
VdK kritisiert Tankrabatt: Entlastungen versickern zu oft bei globalen Konzernen
- Bentele: „Unterste Einkommensgruppen profitieren selten“
- Verband fordert sozial gestaffelte Direktzahlungen und faire Anpassung der Grundsicherung
Die geplante Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um rund 17 Cent pro Liter wird als Entlastung für Verbraucherinnen und Verbraucher verkauft. Doch aus Sicht des Sozialverbands VdK ist völlig unklar, ob diese Entlastung tatsächlich dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Die Erfahrungen mit dem Tankrabatt im Jahr 2022 zeigen deutlich: Eine verlässliche Weitergabe an die Menschen ist nicht sicher. Gleichzeitig sehen wir, dass in der Energiekrise Ölkonzerne Milliardengewinne machen, während viele Menschen jeden Euro zweimal umdrehen müssen.
Entlastungen versickern zu oft bei globalen Konzernen, statt gezielt bei denjenigen anzukommen, die wirklich Unterstützung brauchen. VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Besonders betroffen sind Menschen mit geringen Einkommen, Ältere, Menschen mit Behinderung sowie diejenigen, die oft auf das Auto angewiesen sind für Arztbesuche, Dialysetermine oder Einkäufe – etwa im ländlichen Raum, wo Alternativen häufig fehlen und Wege länger sind. Für sie sind steigende Preise eine tägliche Belastung.“
Dazu kommt: Der Tankrabatt erreicht ausschließlich Autofahrerinnen und Autofahrer, obwohl die Preissteigerungen beispielsweise auch bei Lebensmitteln spürbar sind. Gleichzeitig nutzen die untersten Einkommensgruppen oft gar kein Auto. Sie werden von den geplanten Maßnahmen nicht entlastet.
Der Sozialverband VdK fordert deshalb einen klaren Kurswechsel. Statt pauschaler Maßnahmen braucht es zielgenaue und verlässliche Entlastungen, die spürbar bei den Menschen ankommen. Dazu gehören sozial gestaffelte Direktzahlungen, eine faire Anpassung der Grundsicherung sowie eine zielgenaue Unterstützung ärmerer Menschen angesichts steigender Lebenshaltungskosten.
Der Tankrabatt für zwei Monate wird den Bund mindestens genauso viel kosten wie das Deutschlandticket für das gesamte Jahr 2026. Auch ein bezahlbarer und verlässlicher öffentlicher Nahverkehr – etwa durch ein dauerhaft günstiges Deutschlandticket sowie ein bundesweites Sozialticket– könnte eine echte Entlastung schaffen, weil er kurzfristig den Kraftstoffverbrauch reduziert und langfristig Zugang zu klimafreundlicher Mobilität ermöglicht.
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