27. November 2017
Themen

Bitte mehr Transparenz! -
Versicherte wollen verbindliche Informationen

Leistungen, Tarife, Beiträge – gesetzlich Krankenversicherte müssen sich durch ein Dickicht an Informationen arbeiten. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) hat ergeben: 78 Prozent der gesetzlich Versicherten sprechen sich dafür aus, dass verbindlich festgelegt wird, welche konkreten Informationen Krankenkassen zu ihren Leistungen, Service- und Beratungsangeboten veröffentlichen müssen.

Gesetzlich Versicherte fühlen sich von ihrer Krankenkasse oft schlecht informiert über Leistungen und Beratungsangebote. | © blickpixel/pixabay.de

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schreibt der Gesetzgeber einen Großteil der Leistungen fest. Daher sind rund 90 Prozent der übernommenen Behandlungen bei allen Krankenkassen gleich. Darüber hinaus gewähren jedoch viele Krankenkassen Extra-Leistungen wie zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, Bonuszahlungen für einen gesunden Lebensstil oder Zuschüsse für Zahnbehandlungen. Hierbei gibt es teilweise gravierende Unterschiede zwischen den Kassen. Denn diese entscheiden selbst, was und wie viel sie ihren Mitgliedern bieten.

Versicherte wollen Informationen schnell und auf einen Blick

Welche konkreten Zusatzleistungen bietet eine Kasse an? Wie können Angebote digital genutzt werden? Welche Vorteile haben Versicherte bei bestimmten medizinischen Behandlungen? Das sind nur drei von vielen Fragen, auf die Versicherte schnell und auf einen Blick Antworten wollen, so das Ergebnis der Umfrage. Wichtig seien auch Informationen zum Umgang mit Anträgen von Versicherten für Leistungen, die einzeln durch die Krankenkasse genehmigt werden müssen, etwa Reha-Maßnahmen. Bisher finden Verbraucher hierzu keinerlei Angaben.

Nur wer gut informiert ist, kann entscheiden

„Nur gut informierte Versicherte sind in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, sagt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. Die Krankenkassen kämen ihren gesetzlichen Aufklärungs-, Informations- und Beratungspflichten nur unzureichend nach. Bestehende Rechtsansprüche auf Leistungen würden häufig nicht umgesetzt. Das zeige sich auch in der täglichen Beratungspraxis des VdK.

Hierzu gehören beispielsweise Rechtsansprüche in den Bereichen Pflege nach dem Krankenhaus sowie geriatrische und ambulante Rehabilitation. „Wir fordern, dass sichergestellt wird, dass die Krankenkassen ihren Informations-, Aufklärungs- und Beratungspflichten umfassend nachkommen und bestehende Rechtsansprüche erfüllen“, so die VdK-Präsidentin.

Diese VdK-Forderung spiegelt sich auch in der vzbv-Umfrage wider. „Jede Krankenkasse sollte zumindest jährlich verbindliche Informationen veröffentlichen müssen, wie viele Widersprüche von Versicherten gegen nicht genehmigte Leistungen erfolgreich waren“, so Kai Vogel vom vzbv. Eine Darstellung der erfolgreichen Widersprüche nach einzelnen Leistungsbereichen wäre ein großer und wichtiger Informationsgewinn.

Lesen Sie mehr:

Kurswechsel jetzt!
Symbolfoto: Geldscheine, ein Stethoskop und ein Taschenrechner
Gesundheit muss für alle bezahlbar bleiben. Der Erhalt der Gesundheit darf nicht von der Größe des Geldbeutels abhängig sein. | weiter
Ein Stethoskop als Symbolbild für das Gesundheitswesen und Gesundheitsleistungen der Krankenkassen.
Entscheiden Kassen nicht rechtzeitig über einen Leistungsantrag, gilt er als genehmigt. Sie können diese „fiktive Genehmigung“ später nicht zurücknehmen. | weiter
09.11.2017 | ©Juragentur

VdK-TV: Krankenkassenwechsel - Pro und Contra und wie geht das überhaupt? (UT)

Welche Krankenkasse ist für mich die richtige? Soll ich die Kasse wechseln? Und was muss ich überhaupt tun, wenn ich wechseln will?

ikl

Schlagworte Krankenversicherung | Transparenz | Aufklärung | GKV | Pflege | Rehabilitation

Themen
VdK-Delegierte bei der Abstimmung - sie halten rote Stimmkarten hoch.
Lesen Sie hier die sozialpolitischen Grundpositionen des Sozialverbands VdK Deutschland zu Rente, Pflege, Gesundheit, Behinderung, Prävention, Reha, Armut, Barrierefreiheit und mehr. | weiter
18.07.2018
Mitgliedschaft
Symbolfoto: Eine Frau formt mit den Händen ein Dach und hält es schützen über einen Kreis aus ausgeschnittenen Papier-Figürchen
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit bundesweit fast 1,9 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter