29. Januar 2018
SOZIALE GERECHTIGKEIT

Kommentar: Soziales Augenmaß

Das Ergebnis einer aktuellen Bertelsmann-Studie mag manche überraschen: Der soziale Zusammenhalt ist den Deutschen in ihrem Land sehr wichtig.

Das Portraitfoto zeigt VdK-Ehrenpräsidentin Ulrike Mascher
Ulrike Mascher | © Monika Keiler

68 Prozent der Bundesbürger fühlen sich in ihrer Region gut aufgehoben. Sie finden Vereine für ihre Interessen vor, kommunale Angebote, eine gute Nachbarschaft und ein lebendiges Gemeindeleben.

Soziale Kluft wächst

Alles gut in Deutschland? Leider nein. Trotz großer Wirtschaftskraft wächst die soziale Kluft und damit vielerorts die Angst vor Abstieg und Armut. Entweder ziehen sich die Menschen dann komplett ins Private zurück, oder sie werden anfällig für politische Extreme. In der Folge verebbt das rege Gemeinschaftsleben, und es wird grau statt bunt.

Gerade in wirtschaftlich schwächeren Regionen, in denen die Armutsquoten hoch sind, fallen die Bewertungen zur Solidarität erheblich schlechter aus. Das ist leicht zu erklären: Je verunsicherter ein Mensch ist, desto misstrauischer wird er. Wenn der soziale Abstieg droht, mag er eben nicht so recht an ein stabiles soziales Netz glauben.

Der soziale Zusammenhalt ist in Gefahr

Vor diesem Hintergrund überrascht ein weiteres Studienergebnis nicht allzu sehr: 75 Prozent der Befragten machen sich Sorgen über das Miteinander in Deutschland. Sie gaben an, dass sie den sozialen Zusammenhalt in unserem Land als gefährdet ansehen. Viele Menschen trauen offenbar den politisch Verantwortlichen nicht zu, für eine stabile Gesellschaft zu sorgen, in der jeder seinen Platz hat und in der für jeden gesorgt wird, wenn es nötig ist.

VdK: Wächter des Sozialstaats

Der Sozialverband VdK sieht sich als Wächter des Sozialstaats und ist damit so nötig wie nie. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Menschen das Vertrauen in die Demokratie verlieren. Ziel muss es sein, gleichwertige Lebensbedingungen in allen Regionen Deutschlands herzustellen. Soziale Gerechtigkeit muss als Leitlinie des politischen Handelns wieder sichtbar werden.

Es ist wichtig, dass es in Deutschland bald eine stabile Bundesregierung gibt, die sich auf solidarische Grundwerte besinnt. Deshalb lautet mein Appell: Koalitionsverhandlungen mit sozialem Augenmaß!

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Ulrike Mascher, Präsidentin Sozialverband VdK Deutschland

Schlagworte Koalitionsverhandlungen | sozialer Zusammenhalt | Sozialstaat | Demokratie

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Der VdK
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