2. Juni 2022
PFLEGE

Plötzlich pflegebedürftig - was tun?

Wichtig sind eine gute Beratung und schnelles Handeln

Wenn jemand pflegebedürftig wird, muss es oft schnell gehen. Die wenigsten Menschen wissen, was dann zu tun ist, an wen sie sich wenden können, und welche Leistungen ihnen zustehen.

Symbolfoto: Hände eines älteren Mannes halten eine Schnabeltasse. Hände einer älteren Frau reichen Essen von einem Teller an.
© IMAGO / photothek
  • Beratung: Wichtig ist, sich zeitnah beraten zu lassen. Mögliche Anlaufstellen sind ein Pflegestützpunkt, die kommunale Pflegeberatungsstelle, aber auch der behandelnde Arzt. Sie alle geben Ratsuchenden wertvolle Hinweise, um den Pflegebedarf richtig einschätzen zu können. Informationen erteilen auch die Pflegekassen und die Verbände der freien Wohlfahrtspflege. Befindet sich die oder der Angehörige auf Reha oder in einer Klinik, kümmert sich die Sozialstation um die Anschlussversorgung und muss auch beraten.
  • Pflegegrad: Um Leistungen der Pflegekasse in Anspruch nehmen zu können, ist es ratsam, möglichst früh bei der Pflegekasse einen Pflegegrad zu beantragen. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des Medizinischen Diensts besucht die oder den Betroffene/n zu Hause, um festzustellen, ob die Vo­raussetzungen für eine Pflegebedürftigkeit erfüllt sind. Auf diesen Besuch sollte man sich gut vorbereiten, indem man sich Notizen macht, was die oder der Pflegebedürftige noch selber kann, und in welchen Bereichen Hilfe benötigt wird. Sinnvoll ist es, wenn eine vertraute Person mit dabei ist.
  • Pflegesituation klären: Nur wenige Menschen sagen ihren Angehörigen, was sie sich wünschen, wenn sie pflegebedürftig werden. Doch wenn der Ernstfall eintritt, muss oft schnell entschieden werden. Dabei sollte man sorgfältig abwägen, ob ein Angehöriger selbst pflegen möchte, oder ob es besser ist, die Person von einem ambulanten Pflegedienst oder im Pflegeheim versorgen zu lassen.
  • Häusliche Pflege: Wer sich dazu entschlossen hat, selbst zu pflegen, sollte sich ein Netzwerk schaffen. Ambulante Dienste, Angehörige, Freunde und Nachbarn können entlasten. Es empfiehlt sich, Pflege­geld oder Kombinationsleistungen zeitnah zu beantragen, ebenso wie Rentenpunkte für die häusliche Pflege. Die Pflegekasse unterstützt Umbaumaßnahmen in der Wohnung mit Zuschüssen und finanziert Hilfsmittel, wie beispielsweise ein Pflegebett. Pflegende Angehörige haben zudem Anspruch auf den Besuch eines Pflegekurses und einen Hausbesuch mit individueller Pflegeanleitung. Hilfreich ist hierzu auch die Pflegebroschüre des VdK, die auf der Webseite www.vdk-­naechstenpflege.de/der-vdk-hilft heruntergeladen werden kann.
  • Professionelle Pflege: Bei ambulanter Pflege geht es um die Auswahl des passenden Pflegediensts. Wer sich für eine Pflegeeinrichtung entscheidet, muss viele Aspekte berücksichtigen: neben der Qualität der Pflege die Lage des Heims, die Zimmergröße und vieles mehr.

Annette Liebmann

Laden Sie sich zum Thema unsere zwei kostenlosen Broschüren herunter:

  • VdK-Ratgeber Nächstenpflege.pdf (615,28 KB, PDF-Datei)

    „Pflege zu Hause. Was muss ich wissen?“ - Alles, was Sie auf die Nächstenpflege vorbereitet.
    Stand: Mai 2022. © Sozialverband VdK Deutschland

  • „Ab wann ist man pflegebedürftig?“ - Alles, was Sie über die Pflegebegutachtung wissen müssen.
    Stand: Mai 2022. © Sozialverband VdK Deutschland


Alle Informationen zu unserer großen Kampagne #naechstenpflege:
www.vdk-naechstenpflege.de

Nächstenpflege braucht Kraft und Unterstützung - Film zur VdK-Pflegekampagne

Nächstenpflege braucht Kraft und Unterstützung. Wir kämpfen für bessere Bedingungen. #naechstenpflege - Mehr unter https://www.vdk-naechstenpflege.de

Schlagworte Pflegebedürftigkeit

  • Sozialrecht
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