10. Oktober 2017
GESUNDHEIT

Psychische Probleme – wie kann man schnell eine Therapie beginnen?

Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Erkrankungen. Oft müssen sie monatelang warten, bis sie einen Termin beim Psychotherapeuten bekommen und mit einer Psychotherapie anfangen können. Seit April 2017 gibt es neue Angebote, die es Betroffenen ermöglichen sollen, schneller eine psychotherapeutische Behandlung zu beginnen. Wie hilfreich sind diese Angebote?

Symbolfoto: Scrabblesteine bilden das Wort
© Dieter Schütz/pixelio.de

Die Zahl psychisch erkrankter Menschen nimmt stetig zu. Wer psychisch erkrankt, braucht oft schnelle Hilfe und Behandlung. Laut der Bundespsychotherapeutenkammer mussten Betroffene bisher durchschnittlich drei Monate warten, bis sie überhaupt ein Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten bekamen. Drei weitere Monate dauerte es bis zum Beginn einer therapeutischen Behandlung. Eine seit Anfang April greifende Regelung soll dies ändern.

Psychotherapie: Spezielle Sprechstunde seit 1. April 2017

Psychotherapeuten müssen seit 1. April eine spezielle Sprechstunde anbieten, in der gesetzlich Krankenversicherte eine Erstberatung erhalten. Dies kann sowohl in Form einer offenen Sprechstunde als auch über Terminvereinbarung erfolgen. In dem Gespräch geht es unter anderem um die Einschätzung der psychischen Beschwerden, um die Form der Psychotherapie, die Therapiedauer, die Arbeitsfähigkeit sowie um die Möglichkeiten, die der Patient selber hat, damit es ihm wieder besser geht. Jeder Psychotherapeut mit kassenärztlicher Zulassung ist verpflichtet, wöchentlich mindestens 100 Minuten für diese Sprechstunden zur Verfügung zu stellen. Termine dafür sollen auch kurzfristig vergeben werden.

Für Patienten ist es nicht notwendig, den Besuch dieser Sprechstunde bei der Krankenkasse zu beantragen. Sie müssen lediglich zuvor gegebenenfalls einen Termin vereinbaren und ihre Versichertenkarte mitbringen. Der Mangel an Psychotherapeuten wird durch die neue Regelung jedoch nicht beseitigt. Im Anschluss an das Erstgespräch kann es auch weiterhin zu längeren Wartezeiten bis zum Beginn der Psychotherapie kommen.

Behandlung in der Psychotherapie: Was ist eine Akut-Therapie?

Wer allerdings dringend Hilfe benötigt, kann seit 1. April eine Akut-Psychotherapie in Anspruch nehmen. Diese Form der Psychotherapie kann bis zu 24 Sitzungen zu je 25 Minuten umfassen und empfiehlt sich beispielsweise für Patienten, die nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten. Bedingung ist, dass die Betroffenen zuvor eine psychotherapeutische Sprechstunde aufgesucht haben und der Psychotherapeut eine solche Akutbehandlung empfiehlt. Über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigungen können Patienten einen Termin beim Psychotherapeuten erhalten. Auch eine Akuttherapie muss nicht bei der Krankenkasse beantragt werden. Nach einer Langzeittherapie haben Patienten zudem die Möglichkeit einer vorbeugenden Behandlung. Diese soll verhindern, dass die Symptome erneut auftreten.

Gravierende psychische Probleme können zur Erwerbsunfähigkeit führen. Der Sozialverband VdK informiert und berät seine Mitglieder zum Thema Erwerbsminderung und erstreitet im Falle des Falles für sie soziale Leistungen wie eine Erwerbsminderungsrente vor Gericht. Erfahren Sie, wie Sie Mitglied im VdK werden können.

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VdK-TV: Wiedereinstieg in den Beruf nach psychischer Erkrankung

Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Leiden. Verena Rüger verbrachte nach einem seelischen Zusammenbruch fünf Monate in der Klinik. Im Berufsförderungswerk Nürnberg, zu dessen Trägern der VdK gehört, lernte sie um zur Kauffrau für Büromanagement. Das Praktikum führte sie zu ihrem heutigen Arbeitgeber. Verena Rügers Leben hat sich verändert.

ali

Schlagworte Gesundheit | psychische Erkrankung | Psychotherapie | Erwerbsminderung

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