15. März 2022
VdK-Zeitung

Nicht alles, was defekt ist, muss auf den Müll

Nachhaltig und ökologisch – gesetzlicher Anpruch auf Reparatur kommt

Eine kaputte Waschmaschine.
© Canva/ Jovanmandic

Eigentlich ist die Waschmaschine doch noch nicht alt – und teuer war sie auch. Jetzt ist sie defekt. Reparieren oder neu kaufen? Was ist günstiger, was ökologischer? Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) will die Nachhaltigkeit von Haushaltsgeräten und Elek­tronikprodukten deutlich verbessern und macht daher Druck bei der Regierung.

Bereits seit März 2021 gilt in der EU eine Richtlinie, die zum Ziel hat, den riesigen Berg an Elektroschrott zu reduzieren. Allein im Jahr 2018 wurden rund 853 000 Geräte entsorgt, so das Statistische Bundesamt.

Die Devise lautet „Reparieren statt Wegwerfen“. „Das hätten wir gerne innerhalb der ersten hundert Tage auf den Weg gebracht“, sagte Verbandschef Klaus Müller der Deutschen Presseagentur im Hinblick auf die neue Regierung. Doch bisher ist das Recht auf Reparatur in Deutschland noch nicht umgesetzt, und ob das bis zum 22. März klappt, dürfte fraglich sein.

Einerseits wollen sich Verbraucher umwelt- und klimabewusst verhalten, andererseits werden sie dabei von Herstellern oft ausgebremst. Selbst kleinste Reparaturen scheitern an Spezialschrauben, die sich mit keinem herkömmlichen Schraubendreher lösen lassen. Plastikteile sind so verklebt, dass sich das Gerät nicht öffnen lässt.

Es ist mehr als ärgerlich, wenn der Geschirrspüler noch tipptopp läuft, aber die Geschirrkörbe anfangen zu rosten, oder eine Dichtung nicht mehr hundertprozentig schließt. Austausch und Ersatz wären ein Leichtes. Doch oft gibt es keine Ersatzprodukte mehr, sodass sich Verbraucher zähneknirschend fürs Wegwerfen und Neukaufen entscheiden.

„Ein ‚Recht auf Reparatur‘ muss sicherstellen, dass Hersteller ihre Produkte so designen, dass sie reparaturfähig sind, dass Ersatzteile und Reparaturanleitungen zur Verfügung stehen und sich Reparaturkosten für Verbraucher in einem ökonomisch sinnvollen Rahmen bewegen“, fordert der vzbv. Die EU-Ökodesign-Richtlinie sieht vor, dass Hersteller Ersatzteile künftig sieben bis zehn Jahre auf Lager haben müssen und Reparaturen mit normalen Werkzeugen ausgeführt werden können. Der vzbv will, dass die Richtlinie auf Büro- und Haushaltsmöbel, Kleidung und Produkte der Mikromobilität sowie E-Bikes ausgeweitet wird.

Sabine Kohls

Schlagworte nachhaltig | Elektronik | Reparatur | Reparaturkosten

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