1. März 2018
PFLEGE

Pflege weiter in der Kritik

Versorgung von Pflegebedürftigen weist Mängel auf

In der stationären und ambulanten Pflege ist der Handlungsbedarf groß. Es gibt nach wie vor deutliche Mängel. Das wird im 5. Pflege-Qualitätsbericht des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbands offengelegt. Zwar werden in den meisten Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten die Standards eingehalten, doch die Zahl der Versäumnisse ist groß.

Symbolfoto: Eine alte Dame im Rollstuhl sitzt an einem Tisch, den Kopf auf eine Hand gestützt. Die Situation wirkt trist und düster.
© imago/teutopress

Der Sozialverband VdK sieht sich damit in seiner kontinuierlichen Kritik an der Situation in der bestätigt. „Das angekündigte Sofortprogramm der Bundesregierung – 8000 zusätzliche Stellen sollen kurzfristig in der Pflege geschaffen werden – ist hier nur ein Tropfen auf den heißen Stein und muss deutlich aufgestockt werden“, so VdK-Präsidentin Ulrike Mascher.

8000 Stellen: nur Tropfen auf den heißen Stein

Mehrkosten für bessere Bezahlung und mehr Personal dürfen aber nicht dazu führen, dass die Eigenanteile von Pflegebedürftigen künftig weiter steigen. Pflege darf nicht arm machen. Gehaltssteigerungen müssen aus Steuermitteln finanziert oder durch die Pflegeversicherung sichergestellt werden. Pflegeheime seien Wohn- und Lebensorte, es gehe um Zuwendung, Zeit und Lebensqualität.

Wundversorgung, Schmerzen: Viele Mängel

Der Qualitätsbericht bezieht sich auf die Situation in 13.000 Pflegeheimen und fast genauso vielen ambulanten Pflegediensten im Jahr 2016. Der Bericht zeigt nach wie vor viele Mängel auf. So werden beispielsweise bei jedem vierten Pflegebedürftigen in der stationären Pflege Wunden nicht nach aktuellem Wissensstand versorgt. Bei fast einem Fünftel der Pflegebedürftigen mit Schmerzen wird keine systematische Schmerzeinschätzung abgefragt.

Die Belastungen in der Pflege steigen auch, weil mehr Patienten Hilfe benötigen. Es gibt eine zunehmende Zahl von Demenzkranken und Bewohnern, die an mehreren Krankheiten leiden. So waren zuletzt 70,7 Prozent der Bewohner von Pflegeheimen durch Demenz in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt. 2013 lag diese Zahl noch bei 63,8 Prozent – ein deutlicher Anstieg.

Aktuell machen sich im Internet Pflegekräfte, Pflegebedürftige und pflegende Angehörige Luft und schildern den oftmals katastrophalen Pflege-Alltag - zum Beispiel auf Twitter:

#pflegenotstand auf Twitter
#pflexit auf Twitter

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Das Bild zeigt Ulrike Mascher, Präsidentin des VdK
Viele Arbeitnehmer können Pflege und Beruf kaum vereinbaren und wünschen sich mehr Pflege-Auszeiten. Der VdK findet: Die Politik muss dem entgegen kommen. | weiter
06.02.2018 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401
Statements
Das Bild zeigt VdK-Ehrenpräsidentin Ulrike Mascher.
Der aktuelle Bericht des MDS zeigt: Die Qualität in der Pflege ist gestiegen. Aber es gibt dem VdK nach trotzdem viel für Pflegebedürftige zu verbessern. | weiter
01.02.2018 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

ikl

Schlagworte Pflegenotstand | Pflegeversicherung | Pflegeheim | Demenz | Pflegepolitik

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    30.03.2020

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