27. September 2021
BEHINDERUNG

Inklusion am Arbeitsplatz

VdK und Bundesnetzwerk wollen Schwerbehindertenvertretungen stärken

Das Bild zeigt das Podium: A. Adam, V. Bentele, W. Kothe, Prof. Welti
© VdK/Enge

Die Arbeit der Schwerbehindertenvertretungen in den Betrieben muss dringend gestärkt werden. Das fordert die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Verena Bentele: „Wir brauchen einen klar geregelten Anspruch auf tage- oder stundenweise Freistellung von Vertrauensleuten. Das gilt besonders auch in kleinen und mittleren Unternehmen.“

Wie Schwerbehindertenvertretungen gestärkt werden können, haben der Sozialverband VdK als langjähriger Interessenvertreter für schwerbehinderte Beschäftigte und das Bundesnetzwerk Schwerbehindertenvertretungen mit Schwerbehindertenvertretern in einem Workshop erarbeitet. Wissenschaftliche Unterstützung kam dabei von Professor Wolfhard Kohte und Professor Felix Welti. „Wir werden darauf dringen, dass unsere neun Kernforderungen in den nächsten Koalitionsvertrag aufgenommen und in der kommenden Legislaturperiode umgesetzt werden“, kündigten VdK-Präsidentin Verena Bentele und Alfons Adam, Initiator und Sprecher des Bundesnetzwerks, an.

Bentele forderte die Arbeitgeber auf, Vertrauenspersonen schwerbehinderter Beschäftigter frühzeitig bei geplanten Personalmaßnahmen wie Versetzungen und Aufhebungsverträge einzubeziehen: „Ohne die Beteiligung der Schwerbehindertenvertretungen müssen personelle Maßnahmen der Arbeitgeber, die Beschäftigte mit Behinderungen betreffen, künftig unwirksam sein.“

Auch sollen die Arbeitgeber bei langzeiterkrankten Beschäftigten verpflichtet werden, nach jeder beendeten medizinischen Rehabilitation das gesetzlich vorgeschriebene Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) anzubieten. Versprochene Verbesserungen hat der Gesetzgeber bisher nur unzureichend umgesetzt.
Fast 44 000 Unternehmen bundesweit beschäftigen trotz gesetzlicher Pflicht seit Jahren keinen einzigen schwerbehinderten Menschen. Damit erfüllt ein Viertel aller beschäftigungspflichtigen Unternehmen die gesetzliche Pflichtquote nicht. „Wir brauchen daher eine vierte Stufe der Ausgleichsabgabe für Arbeitgeber, die ihrer Beschäftigungspflicht nicht oder nur unzureichend (unter zwei Prozent) nachkommen“, forderte Alfons Adam.

„Auch 100 Jahre nach der gesetzlichen Verankerung der Interessenvertretung behinderter Arbeitnehmer und zwölf Jahre nach ­Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland ist die gleichberechtigte ­Teilhabe von Menschen mit Behinderung nicht erreicht. Schwerbehinderte Menschen stoßen auch im Arbeitsleben weiterhin auf viele Hürden und Barrieren. Das muss sich dringend ändern“, so VdK-Präsidentin Verena Bentele und der Sprecher des Bundesnetzwerks Alfons Adam.

Weitere Informationen: bundesnetzwerksbv.de

Sabine Kohls

Schlagworte Menschen mit Behinderung | Schwerbehindertenvertretung | Teilhabe | Arbeitsleben

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