11. Dezember 2020
VdK-ZEITUNG

Piraten, Pinguine und Schwertschlucker

Es gibt eine Menge kurioser Gedenktage, die man feiern kann – ein heiterer Streifzug durchs Jahr

Kein Anlass ist zu außergewöhnlich, um nicht mit einem eigenen Tag gefeiert zu werden. Es gibt Gedenktage mit ernsthaftem Hintergrund, aber auch kuriose, banale oder richtig verrückte, von denen kaum ein Mensch weiß, woher sie stammen. Die Redakteurinnen und Redakteure der VdK-Zeitungstellen ihren Lieblingstag vor.

Das Foto zeigt jemanden, der eine Piratenfigur von Playmobil in der Hand hält.
Aaargh! Am 19. September ist „Sprich-wie-ein-Pirat-Tag“. | © unsplash.com

Fluchen erwünscht

Manche Gedenktage haben Spaßvögel erfunden. Beim Klabautermann, die US-Amerikaner John Baur und Mark Summers gehören dazu! 1995 haben sie den „Sprich-wie-ein-Pirat-Tag“ („International Talk Like a Pirate Day“) ins Leben gerufen und erinnern jedes Jahr am 19. September an das goldene Zeitalter der Piraten. Schon als Kind war ich Landratte fasziniert von Seeräubern. Ich habe mit Legosteinen Piratenschiffe gebaut und mir beim Einschlafen abenteuerliche Geschichten ausgedacht.

Besonders gefallen hat mir, dass nicht nur bärtige Männer mit Holzbein und Augenklappe tollkühn und verwegen sein durften, sondern dass es auch zahlreiche Piratinnen gab, die ihren männlichen Kollegen in nichts nachstanden. Zum Beispiel Jacquotte Delahaye, die im 17. Jahrhundert die Karibik unsicher machte. Sie war die Anführerin von Hunderten Piraten und erklärte 1656 eine von ihr eroberte karibische Insel zur „Freibeuter-Republik“. Oder Anne Bonny und Mary Read, die ihr Schiff auch dann noch tapfer verteidigten, als sich der Rest der (männlichen) Besatzung betrunken unter Deck versteckte.

Grund genug, um das einmal jährlich zu feiern und sich einen hinter die Augenklappe zu kippen! Fluchen ist ausdrücklich erwünscht! Leinen los und ran an die Kanonen! Arrgh! ali

Musik, Musik, Musik

Früher wurde bei uns zu Hause immer viel musiziert, denn ich stamme aus einer Familie von Berufsmusikern: Vater Opern- und Konzertsänger, Mutter Geigerin und Geigenlehrerin (die schiefen Töne der Anfängerinnen und Anfänger habe ich immer noch im Ohr), Bruder Hornist. Somit passen der Tag der Musik (20. Juni), der Tag der selbst gemachten Musik (21. Juni), der Weltmusiktag (1. Oktober) und der Tag der Hausmusik (22. November) ganz gut zu mir – auch wenn ich als Redakteur heute quasi das schwarze Schaf der Familie bin. Wobei die Voraussetzungen für eine Musikerkarriere durchaus gegeben waren. Ich durfte während meiner Kindheit und Jugendzeit verschiedene Ins­trumente ausprobieren und erlernen, habe es jedoch mit keinem davon zur Berufsreife gebracht.

Angefangen mit Blockflöte zum Notenlernen – somit beanspruche ich auch den 10. Januar (Blockflötentag) für mich –, zwei Jahre Klavier, zwei Jahre Trompete, ein halbes Jahr Saxofon, ehe ich eine längerfristige Verbindung zur Klarinette eingegangen bin, da man in unserem Schulorchester für dieses Instrument eine bessere Verwendung hatte. Highlight war mit 18 Jahren ein Solokonzert in unserer Stadthalle – das Concertino für Klarinette und Orchester von Carl Maria von Weber. Danach bin ich allerdings – nicht falsch, sondern einfach – in eine andere Richtung abgebogen, weil mir bewusst (gemacht) wurde, dass nur Übung den Meister macht. Soll heißen: Wer Klarinette studieren und professionell spielen möchte, sollte sechs Stunden und mehr am Tag üben. Da habe ich dann gesagt: „Toll! Aber nein danke.“ mib

