
Finger weg vom Elterngeld
Überlegungen der Bundesfamilienministerin, das Elterngeld zu kürzen, lehnt der Sozialverband VdK entschieden ab. Das wäre sozialpolitisch ein fatales Signal.

Elterngeld-Kürzung ist rote Linie
Das Bundesfamilienministerium prüft laut Berichten im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für das Jahr 2027 Einsparungen von rund 540 Millionen Euro. Auch familienpolitische Leistungen stehen offenbar zur Disposition.
Der VdK warnt vor Kürzungen beim Elterngeld. Für den Verband ist klar, welche roten Linien nicht überschritten werden dürfen: Weder darf der Bezugszeitraum von derzeit 14 Monaten verkürzt noch der Bezugssatz von 65 Prozent des Nettoeinkommens gesenkt werden. Auch Zuschläge für Geringverdienende sowie Mehrlings- und Geschwisterboni dürfen weder gekürzt noch gestrichen werden.
VdK lehnt Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss ab
Besorgniserregend ist aus Sicht des VdK, dass auch Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende diskutiert werden. Diese wichtige Leistung wurde erst im Jahr 2017 allen Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern zugänglich gemacht. Eine Zurücknahme ist nicht hinnehmbar.
Gerade Alleinerziehende, Familien mit geringem Einkommen, Familien mit Kindern mit Behinderung sowie Familien mit Frühgeborenen sind in dieser Lebensphase auf verlässliche Unterstützung angewiesen. Sie würden von pauschalen Kürzungen besonders hart getroffen.
Soziale Ungleichheit wächst
„Die soziale Ungleichheit zwischen Familien wächst ohnehin. Sparmaßnahmen, die vor allem Kinder aus Familien mit wenig Geld treffen, sind nicht akzeptabel“
, macht VdK-Präsidentin Verena Bentele deutlich. „Der Koalitionsvertrag sieht vor, das Elterngeld zu stärken. Dieses Versprechen muss eingehalten werden.“
Der VdK fordert, Alleinerziehende, Familien mit Kindern mit Behinderung und Frühgeborenen sowie Familien mit geringem Einkommen gezielt zu unterstützen. „Auf deren Kosten zu sparen wäre falsch, es würde die Chancen auf Bildung und Teilhabe von Kindern noch weiter einschränken.“
