25. November 2019
PFLEGEPOLITIK

Armutsrisiko Pflege

VdK fordert eine Vollversicherung

© Unsplash


Der Eigenanteil von Versicherten für Pflegeleistungen im Heim liegt zurzeit bei durchschnittlich 693 Euro im Monat. Ohne Reformen würde er sich bis 2045 auf knapp 1900 Euro fast verdreifachen. Dabei sind die regionalen Unterschiede teilweise gravierend. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen eine beängstigende Aussicht. Der Sozialverband VdK fordert eine Pflege-Vollversicherung, die sämtliche Pflegekosten abdeckt. Und zwar nicht nur für den stationären, sondern auch für den ambulanten Bereich.

In ihrem aktuellen Pflegereport hat die DAK-Gesundheit ein Finanzierungsmodell für die Pflegeversicherung erstellt. Demnach sollen die Eigenanteile durch Steuerzuschüsse gedeckelt werden. Im Jahr 2021 könnte mit einer Milliarde Euro begonnen werden. Bis zum Jahr 2025 soll der Zuschuss schrittweise auf fünf Milliarden Euro steigen, was dann zehn Prozent der Jahresausgaben in der Pflegeversicherung entspräche. Im Jahr 2045 sollen die Zuschüsse bis zu 25 Prozent der Leistungsaus­gaben abdecken.

Der Sozialverband VdK begrüßt es, dass die Eigenanteile gedeckelt und damit die immer weiter steigenden Kosten begrenzt werden sollen. Das DAK-Konzept geht dem VdK allerdings nicht weit genug. Perspektivisch müsse die Finanzierung der Pflege völlig neu gedacht werden. Der VdK fordert deshalb eine Pflege-Vollversicherung, die sämtliche Kosten abdeckt. Dafür braucht es Steuerzuschüsse. „Schon heute ist Pflege ein echtes Armutsrisiko für viele Menschen. Pflege darf nicht arm machen, sie muss für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wieder bezahlbar werden“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Der VdK mahnt an, die ambulante Pflege nicht außen vor zu lassen. Dieser Bereich wird im DAK-Konzept nicht berücksichtigt. „Wir wissen, dass ambulante Pflege häufig mit einer enormen Belastung pflegender Angehöriger oder mit einer Unterversorgung einhergeht“, sagt Bentele. Oberstes Ziel sei es, dass die Pflegeversicherung die Menschen im Pflegefall vor einem Armutsrisiko schützen muss.

ikl

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22.11.2019 | Pressekontakt: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

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