Kategorie Pflege Pflegeversicherung

VdK-Umfrage zur Pflegereform: Klare Mehrheit gegen Kürzungen

  • Bentele: „Unsinnige Leistungskürzungen gefährden die Versorgung“
  • Einschränkungen treffen Pflegebedürftige und Angehörige besonders hart

Eine große Mehrheit der Bevölkerung lehnt Leistungskürzungen in der Pflege ab. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Sozialverbands VdK, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt hat. Vor dem Hintergrund der von der Bundesregierung angekündigten Sparmaßnahmen sieht der VdK die pflegerische Versorgung in Gefahr.

Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) sind gegen einen erschwerten Zugang zu einem Pflegegrad, wie er aktuell diskutiert wird. Lediglich 15 Prozent halten dies für akzeptabel. Mit 72 Prozent lehnt ein Großteil der Befragten es zudem ab, die Voraussetzungen für die Einstufung in einen höheren Pflegegrad zu verschärfen. Auch der VdK hält solche Maßnahmen für sozial falsch und unwirtschaftlich. VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Wird der Zugang zu einem Pflegegrad verzögert, verlagert das die Belastung auf die pflegenden Angehörigen und kann zu Krisensituationen und später zu teureren Versorgungsformen führen. Anstatt den Zugang zu Leistungen zu erschweren, braucht es den Ausbau von Prävention und Rehabilitation.“

Auf sehr große Ablehnung (80 Prozent) stößt die Maßnahme, Leistungen in den ersten Monaten nach der Einstufung in einen Pflegegrad nur zur Hälfte auszuzahlen. Auch der VdK lehnt das entschieden ab, weil gerade die sensible Frühphase der Pflege nicht geschwächt, sondern verlässlich abgesichert werden muss. Das betrifft nach bisherigen Planungen vor allem die Pflegegrade 2 und 3. „Wer in dieser Phase Geld kürzt, belastet Haushalte dort zusätzlich, wo Pflege erst organisiert, Arbeit umgestellt und Versorgung stabilisiert werden muss“, so Bentele.

Leistungen wie Zuschüsse für den Hausnotruf oder Pflegehilfsmittel im Pflegegrad 1 zu kürzen, hält mit 71 Prozent der Befragten eine große Mehrheit für nicht akzeptabel. Auch die Zusammenfassung vieler Pflegeleistungen, die dann nur noch bis zu einem bestimmten Oberbetrag bezahlt würden, lehnt mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten ab. 

Der VdK hält Reformen, die in vielen Leistungsbereichen zu enormen Kürzungen führen, für falsch. Die Umfrage zeigt, dass auch große Teile der Bevölkerung solche Kürzungen ablehnen. „Die Bundesregierung hat sich auf die Fahne geschrieben, die häusliche Pflege zu stärken. Mit ihren Plänen würde sie genau das Gegenteil erreichen und die pflegerische Versorgung massiv erschweren. Unsinnige Leistungskürzungen gefährden die pflegerische Versorgung. Es ist nicht klug, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Leidtragenden einer Reform werden, bei der es in erster Linie ums Sparen geht.“ 

Hinweise zur Methodik

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum vom 10. bis 13.04.2026 insgesamt 2.352 Personen befragt. 

Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politischem Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet.

Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

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