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Bentele: „Die DGB-Kommission zeigt: Eine Rentenreform geht noch gerechter“

  • Sozialverband VdK ermahnt Bundesregierung, sich für Verbesserungen der Rentenreform einzusetzen
  • Bentele: „Unser Bericht muss Pflichtlektüre für die Bundesregierung sein“

Ein eigenständiges Konzept für eine verlässliche, gerechte und zukunftsfeste Alterssicherung – darum ging es dem Sozialverband VdK zusammen mit mehr als 20 Expertinnen und Experten aus Sozialverbänden, Gewerkschaften und Wissenschaft in der DGBkurz fürDeutscher Gewerkschaftsbund-Rentenkommission. Jetzt liegt der Abschlussbericht vor und zeigt: Beim Konzept der Alterssicherungskommission der Bundesregierung ist noch viel Luft nach oben. „Eine Rentenreform geht noch gerechter“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele. „Unser Bericht muss Pflichtlektüre für die Bundesregierung sein, damit die Reformvorhaben wirklich dafür sorgen, dass alle Menschen sich auf die Rente verlassen können.“

Die DGBkurz fürDeutscher Gewerkschaftsbund-Kommission will erreichen, dass auch Menschen mit Brüchen in ihrer Biografie im Alter abgesichert sind und nicht in die Altersarmut abstürzen. Das passiert, wenn bei einer Erwerbsminderungsrente hohe Abschläge drohen, weil die Gesundheit nicht bis zur Rente mitmacht. Wenn das Einkommen sinkt, weil jemand wegen der Pflege der Eltern nicht mehr in Vollzeit arbeiten kann. Wenn der Arbeitgeber sich in Krisenzeiten entscheidet, ein Drittel seiner Mitarbeitenden zu kündigen.

„Statt Armut im Alter kleinzureden, haben wir Vorschläge entwickelt, wie Zeiten der Kindererziehung, der Pflege, aber auch der Arbeitslosigkeit besser für die Rente bewertet werden“, sagt Bentele. Die Grundrente müsse dringend reformiert werden. Außerdem sollten die Zugänge zu Rehamaßnahmen verbessert werden, damit mehr Menschen gesund bis zur Rente arbeiten können. „Im Arbeitsleben brauchen wir gleichen Lohn für gleiche Arbeit, eine stärkere Tarifbindung und einen armutsfesten Mindestlohn“, so die VdK-Präsidentin.

Anstatt auf mehr Kapitaldeckung zu setzen, spricht sich der Bericht dafür aus, höhere Einkommen und Vermögen stärker an der Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Leistungen zu beteiligen. Zudem soll – statt einer risikoreichen Aktienrente – eine verpflichtende und arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente eingeführt werden, die auch bei Erwerbsminderung schützen und Hinterbliebene absichern soll. Längeres Arbeiten muss möglich gemacht werden durch altersgerechte und barrierefreie Arbeitsplätze – es sollte nicht erzwungen werden durch immer höhere Altersgrenzen. 

Bentele sagt: „Bundessozialministerin Bärbel Bas sollte sich unsere Vorschläge sehr genau anschauen. Sie können dazu beitragen, dass die Rentenreform tatsächlich der große Wurf wird, als der sie angekündigt war.“
 

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