27. September 2018
SOZIALE GERECHTIGKEIT

Wohnungspolitik: Bezahlbar, barrierefrei, bedarfsgerecht

VdK fordert soziale Wohnungspolitik auch für die ältere Bevölkerung

Ältere, Familien und Menschen mit Behinderung sind von der angespannten Wohnungsmarktsituation besonders betroffen. Und selbst wenn bei Rentnern das Einkommen für die Miete gerade noch reicht, scheitert der Lebensabend im gewohnten Umfeld häufig am fehlenden barrierefreien Umbau.

Demo-Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Berlin. Eine Frau hält ein Schild hoch mit der Aufschrift
Wohnen ist ein existenzielles Grundrecht: Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Protest-Demo zum Wohngipfel am 21.9.2018 in Berlin | © imago/Christian Ditsch

35 Prozent ihres Einkommens müssen Rentnerinnen und Rentner in Ballungsräumen schon heute für die Miete aufbringen. Angesichts sinkender Renten und steigender Kosten dürfte der Einkommensanteil für Mieten weiter ansteigen und sich damit die Altersarmut verschärfen. Schon jetzt ist fast die Hälfte der 592.000 Wohngeldbezieher älter als 65 Jahre. Nur fünf Prozent aller Älteren leben in altersgerechten Wohnungen. Experten gehen von einem Bedarf von 2,7 Millionen Wohnungen für körperlich eingeschränkte Menschen aus.

Wohnraum muss bezahlbar und barrierefrei sein

„Die Fördermittel für sozialen Wohnungsbau müssen von der Bundesregierung nicht nur drastisch erhöht werden. Sie müssen mit Auflagen zum Um- und Neubau von barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum verbunden werden“, fordert VdK-Präsidentin Verena Bentele. Die von der Koalition zugesagten fünf Milliarden Euro bis 2021 reichen dafür bei Weitem nicht aus.

Mietpreisbremse verschärfen, Mieter besser schützen!

„Der Staat darf nicht aus seiner Verpflichtung entlassen werden, selbst zu bauen“, betont Bentele. Zudem müsse die Mietpreisbremse dringend verschärft und Mieter besser vor Eigenbedarfskündigungen geschützt werden. Für Verstöße muss es spürbare Strafen geben. „Wohnen ist ein existenzielles Grundrecht, es darf nicht dem freien Spiel des Marktes überlassen werden“, warnt Bentele.

Zum Thema

Kommentar von Verena Bentele im Handesblatt
Endlich hat die Politik die Wohnungsnot in deutschen Ballungsräumen erkannt. Jetzt muss sie auch handeln, fordert VdK-Präsidentin Verena Bentele in einer Gast-Kolumne im Handelsblatt. Beim Wohnungsbau sollte Deutschland sich Wien zum Vorbild nehmen.


Lesen und sehen Sie mehr:

STATEMENT
Verena Bentele, Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, am Rednerpult.
21.09.2018 - Es ist richtig, das Wohngeld für einkommensschwache Haushalte zu erhöhen. Aber wir brauchen darüber hinaus einen umfassenden Mieterschutz. | weiter
21.09.2018 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401
STATEMENT
Verena Bentele steht an einem Rednerpult und spricht ins Mikrofon. Hinter ihr erkennt man den VdK-Slogan "Soziale Spaltung stoppen!"
21.09.2018 - Explodierende Mieten, knapper Wohnraum - Wohnen ist eine der sozialen Fragen der Zeit. Wir meinen: Sie lösen kann man mit der bisherigen Wohnungspolitik nicht. | weiter
21.09.2018 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Wohnungsnot in Deutschland: Fakten & Forderungen des VdK

Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper, die Mieten explodieren. Auch auf dem Land sind bezahlbare Wohnungen rar. Unter der Wohnungsnot leidet die Mittelschicht, vor allem aber trifft sie Menschen mit wenig Geld. Wie er mit der Wohnungsnot und hohen Mieten umgeht, haben wir einen betroffenen Hartz-IV-Empfänger gefragt. Auch haben wir uns mit einem Juristen des VdK über die Wohnungsnot im ländlichen Raum unterhalten.

bsc

Schlagworte Wohnungspolitik | Barrierefreiheit | Behinderung | Mietenwahnsinn | sozialer Wohnungsbau | Wohnungsnot

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    Ob Rente, Gesundheit und Pflege, Teilhabe und Behinderung, Leben im Alter oder soziale Sicherung: Der Sozialverband VdK ist für seine Mitglieder ein kompetenter Ratgeber und Helfer in allen sozialrechtlichen Belangen. | weiter
  • Rente
    Der VdK will die Rente zukunftssicher machen und Altersarmut verhindern. Lesen Sie hier alles rund um die Themen Rente, Alterssicherung und unsere rentenpolitischen Forderungen. | weiter
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    Der VdK setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Lebensbereichen ein. Lesen Sie mehr zu Inklusion, Behindertenpolitik und Barrierefreiheit. | weiter
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    Wir finden: Die Situation Pflegebedürftiger und Pflegender muss sich dringend verbessern. Lesen Sie hier mehr zum Thema Pflegepolitik, pflegende Angehörige, häusliche Pflege und Pflegeleistungen. | weiter
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  • Frauen
    Frauen erhalten 49 Prozent weniger Einkommen und 53 Prozent weniger Rente als Männer. Der Sozialverband VdK setzt sich für mehr Gerechtigkeit für Frauen ein, kämpft für Gleichberechtigung und Gleichstellung. | weiter
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    Die neue Tagebuch-Kolumne der VdK-Präsidentin. Positiv und persönlich: Mit ihrer Kolumne 'Verenas Lichtblick' will sie Leserinnen und Lesern, auch in Zeiten von Corona, Hoffnung machen. | weiter
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Armut ist eine der größten sozialen Katastrophen im Land.

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Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
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Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
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