26. April 2021
BEHINDERUNG

Auch im Rollstuhl kann man tanzen

Para-Tanzsportler Erik Machens zeigt, wie es geht

Para-Tanzsportler Erik Machens in seinem YouTube-Tutorial
© Screenshot YouTube

Kann man im Rollstuhl tanzen? Aber sicher. Und wie das funktioniert, zeigt und erklärt Para-Tanzsportler Erik Machens interessierten Menschen mit und ohne Behinderung im Internet.

Zu finden sind seine zwischen fünf und acht Minuten langen Videos auf YouTube unter dem Titel „Darf ich bitten ...? Rollstuhl-Tanz mit Erik Machens“. Darin vermittelt der 38-Jährige die Grundschritte verschiedener Tänze. In der ersten Folge geht es um den Discofox, im zweiten Teil um den Walzer. Weitere Tanzvideos sind geplant.

Erik Machens gehört zu den Besten. Das untermauern auch seine Titel. Der gebürtige Hannoveraner ist Europa- und Vize-Europameister, zweifacher Vize-­Weltmeister sowie mehrfacher Deutscher Meister im Rollstuhltanz und damit einer der erfolgreichsten deutschen Para-­Tanzsportler.

Dass eine immense Freude am Tanzen in ihm schlummerte, war ihm allerdings lange nicht bewusst. Machens kam mit einem offenen Rücken zur Welt. Er hat eine inkomplette Querschnittslähmung von den Kniescheiben abwärts. Dadurch war er früh auf Gehhilfen, später zunehmend auf den Rollstuhl angewiesen. Übers Tanzen machte er sich zu dieser Zeit kaum Gedanken. Zwei junge Frauen, die ihn auf einer Party ansprachen und quasi auf die Tanzfläche zogen, änderten dies. „Macht es dir Spaß, tanzenden Leuten zuzuschauen?“, hatte ihn eine der beiden gefragt. Nein, tat es nicht. „Danach bin ich jedes Wochenende in Diskotheken gewesen und habe mich regelrecht freigetanzt“, erinnert sich Machens.

Nach dem Umzug zum Studium nach Osnabrück wirkte er bei einem integrativen Musical mit und lernte dabei seine künftige Tanzpartnerin kennen – eine Fußgängerin. Beide nahmen 2009 an einem Workshop des damaligen Bundestrainers im Para-Tanzsport teil. Und dieser „verpflichtete“ das Duo gleich für die Weltmeisterschaft im darauffolgenden Jahr, bei der sie zweimal Bronze gewannen.

2013 hörte die Tanzpartnerin auf, danach war er als Solotänzer sehr erfolgreich. Die WM 2019 war sein bisher letztes Turnier als Leistungssportler, dann kam die Corona-Pandemie. Der freiberufliche Kommunikationsdesigner und Kundenberater ist seitdem verstärkt als Blogger aktiv und will damit Inte­resse am Para-Tanzsport wecken.

Machens trainiert regelmäßig seine Ausdauer, Kraft und Flexibilität. Außerdem gibt er Tanzunterricht in Rheine, Bad Harzburg und bald auch in Osnabrück. „In den Vereinen wird durchaus etwas für den Behindertensport getan“, sagt Machens. Am Tanzen inte­ressierten Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern rät er, sich an Vereine mit Rollstuhltanzangebot zu wenden oder sich in Diskotheken tänzerisch selbst auszuprobieren. Einen Versuch ist es sicher wert.

Mirko Besch

Schlagworte Rollstuhl | Para-Tanzen | Behindertensport | Menschen mit Behinderung

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