19. Mai 2016
Rente

Fast jeder Fünfte geht wegen gesundheitlicher Probleme in Rente

Fast jeder fünfte Neu-Rentner in Deutschland geht wegen gesundheitlicher Probleme in den Ruhestand. 18,4 Prozent der Neu-Rentner des Jahres 2014 bezog eine Erwerbsminderungsrente.

© imago/steinach

Das geht aus der Antwort der Deutschen Rentenversicherung Bund auf eine Anfrage von Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann hervor, wie die "Passauer Neue Presse" (Donnerstag) berichtete. Die Daten lagen auch der Deutschen Presse-Agentur vor. Der Wert schwankte in den vergangenen zehn Jahren zwischen 17,3 und 21,5 Prozent.

42,1 Prozent aller Anträge auf Erwerbsminderungsrente wurden zuletzt abgelehnt. Die Erwerbsminderungsrenten lagen im Schnitt bei 628 Euro - 664 Euro bei voller Erwerbsminderung, 368 Euro bei teilweiser Erwerbsminderung.

Beginnt die Rente wegen Erwerbsminderung vor dem normalen Rentenalter, muss man Abschläge in Kauf nehmen. Für jeden Monat beträgt der Abschlag 0,3 Prozent, insgesamt jedoch höchstens 10,8 Prozent. Erwerbsminderungsrentner können auch zusätzlich Sozialhilfe bekommen.

VdK: Krankheit darf keine Armutsfalle sein!

Der Sozialverband VdK fordert seit langem die Abschaffung der Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher: "Die Rentenabschläge bei den Erwerbsminderungsrenten müssen endlich weg. Wer vorzeitig in Rente gehen muss, wird dafür lebenslang mit Abschlägen von 10,8 Prozent bestraft. Krankheit darf keine Armutsfalle sein!"

Aus Sicht des VdK sind die Abschläge systemwidrig, weil – eine korrekte medizinische Beurteilung im Rentenverfahren unterstellt – eine Erwerbsminderung schicksalhaft bedingt ist und ihr Eintritt nicht wie eine vorzeitige Altersrente freiwillig gewählt werden kann.

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dpa/cl

Schlagworte Erwerbsminderung | Erwerbsminderungsrente | Rente | Armut | Abschläge | Krankheit

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