13 Euro gegen Armut

VdK für deutliche Anhebung des Mindestlohns

Das Bild zeigt eine Münze von Nahem
© Unsplash

Zur Mitte des Jahres tagt die Mindestlohnkommission. Diese legt fest, wo ab 1. Januar 2021 die Lohn­untergrenze liegen soll. Der Sozialverband VdK fordert eine deutliche Anhebung von aktuell 9,35 Euro auf 13 Euro pro Stunde. Maßgeblich sind nach VdK-Auffassung die Faktoren Armutsgefährdung und Rentenberechnung.

Vor fünf Jahren wurde unter teils großem Protest aus Wirtschaftsverbänden ein branchenübergreifender Mindestlohn eingeführt. „Diese Lohnuntergrenze schützt vor der schlimmsten Ausbeutung. Doch ein wirklich wirksames Mittel gegen Armut ist sie nicht, dafür muss der Mindestlohn deutlich ansteigen“, erklärt VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Weit hinten in Europa

Wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens hat, gilt als armutsgefährdet. Doch der derzeitige deutsche Mindestlohn von 9,35 Euro ergibt nur 46 Prozent des Durchschnittseinkommens und liegt damit deutlich unter dem europäischen Mittelwert von 51 Prozent. Kein Wunder also, dass die Zahl der „Aufstocker“, die zusätzlich zu ihrem Arbeitseinkommen Grundsicherung (Hartz IV) beziehen, seit Einführung des Mindestlohns nicht gesunken ist.

Doch nicht nur das Leben jetzt, auch der Ruhestand wird bei dauerhaftem Mindestlohnbezug von Armut geprägt sein. Im Jahr 2018 hätte der Mindestlohn bei 12,63 Euro liegen müssen, damit nach einer Vollzeitbeschäftigung über 45 Jahre eine Rente oberhalb der Grundsicherung herauskommt.

Das Fazit von Bentele lautet deshalb: „Schluss mit den kleinen Schritten. 13 Euro sind das Minimum. Es ist nicht länger zu akzeptieren, dass ein Mensch hart schuftet und Sozialversicherungsbeiträge zahlt, um dann doch aufs Sozialamt gehen zu müssen.“

Nullrunde? Abgelehnt!

Angesichts der Corona-Krise ist aus Politik und Wirtschaft die Forderung nach einer Nullrunde bei der nächsten Mindestlohnanpassung gekommen. Dem erteilt Bentele eine klare Absage: „Viele Beschäftigte der Branchen, in denen oft Mindestlohn bezahlt wird, sind systemrelevant. Verkäuferinnen, Reinigungskräfte und Paketboten halten das Land gerade am Laufen und haben eine Anhebung ihres Stundenlohns mehr als verdient. An diesen Menschen die Corona-Einbrüche wieder hereinzusparen, wäre mehr als zynisch.“

Ein starker Mindestlohn könne im Gegenteil die Wirtschaft ankurbeln, ist sie überzeugt: „Nur wer hat, kann etwas ausgeben. Eine Anhebung des Mindestlohns stärkt im Endeffekt Kaufkraft und Binnennachfrage.“

bsc

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    30.03.2020

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