Herzschwäche trifft viele

Atemnot und Abgeschlagenheit ernst nehmen: Bundesweite Herzwochen informieren im November über Ursachen, Symptome und Therapie

Das Bild zeigt Laub, das ein Herz legt.
© Unsplash

Die Deutsche Herzstiftung informiert in den bundesweiten Herzwochen „Das schwache Herz“ vom 1. bis zum 30. November über die Ursachen, Symptome und Therapie der Herzinsuffizienz. Die Herzschwäche ist keine eigenständige Erkrankung, vielmehr sind andere Herzkrankheiten daran beteiligt.

Häufigste Ursache einer Herzinsuffizienz sind die koronare Herzkrankheit (KHK) und Blut­hochdruck, die rund 70 Prozent der Herzschwäche-Fälle ausmachen. Für etwa 20 bis 30 Prozent der Herzschwäche-Fälle sind defekte Herzklappen, Vorhofflimmern, angeborene Herzfehler, entzündliche Herzmuskelerkrankungen (Myokarditis) oder Alkohol- und Drogenmissbrauch verantwortlich, heißt es bei der Herzstiftung.

Weniger Leistung

„Tückisch an der Herzschwäche ist, dass sie meistens mit Atemnot und einer Leistungsabnahme beginnt. Die Beschwerden können unspektakulär sein: Man schafft die Bergwanderung nicht mehr, oder beim Treppensteigen geht die Puste aus. Man ist müde, abgeschlagen und die Unterschenkel und Fußgelenke sind wie geschwollen, weil sich Flüssigkeit eingelagert hat“, berichtet Herzspezialist Professor Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Für Patienten und Ärzte lassen sich diese teils diffusen Leitsymptome nicht immer gleich dem Herzen zuordnen. Das birgt die Gefahr, dass ältere Personen ihre Beschwerden dem Alter zuschreiben und hinnehmen, anstatt zum Arzt zu gehen“, warnt der Kardiologe. Wer aber unter Atemnot leide, müsse sofort zum Arzt, um die Herzschwäche und ihre Ursachen zu behandeln.

Nicht nur das Herz selbst, auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln würden Schaden nehmen. Im fortgeschrittenen Stadium könne die Herzschwäche lebensbedrohlich bis hin zu Herzversagen oder plötzlichem Herztod werden. Bundesweit sind pro Jahr rund 465 000 Klinikaufnahmen wegen einer entgleisten Herzschwäche zu verzeichnen, rund 40 000 Menschen sterben daran.

Voigtländer: „Die konsequente, ärztlich abgestimmte Einnahme der Medikamente ist für den Behandlungserfolg ebenso wichtig wie die Therapie der Ursachen der Herzschwäche, wie Bluthochdruck, Diabetes, hohes Cholesterin, sowie Lebensstilmaßnahmen wie der Abbau von Übergewicht, der Verzicht aufs Rauchen und regelmäßige Bewegung.“

Ratgeber

Millionen von Menschen in Deutschland sind von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Für Patienten mit einer Herzschwäche und ihre Angehörigen bietet die Deutsche Herzstiftung den Ratgeber „Das schwache Herz“ an.

Der Ratgeber mit 180 Seiten kann bei der Herzstiftung per ­Telefon unter (0 69) 95 51 28-4 00 oder per E-Mail unter bestellung@­herzstiftung.de angefordert werden. Infos zu Herzschwäche und den Herzwochen mit Text, Bild und Video finden Sie außerdem im Internet unter www.herzstiftung.de/herzwochen2020

Petra J. Huschke

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    30.03.2020

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