26. September 2022
GESUNDHEIT

Kopf-Hals-Tumore früh erkennen

Experte rät bei unklaren Beschwerden, schnell zum Arzt zu gehen

Kopf-Hals-Tumore nehmen zu. Am häufigsten betroffen sind Rachen, Mundhöhle und Kehlkopf. Sie sind tückisch, weil sich Symptome von harmlosen Erkrankungen schwer unterscheiden lassen. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen. Die Regel lautet: spätestens nach drei Wochen zum Arzt, wenn Auffälligkeiten auftreten.

Symbolfoto: Eine Ärztin untersucht den Mundraum einer Frau, drückt die Zunge mit einem Spatel herunter
© IMAGO / Science Photo Library

Unter Kopf-Hals-Krebs versteht man alle Tumorerkrankungen, die im Bereich des Kopfes und Halses auftreten. Dazu gehört auch die Schilddrüse. Nicht mit eingerechnet werden Augen, das Gehirn, Ohren und die Speiseröhre. Mit rund fünf Prozent aller Krebs­erkrankungen zählen sie zu den häufigsten Krebsarten weltweit. Bei den meisten bösartigen Tumoren im Kopf-­Hals-Bereich handelt es sich um sogenannte Plattenepi­thelkarzinome, also Tumore, die von Oberflächenzellen ausgehen. Seltener sind Adenokarzinome, Tumore aus drüsenartigem Gewebe, die vor allem die Nase und Nasennebenhöhlen betreffen. Die Zahl der Neuerkrankungen im Kopf-Hals-Bereich nimmt stetig zu: In Deutschland wird sie derzeit auf etwa 17.000 pro Jahr geschätzt, mit steigender Tendenz.

Risikofaktoren für diese Tumore sind Tabak, Alkohol oder der Umgang mit Schadstoffen, die beruflich bedingt sein können. Darunter fallen Asbest, chrom- und nickelhaltige Farben und Lacke sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Doch auch die Verbreitung bestimmter Sub-Typen des Humanen Papilloma-Virus (HPV) stellt eine Gefahr dar. Das Virus kann die Haut und die Schleimhäute an verschiedenen Körperregionen angreifen. Vor allem hinter Tumoren des Rachens steckt Studien zufolge immer häufiger eine Virusinfektion mit HPV.

„Der Anteil der unter 40-Jährigen, bei denen Kopf-Hals-Krebs bisher selten war, wird immer größer“, sagt Professor Dr. Andreas Dietz, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Leipzig und Sprecher der Interdiszipli­nären Arbeitsgruppe Kopf-Hals-Tu­moren bei der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Schuld daran sei HPV Typ 16. Dieses werde mit Gebärmutterhalskrebs, aber auch mit Tumoren im Nasen- und Rachenbereich in Verbindung gebracht. Es gibt eine Impfung gegen HPV, besser bekannt als Gebärmutterhalskrebs-Impfung, die an Kinder ab neun Jahren gerichtet ist.

Symptome ernst nehmen

„Anzeichen für einen Tumor können relativ unspektakulär sein“, so der Experte. Professor Dietz rät bei folgenden Symptomen, die länger als drei Wochen andauern, zu einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie zu gehen:

  • Wunden im Mund oder der Zunge,
  • rote und/oder weiße Flecken im Mund,
  • hartnäckige Heiserkeit,
  • Halsschmerzen,
  • einseitig verstopfte Nase und/oder blutige Absonderungen,
  • schmerzhaftes oder erschwertes Schlucken,
  • Fremdkörpergefühl im Rachen oder Hals,
  • ein Kloßgefühl,
  • geräuschvolles oder schweres Atmen
  • sowie Ohrenschmerzen.

Wie bei anderen Krebsarten auch, ist es für die Heilungschancen günstiger, wenn der Tumor früh entdeckt wird. „Je kleiner der Tumor ist, umso weniger Umgebungsgewebe wird belastet und zerstört durch Operation beziehungsweise Bestrahlung. Eine frühe Diagnose kann Leben retten“, betont der Arzt. Leider würden Kopf-Hals-Tumore oft erst diagnostiziert, wenn sie sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Deshalb rät Dietz dazu, sich lieber einmal zu oft als zu wenig untersuchen zu lassen.

Bei Beschwerden klärt der Arzt – ein HNO-Arzt oder Kieferchi­rurg – zunächst eventuelle Risikofaktoren. Es folgt eine Untersuchung der einsehbaren Bereiche der Mundhöhle und des Rachens, auch durch Ertasten. Mittels Stirnlampe und einem kleinen abgewinkelten Spiegel oder mit einem Lupen-Endoskop kann der Arzt Teile der Nasenhöhle und des Ohres, tiefere Rachenbereiche und den Kehlkopf untersuchen. Da Tumore des Kehlkopfes oft schwer zugänglich sind, kann es notwendig sein, unter Narkose eine genauere Untersuchung mit einem Endoskop durchzuführen (Panendoskopie). Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) tragen zu einer genauen Diagnose bei.

Petra J. Huschke


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