16. Dezember 2020
GESUNDHEIT

Auch Arztmuffel sollten vorsorgen

Regelmäßige Gesundheits-Check-ups und Früherkennungsuntersuchungen können Männern das Leben verlängern

Viele Männer sind Arzt- und Vorsorgemuffel. Sie lassen sich oft erst dann untersuchen, wenn ihnen etwas wehtut. Dabei haben sie Anspruch auf regelmäßige Früh­erkennungsuntersuchungen, die einen wesentlichen Vorteil mit sich bringen können: Je früher eine schwere Erkrankung erkannt wird, desto besser sind deren Heilungschancen.

Die Grafik zeigt einen Mann, der sich an den unteren Rücken fasst und dabei schmerzerfüllt das Gesicht verzieht.
Männer sind häufig Vorsorgemuffel - das kann gefährlich sein, wenn ernste Erkrankungen zu spät erkannt werden.

Es gibt tückische Krebsarten und Erkrankungen, die relativ spät zu Symptomen führen und daher häufig erst im fortgeschrittenen Status entdeckt werden. Um Letzteres zu vermeiden, bieten die gesetzlichen Krankenkassen freiwillige, kostenlose Vor­sorge­untersuchungen und Gesund­heits-Check-ups an.

Die Check-ups beim Hausarzt dienen unter anderem der Früh­erkennung von Nieren- und Herz-­Kreislauf-Erkrankungen sowie von Diabetes mellitus. Männer können sich dieser ärztlichen Untersuchung zwischen 18 und 34 Jahren einmalig kostenlos unterziehen. Dabei wird die medizinische Vorgeschichte des Patienten besprochen, außerdem erfolgt eine körperliche Untersuchung und anschließend eine ärztliche Beratung über deren Ergebnis. Ab 35 Jahren bezahlt die Krankenkasse alle drei Jahre einen Check-up. Dieser be­inhaltet zusätzlich die Kontrolle der Blutfettwerte, des Blutzuckers und des Urins.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen geht es darum, Krebs­erkrankungen so früh wie möglich zu erkennen. Für Männer ab 35 übernimmt die Kasse alle zwei Jahre die Kosten für ein Hautkrebs-­Screening. Dieses wird häufig vom Hausarzt mit angeboten, kann aber natürlich ebenso von einem Dermatologen durchgeführt werden.

Ab einem Alter von 45 Jahren haben Männer Anspruch auf eine jährliche Untersuchung beim Urologen. Dieser tastet Pros­tata, äußere Genitalien und die Leistenlymphknoten ab. Entdeckt er dabei Auffälligkeiten, und gibt es somit einen konkreten Krebsverdacht, kann ein sogenannter PSA-Test – PSA steht für prosta­taspezifisches Antigen – durchgeführt werden. In diesem Fall übernimmt die Krankenkasse auch dafür die Kosten.

Zwischen 50 und 54 Jahren können Männer nun wählen, ob sie jährlich einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl vornehmen oder zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren durchführen lassen. Übrigens: Ist ein Stuhltest auffällig, wird eine Darmspiegelung zur Abklärung der Ursache empfohlen. Diese wird dann von der Krankenkasse bezahlt.

Über 55-Jährige, die bis dahin noch keine Darmspiegelung beansprucht haben, können – alternativ zur Darmspiegelung – alle zwei Jahre einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl wahrnehmen.

Seit Januar 2018 haben Männer ab 65 Jahren zudem die Möglichkeit, einmalig eine Ultraschall­untersuchung der Bauchschlagader vornehmen zu lassen, um ein potenzielles Bauchaortenaneurysma frühzeitig zu erkennen. Aneurysmen sind Ausbuchtungen an einem Gefäß, die reißen und dadurch zu einer lebensbedrohlichen Notfallsituation führen können.

Über die genannten Untersuchungen hi­naus kann jede Krankenkasse weitere Untersuchungen als freiwillige Leistungen vorsehen. Eine kurze Nachfrage bei der Versicherung kann sich somit durchaus lohnen.


VdK-TV: Bleib gesund, Mann! - Tipps für ein längeres Leben

Männer haben immer noch eine deutlich geringere Lebenserwartung als Frauen, können aber eine Menge dafür tun, um das zu ändern.

Schlagworte Vorsorge | Männer | Männergesundheit

  • Sozialrecht
    Ob Rente, Gesundheit und Pflege, Teilhabe und Behinderung, Leben im Alter oder soziale Sicherung: Der Sozialverband VdK ist für seine Mitglieder ein kompetenter Ratgeber und Helfer in allen sozialrechtlichen Belangen. | weiter
  • Rente
    Der VdK will die Rente zukunftssicher machen und Altersarmut verhindern. Lesen Sie hier alles rund um die Themen Rente, Alterssicherung und unsere rentenpolitischen Forderungen. | weiter
  • Behinderung
    Der VdK setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Lebensbereichen ein. Lesen Sie mehr zu Inklusion, Behindertenpolitik und Barrierefreiheit. | weiter
  • Pflege
    Wir finden: Die Situation Pflegebedürftiger und Pflegender muss sich dringend verbessern. Lesen Sie hier mehr zum Thema Pflegepolitik, pflegende Angehörige, häusliche Pflege und Pflegeleistungen. | weiter
  • Gesundheit
    Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das an den Bedarfen der Menschen ausgerichtet ist. Lesen Sie mehr zu Gesundheitspolitik, Prävention, Gesundheitsleistungen, Hilfsmitteln und Versorgung. | weiter
  • Soziale Gerechtigkeit
    Rund 15,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht - das ist fast jeder Fünfte! Der Sozialverband VdK kämpft für soziale Gerechtigkeit und setzt sich gegen die fortschreitende soziale Spaltung ein. | weiter
  • Frauen
    Frauen erhalten 49 Prozent weniger Einkommen und 53 Prozent weniger Rente als Männer. Der Sozialverband VdK setzt sich für mehr Gerechtigkeit für Frauen ein, kämpft für Gleichberechtigung und Gleichstellung. | weiter
  • Familie
    Wir brauchen Verlässlichkeit für Familien. Der VdK setzt sich unter anderem für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, für familiengerechte Arbeitszeiten, den Ausbau der Kinderbetreuung und für ein Rückkehrrecht in Vollzeit. | weiter
  • Reha
    Krankheit, Unfall, Klinikaufenthalt: Die Rehabilitation setzt dort an, wo die Selbstbestimmung eines Menschen gefährdet ist. | weiter
  • Verena Benteles Lichtblicke
    Die neue Tagebuch-Kolumne der VdK-Präsidentin. Positiv und persönlich: Mit ihrer Kolumne 'Verenas Lichtblick' will sie Leserinnen und Lesern, auch in Zeiten von Corona, Hoffnung machen. | weiter
    30.03.2020

Zu hohe Kosten für Medikamente?

Wir sagen Ihnen, was Ihnen laut Sozialrecht zusteht und kämpfen für Ihr Recht. Bundesweit. Jetzt Beratung vereinbaren!

Der VdK
Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
Finden Sie mit der Beratungsstellen-Suche die nächste Rechtsberatungsstelle des Sozialverbands VdK - auch in Ihrer Nähe!
Der VdK
Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
Wir machen uns stark für soziale Gerechtigkeit. Wir vertreten Ihre sozialpolitischen Interessen und kämpfen für Ihre Rechte. Unsere Stärke: Unabhängigkeit und Neutralität.

Presse
Das Bild zeigt einen Bildschirm, auf dem Googlemail geöffnet ist
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.