23. Oktober 2019
RATGEBER PFLEGE

Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel sind nicht das Gleiche

Für den Laien ist der Unterschied zwischen einem Hilfsmittel und einem Pflegehilfsmittel nicht leicht zu erkennen. Der entscheidende Unterschied liegt im Kostenträger: Handelt es sich um ein Hilfsmittel, das eine Erkrankung oder Behinderung ausgleichen soll, bezahlt die Krankenkasse. Bei einem Hilfsmittel, das für den Alltag eines Pflegebedürftigen benötigt wird, übernimmt die Pflegekasse.

Das Bild zeigt ein Optikergeschäft mit vielen Brillengestellen auf Glasregalen.
Hilfsmittel wie Brillen zahlen die Krankenkassen, Pflegehilfsmittel aber nicht. | © Pixabay

Hilfsmittel sind Produkte, die einer Behinderung vorbeugen, den Behandlungserfolg sichern oder Menschen mit einer Erkrankung oder Behinderung im Alltag unterstützen. Dazu zählen beispielsweise Brillen, Gehstöcke, Hörgeräte, Rollatoren oder Rollstühle. Damit diese von der Krankenkasse übernommen werden, müssen sie vom Arzt verordnet und anschließend bei der Krankenkasse beantragt werden.

Für jedes Hilfsmittel müssen Erwachsene zehn Prozent zuzahlen, mindestens fünf, höchstens aber zehn Euro. Handelt es sich um Hilfsmittel zum Gebrauch, wie beispielsweise ärztlich verordnete Inkontinenzwindeln, darf die monatliche Belastung zehn Euro nicht übersteigen. Wer eine besondere Ausstattung benötigt, wie einen PC mit Sprachausgabe, muss die Kosten für ein Standardgerät selbst tragen. Für viele Hilfsmittel sind Festbeträge zu zahlen, die aber häufig niedriger liegen als der tatsächliche Preis. Grundsätzlich gilt: Wenn sich der Patient für ein Hilfsmittel entscheidet, das teurer ist als das, das von der Kasse übernommen wird, muss er den Differenzbetrag selbst begleichen.

Pflegehilfsmittel hingegen dienen dazu, die Beschwerden eines Pflegebedürftigen zu lindern, ihm ein eigenständiges Leben zu ermöglichen und die Pflege zu erleichtern. Das können technische Geräte sein, wie beispielsweise ein mobiler Patientenlifter, oder zum Verbrauch bestimmte Produkte wie Einmalhandschuhe oder Bettschutzeinlagen. Wichtig ist, dass der Leistungsempfänger einen Pflegegrad hat und zu Hause gepflegt wird.

Pflegehilfsmittel: MDK prüft Bedarf

Pflegehilfsmittel werden bei der Pflegekasse beantragt. Ein ärztliches Rezept ist nicht notwendig. Die Pflegekasse prüft die Notwendigkeit der Versorgung. Bei Bedarf zieht sie den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) hinzu. Die Zuzahlung pro Pflegehilfsmittel beträgt zehn Prozent, maximal 25 Euro. Ausnahme sind die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel: Hier übernimmt die Pflegekasse höchstens 40 Euro pro Monat. Um Härten zu vermeiden, werden Menschen mit geringerem Einkommen teilweise oder ganz von Zuzahlungen befreit.

Die Kassen übernehmen nicht nur die Kosten für das Hilfsmittel, sondern auch, falls notwendig, für Änderungen, Instandsetzung, Ersatzbeschaffung sowie für die Einweisung in den Gebrauch. Auch hier gilt: Wer ein teureres Hilfsmittel wählt als vorgesehen, muss die Mehrkosten aus eigener Tasche bezahlen.

Der Sozialverband VdK hilft seinen Mitgliedern gerne bei der Antragstellung für Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel sowie gegebenenfalls bei Widersprüchen gegen ablehnende Bescheide. Fragen Sie einfach in Ihrer nächstgelegenen VdK-Geschäftsstelle nach.

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Schlagworte Pflegehilfsmittel | Hilfsmittel | gesetzliche Krankenkassen | Pflegekassen | Sozialverband VdK

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