27. März 2017
Themen

Unterschiedliche Bonusprogramme der Krankenkassen

Sammeln lohnt sich nicht immer

Wer sich gesundheitsbewusst verhält, kann bei seiner Krankenkasse einen Bonus erhalten. Doch bei den Prämien gibt es große Unterschiede. Regina Behrendt, Referentin für den Gesundheitsmarkt bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, gibt Tipps, worauf Versicherte achten sollten.

© imago/Westend61

Patienten, die sich fit halten und regelmäßig zur Vorsorge gehen, erhalten einen jährlichen Bonus. Belohnt werden beispielsweise die Teilnahme am GesundheitsCheck-Up, an der Krebsfrüherkennung, an Kursen zur Stressbewältigung oder die Mitgliedschaft in einem Fitness-Studio. Meist gibt es pro Nachweis zehn bis 20 Euro oder Punkte für eine Sachprämie.

„Das Bonusprogramm ist für alle Altersgruppen interessant“, betont Behrendt. „Wer sowieso zur Vorsorge geht, bekommt quasi Geld geschenkt.“ Im Schnitt erwirbt ein Versicherter pro Jahr dadurch einen Betrag oder Sachwerte in Höhe von 50 bis 100 Euro. Verspricht eine Kasse höhere Prämien, rät die Expertin, genauer hinzuschauen. Denn dann sind meist eine ganze Menge von Nachweisen erforderlich, für die sich der Aufwand möglicherweise kaum lohnt.

Auch für Ehepaare und Familien ist das Bonusprogramm attraktiv. Gesammelt werden kann allein oder im Team. Einige Krankenkassen bieten sogar an, dass Familienmitglieder Punkte zusammenlegen oder übertragen können. „Versicherte sollten zuvor klären, welche Möglichkeiten es gibt, damit sie die für sie beste auswählen können“, empfiehlt Behrendt.

Wann das Bonusheft spätestens eingereicht werden muss, um an die Prämie zu gelangen, legt jede Kasse individuell fest. Auch für das Einlösen von Bonuspunkten, um eine Sachprämie zu erhalten, gelten bestimmte Fristen. „Hier gilt es, sich genau zu erkundigen, damit der Bonus nicht verfällt“, betont Behrendt. Ob der Versicherte lieber das Geld, eine Sachprämie oder Gesundheitsleistungen wählt, bleibt ihm überlassen. Allerdings weist Behrendt darauf hin, dass er sich bei Sachprämien nicht auf die Abbildungen im Katalog verlassen sollte: „Die Kassen können das Angebot jederzeit ändern. Es gibt keine Garantie, dass die Prämie dann genauso aussieht.“

Die Expertin hat noch einen weiteren Tipp parat: „Wer seine Krankenkasse kündigen will, sollte zuvor auf jeden Fall den Bonus einlösen. Denn mit der Kündigung verliert der Versicherte bei vielen Kassen seinen Anspruch auf die Prämie.“ Den Verbraucherzentralen ist diese Regelung ein Dorn im Auge. „Denn die Leistung – die Mitgliedschaft in der Krankenkasse und der erforderliche Nachweis für die Bonuspunkte – ist ja schon erbracht“, so Behrendt.

Und noch etwas kritisieren die Verbraucherzentralen: Das Bonusprogramm belohnt oftmals nur diejenigen, die jung und gesund sind oder ohnehin auf ihre Gesundheit achten. „Ein gutes Bonusprogramm sollte aber genau die Menschen erreichen, die sich bisher nicht groß um ihre Gesundheit gekümmert haben“, bekräftigt Behrendt.

ali

Schlagworte Krankenkasse | Bonusprogramm

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