23. September 2022
GESUNDHEIT

Die bunte Welt der Rezepte

Was die verschiedenen Papierfarben von Verordnungen über Gültigkeit und Kostenübernahme aussagen

Ärztinnen und Ärzte verordnen Arzneimittel schriftlich auf einem Rezept. Dieses kann rosa, blau, grün, gelb oder weiß sein. Doch was bedeuten diese Farben?

Symbolfoto: Blanko-Rezepte in grün, rosa und blau
© IMAGO / sttp

Das rosa Rezept – auch Kassenrezept genannt – ist für gesetzlich Versicherte vorgesehen. Damit werden Medikamente, Hilfsmittel oder Verbandsmaterial aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen verschrieben. Für andere besondere Leistungen der Krankenkassen werden andersfarbige Vordrucke verwendet. Die Kosten beim rosafarbenen Rezept übernimmt die Krankenkasse. Versicherte müssen aber eine Zuzahlung leisten: mindestens fünf und maximal zehn Euro. Ist das Arzneimittel günstiger als fünf Euro, kommen die Versicherten allein dafür auf.

Das Rezept sollte innerhalb von 28 Tagen eingelöst werden – ab Ausstellungsdatum. Wer die Frist nicht einhalten kann, muss entweder selbst zahlen oder sich ein neues Rezept besorgen.

Blau: Privat versichert

Privat Versicherte erhalten meistens ein blaues Rezept, das in der Regel drei Monate gültig ist. Für die Kosten des Arzneimittels müssen sie erst einmal selbst aufkommen. Reichen sie die Rechnung bei ihrer Krankenversicherung ein, bekommen sie das Geld ganz oder anteilig erstattet.

Grüne Rezepte werden für nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel verwendet. Patientin oder Patient zahlen diese in der Apotheke selbst. Die Verschreibungen sind zeitlich unbegrenzt gültig. Manche Krankenkasse übernimmt dennoch die Kosten, wenn sie die Versorgung als besondere Leistung anerkennt. Es lohnt sich, nachzufragen. Die Ausgaben können auch in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Die Quittung dient als Nachweis.

Gelbe Rezepte werden für Arzneimittel verwendet, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wie etwa starke Schmerzmittel. Das Rezept gibt es in dreifacher Ausfertigung: Das Original erhält die Krankenkasse. Arztpraxis und Apotheke bewahren je eine Durchschrift auf. Gelbe Rezepte gelten nur eine Woche.
In manchen Fällen wird ein weißes Rezept ausgestellt: Es gilt für Arzneimittel mit den speziellen Wirkstoffen Lenalidomid, Pomalidomid und Thalidomid in der Tumorbehandlung. Um es einzulösen, bleiben nur sechs Tage Zeit.

Die gelben und weißen Rezepte werden analog zu den rosafarbenen und blauen abgerechnet: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten direkt für ihre Versicherten. Wer privat versichert ist, muss erst die Rechnung einreichen und bekommt die Kosten später erstattet.

Kristin Enge


Wo bleibt mein Rezept? – Ärger mit Heilmitteln

Kein Rezept für meine dringend benötigte Therapie? Ratlose Patientinnen und Patienten, die sich hilfesuchend an den Sozialverband VdK wenden. Es sollte doch alles einfacher werden mit der neuen Heilmittelverordnung. Dann gab es jedoch plötzlich Verzögerungen und Verunsicherung in den Arztpraxen. Der VdK konnte rasch helfen – und er hat nach wie vor Forderungen, die über die neue Verordnung hinausgehen.

Schlagworte Rezept | Arzt | Krankenversicherung | Farben | Bedeutung

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    Rund 15,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht - das ist fast jeder Fünfte! Der Sozialverband VdK kämpft für soziale Gerechtigkeit und setzt sich gegen die fortschreitende soziale Spaltung ein. | weiter
  • Frauen
    Frauen erhalten 49 Prozent weniger Einkommen und 53 Prozent weniger Rente als Männer. Der Sozialverband VdK setzt sich für mehr Gerechtigkeit für Frauen ein, kämpft für Gleichberechtigung und Gleichstellung. | weiter
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    Krankheit, Unfall, Klinikaufenthalt: Die Rehabilitation setzt dort an, wo die Selbstbestimmung eines Menschen gefährdet ist. | weiter
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    Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Kampagnen transportiert der VdK seine Forderungen an die Politik und zeigt immer wieder soziale Missstände auf. | weiter

Rat und Tat | Zahlt die Krankenkasse eine unbekannte Therapie?

Neue Behandlungs- und Untersuchungsmethoden werden nicht immer von der Krankenkasse bezahlt - unter Umständen müssen die Versicherten die Kosten dann selbst tragen. Aber wer entscheidet eigentlich darüber, welche Therapien bezahlt werden? VdK-Rechtsexperte Oliver Sonntag beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

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