
Volle Erwerbsminderungsrente erstritten – VdK-Mitglied schöpft wieder Lebensmut
„Ich will leben, nicht zerbrechen“: Martina Schmölzing aus Oberfranken war mit ihren Kräften am Ende und wandte sich an den VdK. Er verhalf ihr zu einem Schwerbehindertenausweis und erstritt vor Gericht eine volle Erwerbsminderungsrente.

Langes Verfahren: Eineinhalb Jahre bis zur EM-Rente
Die 58-Jährige hat starke Rückenschmerzen sowie eine Herzkrankheit, sie leidet zudem an psychischen Problemen. Arbeiten kann sie nicht mehr, doch das musste sie erst beweisen. „Der VdK hat alles geregelt“
, sagt sie. „Jetzt kann ich wieder zuversichtlicher nach vorne blicken.“
Zunächst wurde im Juli 2024 ein Antrag auf Externer Link:Schwerbehinderung gestellt, der vom Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFSkurz fürZentrum Bayern Familie und Soziales) rasch bewilligt wurde. Der Externer Link:Grad der Behinderung (GdB) wurde mit 50 eingestuft. Bis die volle Externer Link:Erwerbsminderungsrente durchgesetzt werden konnte, dauerte es jedoch eineinhalb Jahre – und zunächst sah es gar nicht gut aus.
Große Erleichterung nach erfolgreicher Klage
Im Dezember 2024 wurde der entsprechende Antrag vom VdK-Kreisverband Lichtenfels gestellt. Die Deutsche Rentenversicherung lehnte allerdings ab. Auch ein Widerspruch des VdK im Mai 2025 war erfolglos. Dann erhob der VdK beim Sozialgericht Bayreuth Klage gegen die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern. Damit war nicht mehr der Kreisverband Lichtenfels, sondern die Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken für Martina Schmölzing zuständig. Deren Sozialrechtsvertreter Vinzent Windisch erinnert sich noch gut an die Situation damals: „Wir hatten von Frau Schmölzing zahlreiche medizinische Gutachten. Sie wurde vor dem Gerichtstermin noch zusätzlich von einem Sozialmediziner untersucht“
, erzählt er.
Bei dem Verfahren im Januar dieses Jahres sei das VdK-Mitglied sehr angespannt gewesen: „Man kommt mit einem abgelehnten Antrag, der Widerspruch war nicht erfolgreich, der Ausgang ist ungewiss“
, erklärt Windisch. „Die Erleichterung war dann umso größer, als die Klage erfolgreich war. Sie hat vor Freude geweint und mich umarmt
“, erzählt Windisch. „Ich hatte natürlich schon gemerkt, dass Frau Schmölzing alles sehr nahegeht und war selber sehr glücklich über das Ergebnis.“
Mitglied werden
Aufgeben ist keine Option
Die zweifache Mutter ist dem VdK überaus dankbar: „Ich bin ja nur eine Geringverdienerin, die sich niemals einen Anwalt hätte leisten können“
, sagt sie. Von 1982 bis 1984 machte Martina Schmölzing eine Lehre zur Bekleidungsfertigerin und arbeitete noch ein Jahr beim Ausbildungsbetrieb. Dann nähte das VdK-Mitglied 32 Jahre lang bis 2017 Polstermöbel im Akkord. Wegen einer Firmeninsolvenz arbeitete sie dann bis Mitte 2023 als Kassiererin im Einzelhandel, bevor sie krankgeschrieben wurde, weil ihre Rückenschmerzen zu stark wurden.
2017 war sie schon an den Bandscheiben operiert worden – eine riskante Operation, die sie sehr lange hinausgezögert hatte, bis die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren. Doch die Schmerzen blieben. „Es ist schwierig, wenn man sein Leben lang gearbeitet hat und die Krankheit einen zwingt, aufzuhören“
, sagt sie. „Meine tägliche Arbeit ist jetzt, den Umgang mit den Schmerzen zu lernen.“
Sie ist derzeit in einer Schmerztagesklinik in Behandlung. Denn Aufgeben ist für sie keine Option.



