Lärmpegel wie bei einem Rockkonzert

Hohe Lautstärken in Kliniken können negative Folgen für Patienten haben

Das Bild zeigt Hände in der Luft bei einem Rockkonzert
© Unsplash

Dass Lärm krank machen kann, ist bekannt. Demnach sollten laute Geräusche in einem Krankenhaus eigentlich tunlichst vermieden werden. Doch häufig ist das Gegenteil der Fall. Wie lassen sich hohe Lautstärken in Kliniken verhindern?

Besonders auf Intensivstationen sind Menschen dauerhaft einem hohen Lärmpegel ausgesetzt. Internationalen Untersuchungen zufolge sind Spitzenwerte von mehr als 90 Dezibel nach der Frequenzbewertungskurve A, kurz dB(A), in allen Fachrichtungen die Regel, kurzzeitig wurden sogar mehr als 105 dB(A) gemessen – ein mit der Lautstärke einer Motorsäge oder eines Rockkonzerts vergleichbarer Wert.

Eine dauerhafte Lärmbeschallung kann nicht nur den Heilungsprozess von Patienten verlangsamen, sondern auch Schlafstörungen und einen erhöhten Blutdruck hervorrufen. Darüber hinaus können sich dadurch vorhandene Herz-­Kreislauf-Erkrankungen verschlechtern. Und nicht zuletzt sorgt Lärm für zusätzlichen Stress beim Klinikpersonal und kann beispielsweise eine höhere Fehlerquote, Übermüdung oder gar einen Burn-out zur Folge haben.

Eine deutliche Lärmreduzierung versprechen sogenannte Adaptive ­Healing Rooms, die im Universitätsklinikum Münster und in der Berliner Charité bereits im Einsatz sind. Die neu gestalteten Intensivzimmer verfügen über ein intelligentes Alarmsystem, das überflüssige Geräusche verhindert. Medizinische Geräte verschwinden weitgehend hinter einer Wandvertäfelung. Eine spezielle Lichtsteuerung simuliert Sonnenlicht, wodurch ein verbesserter Tag-­Nacht-Rhythmus für Patientinnen und Patienten erreicht werden soll.

Derartige Patientenräume werden mutmaßlich nur privat Versicherten vorbehalten sein. Darüber hinaus sind die kostenintensiven Umbauten auch nicht für jedes Krankenhaus erschwinglich oder aus Platzgründen nicht möglich.

Doch die Lärmbelastung in Kliniken lässt sich auch anderweitig verringern, wie Entspannungs­expertin Ise Hirsch in der Fachzeitschrift „intensiv“ beschreibt. Zum Beispiel könnten Geräte abgeschaltet werden, wenn sie gerade nicht in Gebrauch sind. Pflegewagen sollten möglichst außerhalb des Patientenzimmers aufgefüllt werden. Nachts könnte man die Alarmlautstärke etwas herunterdrehen.

Zudem ist es ratsam, in den Zimmern die Anzahl der anwesenden Personen auf das Nötigste zu reduzieren, leise zu sprechen und eine Dauerberieselung durch Radio oder Fernsehen zu vermeiden. Auch das Anbringen einer Lärm­ampel, die bei einem erhöhten Schalldruckpegel von Grün auf Gelb oder Rot schaltet, kann hilfreich sein.

Mirko Besch

  • Sozialrecht
    Ob Rente, Gesundheit und Pflege, Teilhabe und Behinderung, Leben im Alter oder soziale Sicherung: Der Sozialverband VdK ist für seine Mitglieder ein kompetenter Ratgeber und Helfer in allen sozialrechtlichen Belangen. | weiter
  • Rente
    Der VdK will die Rente zukunftssicher machen und Altersarmut verhindern. Lesen Sie hier alles rund um die Themen Rente, Alterssicherung und unsere rentenpolitischen Forderungen. | weiter
  • Behinderung
    Der VdK setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Lebensbereichen ein. Lesen Sie mehr zu Inklusion, Behindertenpolitik und Barrierefreiheit. | weiter
  • Pflege
    Wir finden: Die Situation Pflegebedürftiger und Pflegender muss sich dringend verbessern. Lesen Sie hier mehr zum Thema Pflegepolitik, pflegende Angehörige, häusliche Pflege und Pflegeleistungen. | weiter
  • Gesundheit
    Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das an den Bedarfen der Menschen ausgerichtet ist. Lesen Sie mehr zu Gesundheitspolitik, Prävention, Gesundheitsleistungen, Hilfsmitteln und Versorgung. | weiter
  • Soziale Gerechtigkeit
    Rund 15,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht - das ist fast jeder Fünfte! Der Sozialverband VdK kämpft für soziale Gerechtigkeit und setzt sich gegen die fortschreitende soziale Spaltung ein. | weiter
  • Frauen
    Frauen erhalten 49 Prozent weniger Einkommen und 53 Prozent weniger Rente als Männer. Der Sozialverband VdK setzt sich für mehr Gerechtigkeit für Frauen ein, kämpft für Gleichberechtigung und Gleichstellung. | weiter
  • Familie
    Wir brauchen Verlässlichkeit für Familien. Der VdK setzt sich unter anderem für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, für familiengerechte Arbeitszeiten, den Ausbau der Kinderbetreuung und für ein Rückkehrrecht in Vollzeit. | weiter
  • Reha
    Krankheit, Unfall, Klinikaufenthalt: Die Rehabilitation setzt dort an, wo die Selbstbestimmung eines Menschen gefährdet ist. | weiter
  • Verena Benteles Lichtblicke
    Die neue Tagebuch-Kolumne der VdK-Präsidentin. Positiv und persönlich: Mit ihrer Kolumne 'Verenas Lichtblick' will sie Leserinnen und Lesern, auch in Zeiten von Corona, Hoffnung machen. | weiter
    30.03.2020

Zu hohe Kosten für Medikamente?

Wir sagen Ihnen, was Ihnen laut Sozialrecht zusteht und kämpfen für Ihr Recht. Bundesweit. Jetzt Beratung vereinbaren!

Der VdK
Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
Finden Sie mit der Beratungsstellen-Suche die nächste Rechtsberatungsstelle des Sozialverbands VdK - auch in Ihrer Nähe!
Der VdK
Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
Wir machen uns stark für soziale Gerechtigkeit. Wir vertreten Ihre sozialpolitischen Interessen und kämpfen für Ihre Rechte. Unsere Stärke: Unabhängigkeit und Neutralität.

Presse
Das Bild zeigt einen Bildschirm, auf dem Googlemail geöffnet ist
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.