21. März 2019
BEHINDERUNG

Gute Nachricht für Bahnreisende mit Behinderung: Mobilitätsservice nun doch aus einer Hand

Die Kritik und Forderungen des Sozialverbands VdK und anderer Verbände bezogen auf die Mobilitätsservicezentrale (MSZ) der Deutschen Bahn und die Änderungen zum 1. Februar 2019 haben offensichtlich Früchte getragen.

Symbolbild: Eine junge Frau im Rollstuhl an einem Bahnhof. Eine Servicemitarbeiterin der Deutschen Bahn hilft ihr mit einem Hublift.
© Wolfgang Bellwinkel | DGUV

Die Deutsche Bahn (DB) hat in einer Pressemitteilung vom 15. März bekannt gegeben, dass mobilitätseingeschränkte Reisende auch weiterhin über die bekannten Kommunikationswege die kostenfreien Hilfestellungen für die gesamte Reise abrufen können – auch für Fahrten mit den Wettbewerbsbahnen. Mehrere Drittbahnen haben das Angebot zum gemeinsamen Betrieb der MSZ angenommen. Die MSZ deckt mit den derzeitigen Vertragsabschlüssen über 90 Prozent aller durchschnittlich angefragten Hilfeleistungen ab.

Die restlichen Privatbahnen wollen den Service eigenständig organisieren. Zu begrüßen ist hier, dass die Deutsche Bahn diese im Sinne eines einheitlichen Services für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen auffordert, Partner der MSZ zu werden und in dieser Verhandlungszeit die Hilfen für die gesamte Reiseplanung sicherstellt.

Was war geschehen?

Die Deutsche Bahn hatte Ende Januar 2019 überraschend mitgeteilt, dass der Mobilitätservice für Bahnreisende ab dem 1. Februar 2019 nicht mehr, wie bisher, aus einer Hand erfolgen werde. Für Menschen mit Behinderung hätte das eine erhebliche Verschlechterung bedeutet.

Viele Verbände, darunter der Sozialverband VdK, hatten das Vorgehen der DB deutlich kritisiert und auch die Kurzfristigkeit der Ankündigung stark bemängelt. In einem offenen Brief hatte sich der Deutsche Behindertenrat (DBR), in dem der VdK Mitglied ist, an die Verkehrsminister/innen von Bund und Ländern und an die Eisenbahnverkehrsunternehmen gewandt und diese aufgefordert, umgehend dafür zu sorgen, dass die Koordinierung von Hilfeleistungen für Menschen mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen auf Bahnreisen durch einen zentralen und für alle Bahnunternehmen einheitlichen Ansprechpartner gewährleistet wird. Diese Kritik hat nun offenbar gewirkt. Der Sozialverband VdK wird das Thema weiterhin verfolgen.

Hintergrund

Seit 2009 können Fahrgäste mit Behinderungen und andere mit eingeschränkter Mobilität den kostenlosen Ein-, Um- und Aussteigeservice der Deutschen Bahn AG (DB) in Anspruch nehmen, der über die Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) organisiert wird. Die Nutzung dieser Hilfeleistungen steigt ständig: Waren es 2009 noch 400.000 Personen, sind es 10 Jahre später schon 850.000, die von diesem Angebot Gebrauch machen.


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Schlagworte Bahn | Behinderung | Bahnreisen | Barrierefreiheit | Mobilitäts-Servicezentrale | MSZ

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