22. November 2019
PATIENTENVERSORGUNG

Kunden müssen lange auf Medikamente warten

Ob Schmerz- und Kreislaufmittel, Antibiotika oder Blutdrucksenker: Medikamente, die viele Menschen benötigen, sind bundesweit in Apotheken immer öfter nicht vorrätig. Einige Medikamente sind sogar monatelang nicht lieferbar. Das liegt nicht daran, dass die Apotheker nicht genug bestellen, sondern am globalen Markt.

Das Bild zeigt eine Packung mit Medikamenten.
Versorgung von Patienten: Lieferengpässe bei Arzneimitteln kommen immer öfter vor. | © Pixabay

Diese Lieferengpässe sind in den vergangenen Wochen gehäuft aufgetreten und ein großes Ärgernis für Patienten, aber auch für Apotheker. Laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat sich die Zahl der nicht verfügbaren Medikamente im vergangenen Jahr auf gut neun Millionen Packungen fast verdoppelt. Allein hochdosiertes rezeptpflichtiges Ibuprofen war demnach 2018 mehr als 1,6 Millionen Mal nicht verfügbar. „Es wird immer schwieriger, Ersatzmedikamente für ­Patienten zu finden“, sagt ABDA-­Vizepräsident Mathias Arnold.

Medikamente: Steigende Nachfrage

Ein Grund für diese schwierige Situation in deutschen Apotheken sei der globalisierte Markt. Viele Wirkstoffe werden inzwischen in Fernost hergestellt und dort zu Arzneimitteln verarbeitet. Außerdem gebe es nur einen Pool von Wirkstoffherstellern. „Daran bedient sich die ganze Welt“, so Arnold. Wenn technische Störungen bei der Produktion auftreten, hätte dies dann riesige Auswirkungen. Hinzu komme eine steigende Nachfrage an Medikamenten in den Entwicklungsländern. Die Produktion komme deshalb nicht immer nach.

Um Geld zu sparen, legen Arzneimittelhersteller kaum noch Vorräte an, sondern produzieren nur noch nach Bedarf. Und wenn die Produktion eines knappen Medikaments wieder anläuft, werden zunächst die Länder beliefert, in denen die Unternehmen die besten Preise am Markt erzielen.

Kampf gegen Lieferengpässe

Wenn ein bestimmtes Präparat nicht verfügbar ist, muss der Apotheker ein wirkstoffgleiches Medikament beschaffen oder mit dem Arzt wegen eines neuen Rezepts für einen anderen Wirkstoff in Kontakt treten. „In vielen Apotheken müssen Mitarbeiter inzwischen zehn Prozent der Arbeitszeit oder mehr dafür aufwenden, gegen Lieferengpässe anzukämpfen“, beschreibt der ABDA-Vizepräsident die Situation.

Generell dürfe kein Patient unversorgt bleiben. Es sei aber auch nicht so einfach, einen Patienten auf ein anderes Präparat umzustellen. Jede Umstellung sei schwierig und gefährde im Zweifel die Therapie. Denn nicht immer wirken die Ersatzpräparate genauso wie das gewohnte Mittel. Das kann vor allem für Betroffene, die viele verschiedene Medikamente einnehmen, zum Problem werden.

Die Ärzte stehen dieser Situation oft hilflos gegenüber und müssen versuchen, ihre Patienten mit Überbrückungstherapien zu behandeln.

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06.03.2019 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

ikl

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