Goldige Frackträger

Pinguine sind ja soooo goldig. Jedesmal, wenn ich einen (im Zoo oder im Fernsehen) sehe, bin ich entzückt. Es ist ebenso rührend wie lustig, wie diese Vögel unbeholfen über Felsen klettern, auf Glatteis ausrutschen und tapfer weiterschlittern. Dann eben auf dem Bauch. Unermüdlich vorwärts. Dieses tollpatschige Watscheln macht den Südpol-Bewohnern so schnell keiner nach. Doch Moment! Ein Spaßvogel hat es im Nachahmen zu großer Berühmtheit gebracht: Charlie Chaplin. Perfekt zum Pinguin-Gang des begnadeten britischen Stummfilm-­Schauspielers passten sein weißes Hemd und der schwarze Anzug. Der Frack heißt nicht von ungefähr „Pinguin“. Und am 20. Januar, am Ehrentag der Pinguine, dürfen Mann und Frau hi­neinschlüpfen.
Außerdem haben Pinguine einen Welt-Gedenktag bekommen: den 25. April. Genau an diesem Tag kehren die Adéliepinguine von ihrer großen Reise zurück in ihre Brutkolonie. ant

Knuddel mal wieder

Haben Sie schon mal Erwachsene ungehemmt knuddeln sehen? Selten, oder? Für die meisten Kinder geht es nicht ohne, und selbst Tiere tun es. Elefanten streicheln sich gegenseitig den Rüssel, Bonobo-Kinder nehmen sich zum Trost in den Arm, und Erdmännchen kuscheln, um sich zu wärmen. Bei uns zu Hause ist es so: Nichts ist schöner, als wenn unsere Tochter auf meinem Schoß sitzt und wir aneinandergeschmiegt einen tollen Film sehen oder zusammen über das Bett kugeln. Ich bin sicher: Knuddeln macht glücklich. Und ist gesund. Dazu gibt es sogar Studien. Es tut einfach gut. Probieren Sie’s mal. Am besten im eigenen Haushalt. Dann wahren Sie die Abstandsregeln und sind auf der sicheren Seite.

Ach ja: Weltknuddeltag ist am 21. Januar, genau zwischen Weihnachten und Valentinstag. ken

Frostiger Spaß

Der coolste Tag des Jahres ist am 18. Januar: der Welttag des Schneemanns. Ich gebe zu, meine Exemplare sind mehr durch die Accessoires wie Hut, Knöpfe und Rübe aufgefallen als durch schöne kugelige Formen, da das mit dem Rollen nicht immer so einfach ist. Meistens sind meine Schneemänner nicht sehr stattlich geworden, eher putzig und klein. Jedenfalls haben sie mir immer Freude bereitet. Heuer feiert dieser Welttag sein Zehnjähriges, denn seit 2010 gibt es ihn. Übrigens: Der Deutsche Cornelius Grätz hat ihn erfunden. Da könnte ich mir zum Jubiläum doch vornehmen, diesmal zum ersten Mal – auch in den Augen anderer – ein besonders schönes Exemplar zu bauen. Sogar mit Schal und Stock. Eines ist sicher: Ein Schneemann gehört mit zum Schönsten am Winter. Da werden mir nicht nur Kinder recht geben. pet

Nicht nachmachen!

Nein, ich möchte das nicht ausprobieren. Aber ja, ich mag verrückte Leute, die unmögliche Sachen anstellen. An jedem letzten Samstag im Februar, 2021 also am 27. Februar, feiern sich die Schwertschlucker der Welt. Nach Angaben ihrer Dachorganisation, der Sword Swallowers Association International (SSAI), die diesen Gedenktag ins Leben gerufen hat, gibt es weltweit nur ein paar Dutzend Menschen, die diese 4000 Jahre alte Kunst ernsthaft beherrschen. Dieser Gedenktag, an dem einige Shows stattfinden, soll auch den Nachwuchs animieren, sich eine mindestens 38 Zentimeter lange und zwei Zentimeter breite Stahlklinge mit viel Mut und Konzentration in den Hals bis in den Magen zu stecken. Ich kann schon beim Zuschauen den Würgereflex nicht unterdrücken. Unfälle beim Schwertschlucken gibt es angeblich wenig, obwohl nie geschummelt wird. Das geht gegen die Künstlerehre und wird mit Röntgen­aufnahmen bewiesen.

Guinness-Rekordinhaber Franz Huber aus dem oberbayerischen Garching an der Alz kann mit geschlucktem Schwert Liegestütz machen. Huber übt die Kunst auch kopfüber aus und schluckt mehrere oder krumme Exemplare. Dabei ist er recht bodenständig: Er spielt in der örtlichen Blaskapelle, kegelt gerne und bestreitet seinen Lebensunterhalt als Elektriker. bsc

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Das Bild zeigt einen Kalender, in dem ein Samstag, der 18., rot umkringelt ist.
Es gibt eine Unmenge an Gedenktagen, meist sind es gleich mehrere an einem Tag. Jahrestag, Welttag, Aktionstag – sie auseinanderzuhalten, ist nicht ganz einfach. | weiter
11.12.2020 | Annette Liebmann

Schlagworte Gedenktage | Feiertage | Welttage | Kalender | Kurioses

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