2. Dezember 2022
SOZIALE GERECHTIGKEIT

Was bringt die Wohngeldreform?

Ab 1. Januar haben mehr Menschen als bisher Anspruch auf die staatliche Unterstützung zum Wohnen

Erhöhte Wohngeldzahlungen und eine Heizkostenpauschale – damit will die Bundesregierung die Menschen entlasten. Die VdK-Zeitung beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Wohngeld.

Eine Hand hält einen Stempel mit der Aufschrift Wohngeld, im Hintergrund viele Geldscheine
© IMAGO / Christian Ohde

Was ändert sich durch die Reform?

Bisher haben 1,3 Millionen Menschen in etwa 600 000 Haushalten einen Anspruch auf Wohngeld. Rund die Hälfte davon sind Rentnerinnen und Rentner. Ab Januar 2023 sollen es rund 4,5 Millionen Menschen in etwa zwei Millionen Haushalten sein.

Was ist noch geplant?

Das Wohngeld soll erhöht werden. Haushalte mit einem Anspruch bekommen dann durchschnittlich 370 Euro im Monat. Bisher sind es rund 177 Euro, die monatlich an die Empfängerinnen und Empfänger ausgezahlt werden. Auch eine Heizkostenpauschale, die im Wohngeld enthalten sein wird, soll es geben. Ihre Höhe richtet sich nach der Wohnfläche und der Haushaltsgröße. Der Auszahlbetrag der Pauschale soll durchschnittlich bei 1,20 Euro pro Quadratmeter liegen.

Wer hat einen Anspruch?

Wohngeld können schon jetzt alle beantragen, deren Einkommen zu gering ist, um die hohen Wohn- und Energiekosten bezahlen zu können. Für Mieterinnen und Mieter gibt es das Wohngeld als Mietzuschuss. Besitzerinnen und Besitzer von Wohneigentum wird es als sogenannter Lastenzuschuss gewährt. Es muss nicht zurückgezahlt werden.

Besonders für Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Mindestlohn kann es sich lohnen, den Anspruch zu überprüfen. Dies gilt ebenso für Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld I und von Kurzarbeitergeld. Auch wer in einem Alten- oder Pflegeheim wohnt, kann Wohngeld beantragen.

Wer hat keinen Anspruch?

Wer Sozialleistungen erhält, in denen die Wohnkosten bereits berücksichtigt werden, hat keinen Anspruch. Dazu zählen Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung, Sozialgeld sowie Leistungen aus der Kinder- und Jugendhilfe. Auch das geplante Bürgergeld schließt einen Wohngeldanspruch aus.

Wie hoch ist das Wohngeld?

Den genauen Betrag berechnen die Wohngeldbehörden. Die tatsächliche Zahlung hängt etwa von der Höhe der anerkannten Miete ab. Welche Miete wiederum anerkannt wird, bestimmt der Wohnort der Antragstellerin oder des Antragstellers. Es wird zudem berücksichtigt, wie viele Personen im Haushalt leben und wie hoch deren gemeinsames Einkommen ist.

Wo und wie kann man Wohngeld beantragen?

Den Antrag muss man schriftlich bei der zuständigen Wohngeld­behörde vor Ort stellen. Manche Bundesländer stellen eine digitale Version des Antrags auf ihren Webseiten zur Verfügung.

Wo kann man sich beraten lassen?

Zum Wohngeld beraten die Wohngeldbehörden der Stadt-, Gemeinde-, Amts- oder Kreisverwaltung. Dort kann man auch den Antrag stellen. Zudem helfen Mietervereine, kommunale Wohnberatungsstellen oder Sozialberatungsstellen wie die der Caritas oder der Diakonie weiter.

Muss man etwas tun, wenn man schon Wohngeld erhält?

Wurde das Wohngeld bereits gewährt, müssen die Empfängerinnen und Empfänger nichts tun. Sie erhalten das verbesserte Wohngeld automatisch. Zudem bekommen sie in der Heizperiode von September bis Dezember einen einmaligen Zuschuss zu den Heizkosten: Alleinlebende erhalten 415 Euro, Zwei-Personen-Haushalte 450 Euro. Für jede weitere Person werden 100 Euro gezahlt.

Kristin Enge

Schlagworte Wohngeld | Wohngeldreform | Wohnkosten

  • Sozialrecht
    Ob Rente, Gesundheit und Pflege, Teilhabe und Behinderung, Leben im Alter oder soziale Sicherung: Der Sozialverband VdK ist für seine Mitglieder ein kompetenter Ratgeber und Helfer in allen sozialrechtlichen Belangen. | weiter
  • Rente
    Der VdK will die Rente zukunftssicher machen und Altersarmut verhindern. Lesen Sie hier alles rund um die Themen Rente, Alterssicherung und unsere rentenpolitischen Forderungen. | weiter
  • Soziale Gerechtigkeit
    Rund 15,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht - das ist fast jeder Fünfte! Der Sozialverband VdK kämpft für soziale Gerechtigkeit und setzt sich gegen die fortschreitende soziale Spaltung ein. | weiter
  • Behinderung
    Der VdK setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Lebensbereichen ein. Lesen Sie mehr zu Inklusion, Behindertenpolitik und Barrierefreiheit. | weiter
  • Pflege
    Wir finden: Die Situation Pflegebedürftiger und Pflegender muss sich dringend verbessern. Lesen Sie hier mehr zum Thema Pflegepolitik, pflegende Angehörige, häusliche Pflege und Pflegeleistungen. | weiter
  • Gesundheit
    Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das an den Bedarfen der Menschen ausgerichtet ist. Lesen Sie mehr zu Gesundheitspolitik, Prävention, Gesundheitsleistungen, Hilfsmitteln und Versorgung. | weiter
  • Frauen
    Frauen erhalten 49 Prozent weniger Einkommen und 53 Prozent weniger Rente als Männer. Der VdK setzt sich für mehr Gerechtigkeit für Frauen ein, kämpft für Gleichberechtigung und Gleichstellung. | weiter
  • Familie
    Wir brauchen Verlässlichkeit für Familien. Der VdK setzt sich unter anderem für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, für familiengerechte Arbeitszeiten, den Ausbau der Kinderbetreuung und für ein Rückkehrrecht in Vollzeit. | weiter
  • Corona
    Aktuelle Maßnahmen, barrierefreie Texte und Videos sowie unsere Pressemitteilungen zum Thema. | weiter
  • Kampagnen
    Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Kampagnen transportiert der VdK seine Forderungen an die Politik und zeigt immer wieder soziale Missstände auf. | weiter

Minijobs - Tickets in die Armut

Die sogenannten Minijobs sollten ursprünglich mal den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Arbeitsleben erleichtern. Stattdessen sind sie zur Armutsfalle geworden.

Armut ist eine der größten sozialen Katastrophen im Land.

Wir sagen Ihnen, was Ihnen laut Sozialrecht zusteht und kämpfen für Ihr Recht. Bundesweit. Jetzt Beratung vereinbaren!

Der VdK
Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
Finden Sie mit der Beratungsstellen-Suche die nächste Rechtsberatungsstelle des Sozialverbands VdK - auch in Ihrer Nähe!
Der VdK
Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
Wir machen uns stark für soziale Gerechtigkeit. Wir vertreten Ihre sozialpolitischen Interessen und kämpfen für Ihre Rechte. Unsere Stärke: Unabhängigkeit und Neutralität.

Presse
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht sowie aktuellen Infos rund um den Sozialverband VdK.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.