1. November 2017
Themen

Kommentar: Mitmenschlichkeit zählt

Die Bundestagswahl hat die Zusammensetzung des deutschen Parlaments verändert. Als drittstärkste Kraft stellt die AfD 92 der insgesamt 709 Abgeordneten. Trotz dieses Wahlerfolgs bleibt der Sozialverband VdK bei seiner grundsätzlichen Haltung: Wir distanzieren uns von einer Partei, die offen minderheitenfeindliche Positionen vertritt.

Ulrike Mascher | © Heidi Scherm

Die Analyse, warum 12,6 Prozent der Wählerinnen und Wähler der AfD ihre Stimme gegeben haben, dauert in den bislang etablierten Parteien noch an. Mir ist wichtig zu betonen, dass mehr als 87 Prozent anderen Parteien ihre Stimme gegeben haben: die überwältigende Mehrheit. Auf die sollten wir setzen.

Soziale Themen in der Politik zu lange ausgeklammert

Der Sozialverband VdK warnt im Hinblick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen vor einem Anbiederungskurs an rechte Themen. Die Verluste der bisherigen Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD sind auch auf das Ausklammern sozialer Themen im Wahlkampf zurückzuführen. Das haben Politikerinnen und Politiker dieser Parteien selbstkritisch zugegeben. Existenzielle Sorgen der Menschen wie die Absicherung im Alter, bei Pflegebedürftigkeit oder Krankheit wurden vernachlässigt. Zum Wohle aller muss im Koalitionsvertrag das Soziale in den Mittelpunkt rücken.

Die AfD schürt Ängste - und profitiert davon

Der VdK tritt weiter entschieden der Meinung entgegen, dass die in den vergangenen Jahren nach Deutschland geflohenen Menschen für die soziale Schieflage im Land verantwortlich sind. Diese Behauptung ist schlichtweg falsch. Niemandem – keiner Rentnerin, keinem Arbeitslosen, keiner Alleinerziehenden und keinem Kranken – wurde „wegen der Flüchtlinge“ ein Cent weggenommen. Doch leider wurde immer wieder die Not der sozial Benachteiligten im Land gegen das Leid der Geflohenen ausgespielt. Die AfD hat sich letztlich nur mit diesem einen Thema profiliert und von der Angst profitiert, die sie selbst geschürt hat. Eine tragfähige Sozialpolitik kann aus einer solchen Haltung nicht entstehen.

VdK: Für soziale Gerechtigkeit – gegen soziale Spaltung!

Gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schaffen, ist eine der wichtigsten Aufgaben des Sozialverbands VdK. Wir stehen für soziale Gerechtigkeit und sind gegen soziale Spaltung. Toleranz, Mitmenschlichkeit, Respekt und Solidarität sind die zentralen Werte unseres großen Sozialverbands. Mit dieser Grundhaltung trennen wir uns deutlich von Positionen, wie die AfD sie vertritt.

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Pressemitteilungen & Statements
Das Bild zeigt Ulrike Mascher, Präsidentin des VdK
30.10.2017 - Anlässlich der heutigen Sondierungsgespräche zwischen CSU/CDU, FDP und Grünen fordert der VdK tragfähige Lösungen in der Sozialpolitik. | weiter
30.10.2017 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401
Kurswechsel jetzt!
Plakatmotiv der VdK-Aktion "Soziale Spaltung stoppen!". Ein Riss geht durch die Schrift "Soziale Spaltung stoppen".
Der Sozialverband VdK fordert einen Kurswechsel in der Sozialpolitik und präsentiert seine Forderungen an die zukünftigen Regierungsparteien. | weiter

Ulrike Mascher

Schlagworte AfD | Alternative für Deutschland | Toleranz | Sozialpolitik | Flüchtlinge | Bundestagswahl | Solidarität

Themen
VdK-Delegierte bei der Abstimmung - sie halten rote Stimmkarten hoch.
Lesen Sie hier die sozialpolitischen Grundpositionen des Sozialverbands VdK Deutschland zu Rente, Pflege, Gesundheit, Behinderung, Prävention, Reha, Armut, Barrierefreiheit und mehr. | weiter
18.07.2018
Mitgliedschaft
Symbolfoto: Eine Frau formt mit den Händen ein Dach und hält es schützen über einen Kreis aus ausgeschnittenen Papier-Figürchen
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit bundesweit fast 1,9 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter