2. November 2022
GESUNDHEIT

Vorhofflimmern: Störfeuer im Herzen

Deutsche Herzstiftung informiert vom 1. bis 30. November über Vorhofflimmern

Bei den Herzwochen 2022, die bundesweit vom 1. bis 30. November stattfinden, macht die Deutsche Herzstiftung unter dem Motto „Turbulenzen im Herz“ auf die Ursachen von Vorhofflimmern sowie Diagnose- und Therapiemöglichkeiten aufmerksam.

Ein beleuchtetes Hinweisschild für einen Defibrillator
© IMAGO / Jörn Haufe

Vorhofflimmern kennzeichnet, dass das Herz völlig außer Takt ist – chaotisch folgen die Herzschläge aufeinander. Es ist eine tückische Volkskrankheit. Denn bleibt sie unerkannt, drohen Schlaganfall und Herzkomplikationen.

In Deutschland leiden der Herzstiftung zufolge 1,5 bis zwei Millionen Menschen an Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung. Ursachen dafür können Bluthochdruck, Übergewicht, koronare Herzkrankheit oder Herzschwäche sein. „Herzrhythmusstörungen sind für Betroffene meist mit Ängsten, hohem Leidensdruck und Leistungseinbußen verbunden“, sagt Herzspezialist Professor Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

„Für viele Patienten löst Vorhof­flimmern gerade beim ersten Auftreten Angst und Beklemmung aus, wenn das Herzstolpern plötzlich einsetzt und es zu heftigen Schlägen bis in den Hals, Druckgefühl im Brustkorb, Luftnot und Schwindelgefühl kommt“, schildert der Experte. Das Herz schlage dann mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute. Das Risiko, Vorhofflimmern zu bekommen, steigt mit dem Alter. Bei unter 50-Jährigen liegt die Häufigkeit bei deutlich unter einem Prozent, bei über 60-Jährigen bei vier bis sechs Prozent, bei den über 80-Jährigen bei neun bis 16 Prozent.

Grafik der Deutschen Herzstiftung zu den Herzwochen 2022: "Turbulenzen im Herz - Vorhofflimmern"
© Deutsche Herzstiftung

Betroffene fragen natürlich nach den Therapiemöglichkeiten. Deshalb informiert die Herzstiftung in den Herzwochen 2022 in Veranstaltungen, in Patientenbroschüren, Podcasts und Video-Clips unter www.herzstiftung.de/herzwochen über Ursachen, Risikovorsorge sowie aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

„Jeder kann viel dafür tun, es gar nicht zu den gefürchteten Komplikationen durch Vorhofflimmern kommen zu lassen“, sagt Voigtländer. Mithilfe der Pulsmessung beim Arztbesuch, in der Apotheke oder einfach zu Hause lasse sich ganz leicht ein unregelmäßiger Herzschlag feststellen und so die Schlaganfallgefahr vermeiden. „Wer Vorhofflimmern hat, dem stehen heute Therapieverfahren zur Verfügung, die das Störfeuer im Herzen dauerhaft beseitigen oder zumindest die Symptome lindern und zur besseren Lebensqualität verhelfen können“, betont der Arzt. Bei etwa 60 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern liege Bluthochdruck vor. Wichtigste erste Maßnahme nach der Diagnose sei die Behandlung mit einem gerinnungshemmenden Medikament, also einem Blutverdünner.

Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt besonders Menschen über 65 Jahren und Herzkranken, regelmäßig ihren Puls zu messen oder zu fühlen. „Ist der Puls unregelmäßig oder liegt er in Ruhe über 100 Schläge pro Minute, sollte man zeitnah einen Arzt aufsuchen“, heißt es dort. Infos zur Pulsmessung gibt es unter www.herzstiftung.de/puls-messen

Wie sich Risikopatienten vor Vorhofflimmern und seinen Folgen schützen, und wie sich ein Schlaganfall erkennen lässt, ist unter www.herzstiftung.de/schlaganfall-durch-vorhofflimmern abrufbar. Unter www.herzstiftung.de/bestellung kann eine Herz­wochen-Begleitbroschüre angefordert werden.

Petra J. Huschke

Offene Fragen zur eigenen Erkrankung und Therapie stellen für Herzpatienten ein großes Problem dar. Deshalb bieten der Sozialverband VdK und die Deutsche Herzstiftung gemeinsam eine telefonische Sprechstunde für Betroffene und deren Angehörige an. Drei Kardiologen aus dem Vorstand beziehungsweise Wissenschaft­lichen Beirat der Deutschen ­Herzstiftung sind am Dienstag, 8. November, zwischen 17 und 19 Uhr am Telefon.

Sie beantworten medizinische Fragen zu Diagnose, Therapie und Risikovorsorge von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche, koronare Herzkrankheit (KHK), Herzrhythmusstörungen, Klappenerkrankungen und Bluthochdruck. Sie erreichen unsere Experten am 8. November zwischen 17 und 19 Uhr direkt am Telefon unter (0 18 03) 33 41 23 (Kosten: 9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz und maximal 42 Cent aus dem deutschen Mobilfunknetz):

  • Professor Dr. Thomas Voigtländer, Ärztlicher Direktor, Agaplesion Bethanien-Krankenhaus, Cardioangiologisches Centrum Bethanien (CCB), Frankfurt.
  • Professor Dr. An­dreas Götte, Chefarzt der Medizinischen Klinik II: Kardiologie und Internistische Intensivmedizin, Sankt-­Vincenz-Krankenhaus Paderborn.
  • Professor Dr. Stephan Achenbach, Direktor der Medizinischen Klinik 2: Kardiologie und Angiologie, Uniklinikum Erlangen.

Die Telefonsprechstunde kann keinen Arztbesuch ersetzen. In Notfällen sollten Sie direkt den Notruf 112 wählen. Infos zu den bundesweiten Herzwochen unter

www.herzstiftung.de/herzwochen

Schlagworte Herzwochen | Vorhofflimmern | Therapie | Diagose | Herzerkrankung

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