12. Juni 2019
RENTENPOLITIK

Kommentar: Es wäre gerecht

von VdK-Präsidentin Verena Bentele

Seit dem 6. Mai stellt der Sozialverband VdK unbequeme Fragen zum deutschen Rentensystem. Die Resonanz ist großartig. Wir gehen in die Diskussion, weil wir nicht wollen, dass alles einfach so weiterläuft wie bisher.

Portraitfoto von VdK-Präsidentin Verena Bentele
© Thomas Rosenthal

Gerecht wäre, wenn das Rentensystem in Deutschland von allen Schultern getragen würde. Ungerecht ist, dass Menschen, die über die gesetzliche Rentenversicherung vorsorgen, im Alter deutlich schlechter gestellt sind als Beamtinnen und Beamte. Ein Beispiel: Bei einem Verdienst von 31 872 Euro im Jahr muss eine Angestellte 45 Jahre bis 67 arbeiten, um eine gesetzliche Rente von 1058 Euro zu erhalten. Eine Beamtin mit demselben Einkommen muss nur 40 Jahre bis 67 arbeiten und darf sich dann über eine Pension von 1902 Euro freuen. Das ist fast das Doppelte.

Die Frage, die ich mir stelle – und viele andere auch – lautet: Warum ist eine während des Arbeitslebens identisch honorierte Leistung am Ende nur die Hälfte wert? Das konnte mir noch niemand schlüssig beantworten.

Nein, wir führen hier keine Neiddebatte. Wir sprechen eine Wahrheit aus, die die meisten Menschen in Deutschland als Ungerechtigkeit empfinden. Wir gönnen jedem Staatsdiener seine Pension.

Doch seien Sie ehrlich: Andere hätten im Alter auch mehr verdient. Darum geht es: Die Gesellschaft darf sich nicht an der Frage spalten, ob die Leistung von Beamten oder von Angestellten im Alter mehr wert ist.

Leistung soll sich nach unseren Vorstellungen für alle Menschen gleichermaßen lohnen. Deshalb ist es uns ernst, dass alle Erwerbstätigen – Beamte, Selbstständige, Politiker und Angestellte – in dieselbe gesetzliche Altersvorsorge einzahlen. Das ist volkswirtschaftlich sinnvoll, gerecht und machbar.

Selbstverständlich darf keinem von jetzt auf gleich der Pensionsanspruch entzogen werden. Wer heute im Beamtenverhältnis steht, kann sich auf die Vorsorgezusage verlassen. Doch ab einem Stichtag könnte die Umstellung beginnen. Allmählich gehören dann alle in ein starkes gesetzliches Rentensystem. Das ist keine Utopie. Fangen wir doch einfach damit an.

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Schlagworte Sozialverband VdK | Verena Bentele | Kommentar | #Rentefüralle | Altersarmut | Gerechtigkeit | Erwerbstätigenversicherung

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