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VdK-Umfrage: Große Mehrheit lehnt Einschränkungen in der Pflege ab

Im Zuge einer Pflegereform werden verschiedene Leistungskürzungen diskutiert, um Kosten zu senken. Der VdK wollte wissen: Inwiefern halten die Menschen diese Maßnahmen für akzeptabel? Die Umfrageergebnisse im Überblick.

Nahaufnahme eines Rollstuhls: Man sieht ein großes und ein kleines Rad sowie einen Teil des Fußteils
© Annabell Gsödl – stock.adobe.com

Mehrheit lehnt Leistungskürzungen ab

Der Sozialverband VdK hat im Rahmen einer repräsentativen Umfrage, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut YouGov, rund 2350 Menschen zu verschiedenen Sparmaßnahmen in der Externer Link:Pflege befragt, die aktuell diskutiert wurden und werden (mehr zur Methodik Externer Link:am Fuß der Seite). 

Das klare Ergebnis: Eine große Mehrheit der Bevölkerung lehnt Leistungskürzungen in der Pflege ab. Die Ergebnisse zeigen eine klare gesellschaftliche Skepsis gegenüber möglichen Leistungskürzungen im Zuge einer Pflegereform. Vor dem Hintergrund der von der Bundesregierung angekündigten Sparmaßnahmen sieht der VdK die pflegerische Versorgung in Gefahr.

Die Ergebnisse im Detail:

Zugang zu den Pflegegraden

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung spricht sich gegen einen erschwerten Zugang zu einem Pflegegrad, wie er aktuell diskutiert wird, aus. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag des Sozialverbands VdK Deutschland halten insgesamt 77 Prozent der Befragten entsprechende Maßnahmen für nicht akzeptabel. Dabei lehnen 46 Prozent eine Erschwernis als „überhaupt nicht akzeptabel“ ab, weitere 31 Prozent bewerten sie als „eher nicht akzeptabel“.

Demgegenüber steht nur eine vergleichsweise kleine Minderheit, die Einschränkungen teilweise oder ganz befürwortet: 11 Prozent halten sie für „eher akzeptabel“, lediglich 4 Prozent für „voll und ganz akzeptabel“. Acht Prozent der Befragten äußern sich unentschieden.

Balkendiagramm mit dem Titel „Mehrheit lehnt erschwerten Zugang zu Pflegegraden ab“. Dargestellt sind Umfrageergebnisse zur Frage, ob es akzeptabel ist, den Zugang zu einem Pflegegrad zu erschweren. 46 % halten dies für „überhaupt nicht akzeptabel“, 31 % für „eher nicht akzeptabel“. 11 % finden die Maßnahme „eher akzeptabel“, 4 % „voll und ganz akzeptabel“. 8 % antworten mit „weiß nicht“. Quelle: YouGov Omnibus Politik, Befragung von 2.352 Personen (10.–13.04.2026).
Das Portraitfoto zeigt Verena Bentele, sie trägt eine weiße Bluse und einen dunkelblauen Blazer

Wird der Zugang zu einem Pflegegrad verzögert, verlagert das die Belastung auf die pflegenden Angehörigen und kann zu Krisensituationen und später zu teureren Versorgungsformen führen. Anstatt den Zugang zu Leistungen zu erschweren, braucht es den Ausbau von Prävention und Rehabilitation.

Verena Bentele, VdK-Präsidentin

Höherstufung des Pflegegrades

Auch konkrete Verschärfungen innerhalb des Pflegesystems stoßen auf breite Ablehnung in der Bevölkerung. Mit 72 Prozent lehnt ein Großteil der Befragten es ab, die Voraussetzungen für die Einstufung in einen höheren Pflegegrad zu verschärfen: 39 Prozent halten eine solche Maßnahme für „überhaupt nicht akzeptabel“, weitere 33 Prozent für „eher nicht akzeptabel“.

Nur eine Minderheit zeigt sich offen für strengere Regelungen: 14 Prozent bewerten die geplante Erschwernis als „eher akzeptabel“, lediglich 4 Prozent halten sie für „voll und ganz akzeptabel“. Zehn Prozent der Befragten sind unentschlossen. Auch der VdK hält solche Maßnahmen für sozial falsch und unwirtschaftlich: 

Balkendiagramm mit dem Titel „Deutliche Ablehnung von Kürzungsplänen in der Pflege“. Dargestellt sind Umfrageergebnisse zur Frage, ob es akzeptabel ist, die Höherstufung in einen höheren Pflegegrad zu erschweren. 39 % halten dies für „überhaupt nicht akzeptabel“, 33 % für „eher nicht akzeptabel“. 14 % bewerten die Maßnahme als „eher akzeptabel“, 4 % als „voll und ganz akzeptabel“. 10 % geben „weiß nicht“ an. Quelle: YouGov Omnibus Politik, Befragung von 2.352 Personen (10.–13.04.2026).

Halbierung der Leistungen in den ersten Monaten

Die deutlichste Ablehnung zeigt sich bei einem Vorschlag, die Pflegeleistungen in den ersten Monaten nach der Einstufung zu halbieren. Insgesamt 80 Prozent der Befragten sprechen sich gegen eine solche Maßnahme aus. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) hält sie für „überhaupt nicht akzeptabel“, weitere 28 Prozent für „eher nicht akzeptabel“.

