Stoßlüften senkt die Ansteckungsgefahr

In geschlossenen Räumen steigt das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren

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Mit dem nahenden Winter steigt die Sorge, dass sich das Coronavirus wieder stärker ausbreitet. Häufiges und gründliches Lüften kann die Gefahr senken, sich mit dem Virus anzustecken.

Nach derzeitigem Wissensstand wird das Coronavirus nicht nur durch Tröpfchen übertragen, die beispielsweise beim Niesen entstehen, sondern auch durch Aerosole. Diese winzig kleinen Partikel werden etwa beim Atmen, Sprechen oder Singen ausgestoßen. Die Schwebeteilchen bleiben – im Gegensatz zu den schwereren Tröpfchen – in der Luft hängen und tragen so zur Ausbreitung des Virus bei. Sie können sogar weiter fliegen als die empfohlenen eineinhalb bis zwei Meter Mindestabstand.

Forscher raten daher, öfter und vor allem längere Zeit zu lüften. Beim Stoßlüften wird die komplette Raumluft ausgetauscht. Wichtig ist, dass es einen Durchzug gibt. Dabei wird die gebrauchte Luft durch frische ersetzt.

In der „SARS-CoV-2­-Arbeits­schutz­regel“, die das Bundesarbeitsministerium herausgegeben hat, wird empfohlen, Büroräume nach 60 Minuten sowie Besprechungsräume nach 20 Minuten Aufenthalt möglichst drei bis zehn Minuten lang zu lüften. Vor und nach jeder Besprechung sollten die Fenster aufgemacht werden, bei längeren Terminen auch mal zwischendurch. Beim Lüften kommt es nicht nur auf die Dauer an, sondern auch auf die Regelmäßigkeit.

Wenig hilfreich hingegen sind Ventilatoren, Heizlüfter oder mobile Klimaanlagen. Sie verwenden keine Außenluft, sondern tragen lediglich dazu bei, dass die Luft im Raum umgewälzt wird. Schlimmstenfalls werden die Aerosole dadurch besser im Raum verteilt.

50 Prozent Luftfeuchtigkeit

Ebenfalls eine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielt die Luftfeuchtigkeit. Diese ist in beheizten Räumen oft sehr niedrig. Dadurch trocknen die Schleimhäute in Mund und Nase aus und werden anfälliger für Viren und Bakterien. Eine niedrige Luftfeuchtigkeit scheint zudem die Überlebensdauer des Coronavirus zu verlängern.

Die optimale Luftfeuchtigkeit, um die Verbreitung zu erschweren, liegt bei etwa 50 Prozent. Werden 60 Prozent langfristig überschritten, kann Schimmel entstehen. Um das Raumklima besser einzuschätzen, kann ein Hygrometer hilfreich sein.

Intensives Lüften allein reicht nicht aus, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Durch den Luft­austausch wird lediglich die Gefahr einer indirekten Infektion durch Aerosole vermindert. Die direkte Ansteckung durch Husten oder Sprechen ist weiterhin möglich. Deshalb ist es nach wie vor wichtig, auch auf den Abstand zu achten sowie Mund-Nasen-­Bedeckungen zu tragen.

Annette Liebmann

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