29. März 2021
Themen

Immer länger in der Rente? Stimmt nicht!

Der VdK-TV-Film zeigt, warum die Forderung nach einem höheren Renteneintrittsalter unsozial ist.

Gemalte Hürden 65, 66, 67.
© VdK-TV

Die Menschen werden älter. Das stimmt. Aber nicht richtig ist, dass sie auch immer länger auf Kosten der jüngeren Generationen ihre Rente genießen. Tatsächlich geht die Bezugsdauer zurück. VdK-TV widerlegt in einem neuen Animationsfilm eine der vielen Mythen zur Altersversorgung in Deutschland.

Unternehmensverbände, Bundesbank und wirtschaftsnahe Forschungsinstitute fordern immer wieder, das Renteneintrittsalter noch weiter hochzusetzen, auf 69 oder gar 70 Jahre. Sie begründen dies meist damit, dass die gesetzliche Rentenversicherung ansonsten die Altersbezüge der Beitragszahler in Zukunft nicht mehr finanzieren könnte.

VdK-TV, das Videoportal des Sozialverbands VdK, hat dazu einen animierten Erklärfilm gemacht, der dieses Märchen von den sinkenden Einnahmen widerlegt. So ist es zwar richtig, dass sich die Lebenserwartung der Menschen immer weiter erhöht hat. Da aber das Renteneintrittsalter bis 2035 jährlich auf 67 Jahre angehoben wird, geht die Zeit, die die Menschen im Ruhestand verbringen zurück. So verkürzt sich für Männer, die 2035 regulär in Rente gehen, im Vergleich zu denen, die jetzt den Ruhestand antreten, die durchschnittliche Bezugsdauer um einen Monat auf 18 Jahre. Bei den Frauen geht diese sogar um ein halbes Jahr auf knapp 21 Jahre zurück. Das bedeutet, dass die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einerseits länger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, andererseits kürzer Renten kassieren. Die Kassen werden also entlastet.

Würde der Gesetzgeber den Rentenbeginn noch höher ansetzen, droht eine weitere „soziale Polarisierung im Alter“, wie der VdK-­Rentenexperte Dr. Samuel Beuttler-Bohn im VdK-Film erläutert. Denn gerade Menschen in schlecht bezahlten Berufen bekommen einerseits geringere Renten, aber leben andererseits durchschnittlich auch kürzer. Für sie bedeutet ein späterer Beginn des Ruhestands eine massive Rentenkürzung.

Der VdK lehnt daher solche Pläne entschieden ab und fordert zur besseren Finanzierung eine gesetzliche Rentenversicherung, in die alle einzahlen, also auch Beamte, Selbstständige, Politiker.

Rentenmärchen widerlegt: "Mit steigender Lebenserwartung steigt auch die Rentenbezugs-Dauer"

Die Lebenserwartung steigt in Deutschland – erfreulicherweise. Das bedeutet doch, wir verbringen immer mehr Lebenszeit im Ruhestand. Oder? Diese Rechnung stimmt aber nicht. Im Gegenteil: Höheres Eintrittsalter bedeutet Rentenkürzung, sagt der Sozialverband VdK.

Sebastian Heise

Schlagworte gesetzliche Rente | Regelaltersrente

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