Demgegenüber steht nur eine sehr kleine Minderheit, die Kürzungen in dieser Form befürwortet: 8 Prozent bewerten die Maßnahme als „eher akzeptabel“, lediglich 3 Prozent als „voll und ganz akzeptabel“. 9 Prozent der Befragten äußern sich unentschieden. 

Auch der VdK lehnt das entschieden ab, weil gerade die sensible Frühphase der Pflege nicht geschwächt, sondern verlässlich abgesichert werden muss. Das betrifft nach bisherigen Planungen vor allem die Pflegegrade 2 und 3. 

Balkendiagramm mit dem Titel „Große Mehrheit gegen halbierte Pflegeleistungen in den ersten Monaten“. Dargestellt sind Umfrageergebnisse zur Frage, ob es akzeptabel ist, dass Pflegebedürftige in den ersten Monaten nach Einstufung nur die Hälfte der Leistungen erhalten. 52 % halten dies für „überhaupt nicht akzeptabel“, 28 % für „eher nicht akzeptabel“. 8 % finden die Maßnahme „eher akzeptabel“, 3 % „voll und ganz akzeptabel“. 9 % antworten mit „weiß nicht“. Quelle: YouGov Omnibus Politik, Befragung von 2.352 Personen (10.–13.04.2026).
Das Portraitfoto zeigt Verena Bentele, sie trägt eine weiße Bluse und einen dunkelblauen Blazer

Wer in dieser Phase Geld kürzt, belastet Haushalte dort zusätzlich, wo Pflege erst organisiert, Arbeit umgestellt und Versorgung stabilisiert werden muss.

Verena Bentele, VdK-Präsidentin

Kürzungen bei Pflegegrad 1

Auch geplante Kürzungen bei Leistungen im Pflegegrad 1 stoßen in der Bevölkerung mehrheitlich auf Ablehnung. Leistungen wie Zuschüsse für den Hausnotruf oder Pflegehilfsmittel im Pflegegrad 1 zu kürzen, hält mit 71 Prozent der Befragten eine große Mehrheit für nicht akzeptabel: 42 Prozent lehnen sie als „überhaupt nicht akzeptabel“ ab, weitere 29 Prozent bewerten sie als „eher nicht akzeptabel“.

Eine Minderheit zeigt sich hingegen offen für Einschnitte: 15 Prozent halten Kürzungen für „eher akzeptabel“, 5 Prozent für „voll und ganz akzeptabel“. Acht Prozent der Befragten äußern sich unentschieden.

Balkendiagramm mit dem Titel „Mehrheit gegen Kürzungen bei Pflegegrad 1“. Dargestellt sind Umfrageergebnisse zur Frage, ob es akzeptabel ist, einige Leistungen im Pflegegrad 1 zu kürzen. 42 % halten dies für „überhaupt nicht akzeptabel“, 29 % für „eher nicht akzeptabel“. 15 % bewerten die Maßnahme als „eher akzeptabel“, 5 % als „voll und ganz akzeptabel“. 8 % geben „weiß nicht“ an. Quelle: YouGov Omnibus Politik, Befragung von 2.352 Personen (10.–13.04.2026).

Obergrenzen für Pflegeleistungen

Auch die Zusammenfassung vieler Pflegeleistungen, die dann nur noch bis zu einem bestimmten Oberbetrag bezahlt würden, lehnt mit insgesamt 55 Prozent ein Großteil der Befragten ab: 27 Prozent halten sie für „überhaupt nicht akzeptabel“, weitere 28 Prozent für „eher nicht akzeptabel“. 24 Prozent bewerten die Regelung als „eher akzeptabel“, 5 Prozent als „voll und ganz akzeptabel“. 16 Prozent der Befragten geben an, die Maßnahme nicht bewerten zu können.

Balkendiagramm mit dem Titel „Keine klare Mehrheit für Obergrenzen in der Pflege“. Dargestellt sind Umfrageergebnisse zur Frage, ob es akzeptabel ist, Leistungen zusammenzufassen und nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag zu bezahlen. 27 % halten dies für „überhaupt nicht akzeptabel“, 28 % für „eher nicht akzeptabel“. 24 % bewerten die Maßnahme als „eher akzeptabel“, 5 % als „voll und ganz akzeptabel“. 16 % antworten mit „weiß nicht“. Quelle: YouGov Omnibus Politik, Befragung von 2.352 Personen (10.–13.04.2026).
Das Portraitfoto zeigt Verena Bentele, sie trägt eine weiße Bluse und einen dunkelblauen Blazer

Die Bundesregierung hat sich auf die Fahne geschrieben, die häusliche Pflege zu stärken. Mit ihren Plänen würde sie allerdings genau das Gegenteil erreichen und die pflegerische Versorgung massiv erschweren. Unsinnige Leistungskürzungen gefährden die pflegerische Versorgung. Es ist nicht klug, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Leidtragenden einer Reform werden, bei der es in erster Linie ums Sparen geht.

Verena Bentele, VdK-Präsidentin

Download der Grafiken

Hinweise zur Methodik der Umfrage

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov-Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 10.4. bis 13.4.2026 insgesamt 2352 Personen befragt.

Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politischem Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet.

Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.