15. März 2022
GESUNDHEIT

Kein gesundheitlicher Nutzen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung kritisiert High-Protein-Produkte

Die Regale in Supermärkten sind mittlerweile voll mit eiweißreichen, oft mit der Bezeichnung „High Protein“ versehenen Produkten. Zielgruppe sind vor allem Menschen, die abnehmen oder Muskeln aufbauen wollen. Doch wie sinnvoll sind derartige Lebensmittel?

Ein Mann trinkt einen Proteinshake.
© Canva

Für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind die mit „Protein“ beworbenen Produkte, die von Müsli über Pudding und Eis bis hin zu Linsenchips reichen, im Prinzip nutzlos. Zum einen habe der Großteil der Bevölkerung kein Problem mit der Proteinversorgung, zum anderen sei ein gesundheit­licher Nutzen durch die Extraportion auch nicht zu erwarten.

Muskeln aufzubauen oder Gewicht zu verlieren sei allein durch mehr Protein bei unveränderter Ernährung und Bewegung nicht möglich. Selbst Menschen, die aufgrund ihres Alters oder bei Leistungssport einen höheren Proteinbedarf haben, können diesen über herkömmliche proteinreiche Lebensmittel decken, so die DGE. Dazu zählen neben Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern vor allem Hülsenfrüchte. Auch Veganerinnen und Veganer seien mit pflanzlichen Proteinen aus gezielter Kombination von Getreide, Hülsenfrüchten und Kartoffeln gut versorgt. Vo­raussetzung ist eine ausreichende Energiezufuhr.

Überflüssig und oft teurer

„Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind High-Protein-Produkte überflüssig. Wer die Vielfalt herkömmlicher Lebensmittel nutzt, bekommt genug Protein und spart sich das Geld für die meist teureren Produkte“, sagt DGE-Sprecherin Antje Gahl. Lediglich einzelne Innovationen könnten sinnvoll sein, etwa Nudeln aus Linsen oder Erbsen für Menschen mit Zöliakie, also einer Glutenunverträglichkeit.

Für die Proteinzufuhr bei Erwachsenen sind etwa 0,8 Gramm pro Kilogramm Körper­gewicht pro Tag empfehlenswert. Bei einem 68 Kilogramm schweren Menschen sind das rund 54 Gramm Protein pro Tag. Die Menge steckt zum Beispiel in zwei Scheiben Vollkornbrot mit Erdnussmus (15 g Protein), 250 Gramm Ofenkartoffeln mit 150 Gramm Quark (25 g Protein) und 150 Gramm gegarten Linsen (14 g Protein).

Dagegen liefern High-Protein-­Produkte meist mehr Protein als nötig. Bei gesunden Erwachsenen schadet dies zwar nicht. Überflüssiges Protein baut der Körper ab, dabei entsteht Harnstoff, der mit dem Urin ausgeschieden wird. Deshalb ist ausreichendes Trinken bei hoher Proteinzufuhr wichtig. Bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion kann viel Protein allerdings problematisch sein und zu einer Verschlechterung führen.

Mirko Besch

Schlagworte Ernährung | Protein

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