeitslosigkeit besser in der Rentenversicherung abgesichert werden.
Der Sozialverband VdK fordert eine auskömmliche Externer Link:Rente, die zuverlässig vor Altersarmut schützt. „Niemand sollte auf einen Minijob oder Grundsicherung angewiesen sein, weil die Rente nicht zum Leben reicht. Dafür muss das Rentenniveau langfristig auf 53 Prozent angehoben werden. Zur Finanzierung müssen mehr Gruppen in die Rentenkasse einzahlen, also alle Erwerbstätigen, Selbstständigen und perspektivisch auch Beamte“
, fordert Bentele.
Altersbericht herunterladen
Den Neunten Altersbericht der Bundesregierung „Alt werden in Deutschland – Vielfalt der Potenziale und Ungleichheit der Teilhabechancen“ gibt es hier zum Download:

