24. März 2021
SOZIALE GERECHTIGKEIT

Zu groß fürs Alter - Mit weniger Wohnraum etwas für den Klimaschutz tun

In 60 Prozent der Eigenheime wohnen nur ein oder zwei Personen. Sie verfügen damit über eine überdurchschnittlich große Wohnfläche.

Ein weißes Einfamilienhaus, links und rechts Bäume
© unsplash

Die Kinder ziehen aus, und das Haus ist auf einmal viel zu groß. Diese Erfahrung machen viele ältere Paare. Zugleich wird in vielen Städten und an Ortsrändern neu gebaut, etwa weil junge Familien ein Dach über dem Kopf brauchen. Um diesen Widerspruch aufzulösen, haben das Öko-Institut, das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) gemeinsam mit dem Kreis Steinfurt das Forschungsprojekt „Lebensräume“ angestoßen – gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Es hat sich gezeigt, dass es in vielen Häusern ungenutzte oder nicht vermietete Räume gibt. Doch Wohnen auf kleinerer Fläche schont die Umwelt. Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren sind oft nicht barrierefrei, und der energetische Standard ist niedrig. „Etwa drei Viertel der Befragten mit Eigenheim können sich grundsätzlich einen Umzug in eine altersgerechte barrierefreie Wohnung oder in ein kleineres Haus vorstellen“, sagt Dr. Immanuel Stieß vom ISOE. Hier haben die Forschenden angesetzt. Die Idee: Ältere könnten in kleinere Wohnungen umziehen oder den zu groß gewordenen Wohnraum mit anderen teilen. Dies würde helfen, vorhandene Flächen nachhaltiger zu nutzen. Nach Ansicht des VdK müssten mehr altersgerechte Wohnungen gebaut werden, damit diese Idee aufgehen kann.

Lösung nach Maß

Im Ergebnis des Forschungsprojekts ist ein Beratungskonzept für Kommunen entstanden. Die sogenannte Orientierungsberatung zielt darauf ab, gemeinsam mit den älteren Eigentümerinnen und Eigentümern passende Lösungen zu entwickeln. Eine Beraterin oder ein Berater schätzen den Zustand des Gebäudes ein und erfragen, wie die Betroffenen im Alter gern leben möchten. Sie stellen Wohnmöglichkeiten vor, priorisieren und legen gemeinsam erste Schritte fest. Eine Lösung kann ein Umzug in eine kleinere Wohnung sein. Alternativ könnte im Haus eine neue Wohneinheit entstehen, in die eine junge Familie oder eine Pflegekraft einzieht. Durch die Mieteinnahmen kann das Haus energetisch saniert werden. Wohnfläche und Energieverbrauch pro Person würden sinken. Das schont die Umwelt. Bisher steht die Orientierungsberatung am Anfang. Kommunen müssen sie bekannt machen.

Kristin Enge

Schlagworte Wohnen im Alter | Wohnen | Generationengerechtigkeit

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