30. August 2018
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Guter Lohn für gute Rente - Wir brauchen einen Mindestlohn über zwölf Euro

Der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro soll in zwei Stufen steigen. Die Mindestlohnkommission schlug für 2019 eine Anhebung auf 9,19 Euro und eine weitere Erhöhung auf 9,35 Euro im Jahr 2020 vor. Für den Sozialverband VdK steht fest: Das ist zu wenig, um jetzt und später als Rentner gut leben zu können.

8,84 Euro: So viel beträgt aktuell der Mindestlohn. Viel zu wenig, findet der VdK. | © imago/MiS

„Die Unternehmen müssen endlich ihre Beschäftigten am wirtschaftlichen Aufschwung beteiligen“, fordert VdK-Präsidentin Verena Bentele. Die Bundesregierung selbst hat ausgerechnet, dass der Mindestlohn bei 12,63 Euro liegen muss, damit Arbeitnehmer im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung bekommen. Der gesetzliche Mindestlohn darf aus Sicht des VdK kein Armutslohn sein, der Menschen zu Sozialfällen macht.

Laut einer aktuellen, unabhängigen Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität Berlin können es sich die Arbeitgeber leisten, höhere Löhne zu zahlen. Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland im Jahr 2015 habe nicht, wie befürchtet, zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Regionen geführt, die einen hohen Anteil von Beschäftigten unter dem Mindestlohn aufwiesen. Die Unternehmen konnten die Löhne erhöhen, ohne Arbeitsplätze abbauen zu müssen.

Die Hälfte der Mindestlohn-Bezieher hat einen Minijob

Knapp 1,4 Millionen Jobs wurden im vergangenen Jahr mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro bezahlt. Das waren laut Statistischem Bundesamt rund 400.000 weniger als im Jahr davor. Gut die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse mit Mindestlohn entfiel auf Minijobs. In Teilzeit wurden 400.000 Jobs ausgeübt und lediglich 200.000 in Vollzeit, so die Ergebnisse der Verdiensterhebung 2017. Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer, außer für Langzeitarbeitslose nach einer Arbeitsaufnahme in den ersten sechs Monaten. Auch für Azubis, Menschen mit Pflichtpraktikum oder Praktika unter drei Monaten gilt er nicht.

Eine Kommission aus Gewerkschaftern, Arbeitgebervertretern und Wissenschaftlern prüft alle zwei Jahre die Höhe des Mindestlohns. Das Gremium orientiert sich an der Entwicklung der Tariflöhne. Es hat allerdings einen gewissen Spielraum, da es den Mindestschutz der Arbeitnehmer, faire Wettbewerbsbedingungen und den Erhalt von Arbeitsplätzen gleichermaßen im Blick haben soll.

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ikl

Schlagworte Mindestlohn | Armut | Altersarmut | Rente | Minijobs | Löhne | Arbeitsmarktpolitik

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