Nicht alles endet mit dem Tod

Manche Verträge gehen auf die Erben über und müssen extra gekündigt werden

Das Bild zeigt eine Hand, die ein welkes Blatt hält
© Unsplash

Wenn ein Mensch stirbt, gibt es für die Hinterbliebenen meist viele Dinge zu regeln. Dazu gehört auch, sich mit den bestehenden Verträgen und Abonnements auseinanderzusetzen, die die oder der Verstorbene zu Lebzeiten abgeschlossen hat. Denn längst nicht alle von ihnen enden mit dem Tod.

In der Regel werden nur höchstpersönliche Rechtsgeschäfte, deren Leistungen nur vom Vertragspartner selbst erbracht oder in Anspruch genommen werden können, automatisch beendet. Das sind beispielsweise Arbeitsverträge, Eheverträge, der Pflegevertrag mit einem ambulanten Pflegedienst oder Vereinsmitgliedschaften. Nichtsdestotrotz müssen die entsprechenden Personen, Unternehmen und Vereine natürlich über das Ableben informiert werden.

Sogenannte Dauerschuldverhältnisse hingegen, wie zum Beispiel verschiedene Versicherungen, Strom-, Gas- und Mietverträge, Zeitungsabonnements, Monatskarten für den öffentlichen Nahverkehr, Bankkonten, Mitgliedschaften im Fitnessstudio oder Internet-, Telefon- und Pay-TV-­Verträge, müssen gesondert gekündigt werden. Anderenfalls laufen die Verträge weiter und verursachen Kosten, die dann die Erbin oder der Erbe zu tragen hat.

Daher ist es zunächst ratsam, die bestehenden vertraglichen Verpflichtungen der oder des Verstorbenen genau zu prüfen und auf­zulisten. Die dazu notwendigen ­Informationen können zumeist mittels Sichtung der Kontoauszüge oder von Unterlagen aus der Erbschaft gewonnen werden.

Anschließend sollten nicht benötigte Verträge schriftlich gekündigt und die gegebenenfalls erteilte Einzugs­ermächtigung vorsorglich widerrufen werden. Meist muss die Vertragsbeendigung über eine ordentliche und fristgerechte Kündigung erfolgen, also rechtzeitig vor dem Ende der jeweiligen Laufzeit. Manche Verträge können aber auch ein Sonderkündigungsrecht beinhalten. Daher lohnt möglicherweise ein Blick in den Vertrag oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens. Auch eine telefonische Nachfrage kann nicht schaden, vielleicht lässt sich dabei ja eine außerordentliche Kündigung aushandeln.

Für Kündigungen werden in erster Linie die Sterbeurkunde der oder des Verstorbenen sowie ein Nachweis der Erbenstellung benötigt. Das kann ein Erbschein sein, aber auch ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag. Je nach Vertragsart können weitere Unterlagen notwendig sein. Dazu gehören beispielsweise der Personalausweis, die Geburts-, Heirats- und Scheidungsurkunde, der Mietvertrag, Versicherungsnummern und -verträge, die Krankenversichertenkarte und der Rentenbescheid. Diese sollten idealerweise schnellstmöglich gesammelt und vorsorglich für ihren möglichen Einsatz zusammen aufbewahrt werden.

Mirko Besch

  • Sozialrecht
    Ob Rente, Gesundheit und Pflege, Teilhabe und Behinderung, Leben im Alter oder soziale Sicherung: Der Sozialverband VdK ist für seine Mitglieder ein kompetenter Ratgeber und Helfer in allen sozialrechtlichen Belangen. | weiter
  • Rente
    Der VdK will die Rente zukunftssicher machen und Altersarmut verhindern. Lesen Sie hier alles rund um die Themen Rente, Alterssicherung und unsere rentenpolitischen Forderungen. | weiter
  • Behinderung
    Der VdK setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Lebensbereichen ein. Lesen Sie mehr zu Inklusion, Behindertenpolitik und Barrierefreiheit. | weiter
  • Pflege
    Wir finden: Die Situation Pflegebedürftiger und Pflegender muss sich dringend verbessern. Lesen Sie hier mehr zum Thema Pflegepolitik, pflegende Angehörige, häusliche Pflege und Pflegeleistungen. | weiter
  • Gesundheit
    Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das an den Bedarfen der Menschen ausgerichtet ist. Lesen Sie mehr zu Gesundheitspolitik, Prävention, Gesundheitsleistungen, Hilfsmitteln und Versorgung. | weiter
  • Soziale Gerechtigkeit
    Rund 15,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht - das ist fast jeder Fünfte! Der Sozialverband VdK kämpft für soziale Gerechtigkeit und setzt sich gegen die fortschreitende soziale Spaltung ein. | weiter
  • Frauen
    Frauen erhalten 49 Prozent weniger Einkommen und 53 Prozent weniger Rente als Männer. Der Sozialverband VdK setzt sich für mehr Gerechtigkeit für Frauen ein, kämpft für Gleichberechtigung und Gleichstellung. | weiter
  • Familie
    Wir brauchen Verlässlichkeit für Familien. Der VdK setzt sich unter anderem für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, für familiengerechte Arbeitszeiten, den Ausbau der Kinderbetreuung und für ein Rückkehrrecht in Vollzeit. | weiter
  • Reha
    Krankheit, Unfall, Klinikaufenthalt: Die Rehabilitation setzt dort an, wo die Selbstbestimmung eines Menschen gefährdet ist. | weiter
  • Verena Benteles Lichtblicke
    Die neue Tagebuch-Kolumne der VdK-Präsidentin. Positiv und persönlich: Mit ihrer Kolumne 'Verenas Lichtblick' will sie Leserinnen und Lesern, auch in Zeiten von Corona, Hoffnung machen. | weiter
    30.03.2020

Familien brauchen finanzielle Gewissheit.

Wir sagen Ihnen, was Ihnen laut Sozialrecht zusteht und kämpfen für Ihr Recht. Bundesweit. Jetzt Beratung vereinbaren!

Der VdK
Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
Finden Sie mit der Beratungsstellen-Suche die nächste Rechtsberatungsstelle des Sozialverbands VdK - auch in Ihrer Nähe!
Der VdK
Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
Wir machen uns stark für soziale Gerechtigkeit. Wir vertreten Ihre sozialpolitischen Interessen und kämpfen für Ihre Rechte. Unsere Stärke: Unabhängigkeit und Neutralität.

Presse
Das Bild zeigt einen Bildschirm, auf dem Googlemail geöffnet ist
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.