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Zugang zum Gesundheitssystem für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung verbessern

Von: Maria Wimmer

Menschen mit geistigen Einschränkungen haben oft eine schlechtere Gesundheit als die Allgemeinbevölkerung. Wie Gesundheitsversorgung inklusiver werden kann, diskutierten Expertinnen und Experten am Rande der Special Olympics im Saarland.

Eine Frau erklärt einem Athleten bei den Special Olympics etwas zur Zahnpflege im Rahmen des Programms Healthy Athletes, vor ihr steht ein großes Plastikgebiss, an dem sie mit einer Zahnbürste die richtige Putztechnik demonstriert
Etwa ein Drittel der Athletinnen und Athleten bei den Special Olympics benötigen eine zahnärztliche Behandlung – das zeigen Auswertungen des Gesundheitsprogramms Healthy Athletes. © SOD / Sascha Klahn

Zahlreiche gesundheitliche Probleme

Grundlage sind die Auswertungen des Gesundheitsprogramms Externer Link:Healthy Athletes, das der SOD bei den Wettbewerben seit dem Jahr 2004 anbietet. Die mehr als 60.000 Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit geistiger Beeinträchtigung im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung häufig einen schlechteren Gesundheitszustand haben. 

Demnach ist ein Drittel der untersuchten Sportlerinnen und Sportler stark übergewichtig und benötigt eine physiotherapeutische Behandlung. Bei bis zu zwei Drittel treten Hörminderungen auf. Etwa ein Drittel braucht eine zahnärztliche Behandlung, bis zu 60 Prozent eine neue Brille. Vier Fünftel haben Haut- und Nagelveränderungen an den Füßen, was auf nicht passendes Schuhwerk schließen lässt. 

Die untersuchten Personen sind in der Regel besser betreut und gehören zu den acht Prozent der Menschen mit geistiger Behinderung, die Sport treiben, sodass die gesundheitliche Lage insgesamt wohl noch gravierender ist.

Fehlende Daten und mangelnde Vorbereitung

Als eines der Hauptprobleme skizzierten die Diskussionsteilnehmenden eine fehlende Datenlage, sowie eine unzureichende Vorbereitung angehender Ärztinnen und Ärzte auf die Behandlung von Menschen mit Behinderungen. Externer Link:Inklusive Medizin müsse verbindlich im Studium verankert werden, forderte Professorin Tanja Sappok, Inhaberin des deutschlandweit ersten Externer Link:Lehrstuhls für „Medizin für Menschen mit Behinderung“ an der Universität Bielefeld. 

Der gleiche Zugang zur Gesundheitsversorgung ist ein fundamentales Recht und der Staat habe die Aufgabe, dieses zu gewährleisten, unterstrich der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Jürgen Dusel. „Vor 17 Jahren hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Menschen mit Behinderung müssen ihre Rechte endlich real einlösen können.“ Da noch 70 Prozent der Arztpraxen nicht barrierefrei seien, brauche es gesetzliche Regelungen, so Dusel.

Entscheidend: Verstehen, was der Arzt sagt

Verstehen, was der Arzt sagt – das ist einer der größten Wünsche von Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen. Doch hier gibt es erheblichen Handlungsbedarf beim medizinischen Personal, sagte Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland (SOD) bei einer Gesprächsrunde zur inklusiven Gesundheitsversorgung für Menschen mit geistiger Behinderung in Saarbrücken. 

Mit der Veranstaltung am Rande der nationalen Spiele der Special Olympics im Saarland wollte der SOD auf die gravierende medizinische Unterversorgung hinweisen. 

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