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VdK fordert Entlastung bei CO₂-Bepreisung: Menschen mit geringem Einkommen stärker belastet

  • Klimaschutz darf nicht zur Armutsfalle werden
  • Gezielte Förderung für einen Umstieg auf klimafreundliche Technologien notwendig

Ab dem 1. Januar 2026 wird in Deutschland ein CO₂‑Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO₂ eingeführt. Diese Neuerung betrifft unmittelbar die Verbraucherpreise bei Kraftstoff, Heizenergie und den damit verbundenen Dienstleistungen. Insbesondere die Kosten für Tanken sowie Heizen werden spürbar steigen, da fossile Energieträger künftig mit einem höheren CO₂‑Preis belastet werden. Auch die Müllgebühren werden teurer, weil die CO₂‑Bepreisung auf die Verbrennung von Abfällen durchschlägt. VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert die Folgen für Menschen mit geringen Einkommen:

„Während Haushalte mit höheren Einkommen die steigenden CO₂‑Preise vergleichsweise leichter tragen oder durch Umstieg auf klimafreundliche Alternativen kompensieren können, trifft die Belastung kleine Einkommen deutlich härter. Gerade Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen verfügen häufig nicht über die nötigen Mittel, um beispielsweise auf eine energieeffiziente Wärmepumpe oder ein E-Auto umzusteigen. Unsere Mitglieder spiegeln uns das regelmäßig wider. Für sie ist eine langfristige Bindung an fossile Energiequellen und -technologien ohne gute Unterstützung, zum Beispiel beim Heizungsumbau, ohne Alternative.

In der vergangenen Legislatur wurde ein sogenanntes Klimageld als Kompensation für Bürgerinnen und Bürger angekündigt. Im aktuellen Koalitionsvertrag ist eine solche direkte Entlastung nicht mehr vorgesehen und wird von der Bundesregierung auch nicht weiterverfolgt. Stattdessen beruft man sich auf Maßnahmen wie die Stromsteuersenkung – die jedoch weitgehend produzierende Gewerbe, Land‑ und Forstwirtschaft entlastet – oder die Finanzierung der Gasspeicherumlage. Von diesen Effekten profitieren viele private Haushalte kaum.

Der VdK fordert ein sozial gerechtes Klimapaket, damit der Klimaschutz nicht vor allem Menschen mit wenig und mittlerem Einkommen belastet. Dazu gehört eine gezielte Förderung von E-Mobilität, die untere Einkommensgruppen beim Umstieg auf E-Autos durch eine Kaufprämie oder Social-Leasing-Modelle unterstützt. Die aktuell vorliegenden Entwürfe gehen für eine gezielte Unterstützung von Menschen mit geringen Einkommen nicht weit genug. Gleichzeitig ist die Automobilindustrie gefragt: Anstatt sich weiter mit dem Bau von Verbrennern zu beschäftigen, sollte sie bezahlbare Modelle im unteren Preissegment endlich in die Fläche bringen und damit E-Mobilität für die Breite der Gesellschaft ermöglichen.  

Zudem braucht es einen barrierefreien und zuverlässigen öffentlichen Nahverkehr, ein preisstabiles Deutschlandticket sowie ein bundesweites Sozialticket für soziale Teilhabe und als echte Alternative zum eigenen Auto. 

Auch beim Wohnen sollten die Ausgaben für Energie gesenkt werden. Dies geht am besten durch eine sozial gestaffelte Förderung für die Sanierung von Gebäuden oder den Ausbau von Wärmenetzen in den Kommunen. Um die Mehrkosten durch die CO₂‑Bepreisung für finanziell stark belastete Haushalte zu verringern, fordern wir die Wiederaufnahme der Überlegungen für ein sozial gestaffeltes Klimageldes. Dieses sollte als direkte finanzielle Entlastung an Haushalte mit niedrigem Einkommen ausgezahlt werden, die sonst unverhältnismäßig stark durch steigende Energiepreise belastet werden.“

Pressekontakt

Das Portraitfoto zeigt Julia Frediani.

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