25. Oktober 2021
VdK-Zeitung

VdK-Jugendvertreterin: Spaß daran, politisch etwas zu bewegen

Miriam Wagner will als Jugendvertreterin auch jüngere Menschen von der Arbeit des VdK überzeugen

Bei Treffen des VdK auf Orts- oder Kreisebene seien die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fast alle 50 plus, sagt Miriam Wagner. „Die Jüngeren bleiben zu Hause.“ Das möchte sie ändern und geht dafür mit gutem Beispiel und viel Power voran.

Das Foto zeigt Miriam Wagner, im Hintergrund das VdK-Logo
Miriam Wagner | © Vowinkel/VdK

Vor Weihnachten verteilt Miriam Wagner in ihrem Ortsverband Rhauderfehn-Collinghorst in Ostfriesland kleine Geschenke an die VdK-Mitglieder. An der Haustür kommt es mitunter zu überraschenden Begegnungen. „Ich treffe manchmal junge Leute an, die gar nicht wissen, dass sie im VdK sind, weil ihre Eltern sie angemeldet haben.“ In Gesprächen stelle sich heraus, dass vielen Jüngeren nicht klar sei, was der VdK eigentlich macht. Häufig werde der Verband auf seine Rentenberatung reduziert, sagt sie. Wenn junge Mitglieder dann irgendwann die Beiträge selber zahlen müssen, überlegen sie sich das gut. Wer denkt auch mit Mitte 20 schon an seine Rente. „Es ist sehr schwierig, Jüngere von der Mitarbeit im VdK zu überzeugen“, so ihre Erfahrung.

Die 25-Jährige hat sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Arbeit des Sozialverbands in ihrer Generation bekannter zu machen. Im Juni wurde sie Vertreterin der jüngeren Mitglieder in ihrem Landesverband Niedersachen-Bremen. Gleichzeitig hat sie diese Funktion auf Orts- und Kreisebene inne.

Oft erkläre sie, dass es beim VdK eben nicht nur um die Rente geht. „Jeder kann etwa durch einen Unfall in die Situation kommen, dass er Unterstützung vom VdK braucht“, sagt sie. Für sie habe die Mitgliedschaft aber auch etwas mit Solidarität mit Menschen zu tun, die in einer schwierigen Situation sind. Imponiert habe ihr kürzlich die Ehrung eines Mitglieds in einem Ortsverband, das seit 50 Jahren im VdK ist. „Er hat nur einmal die Beratung in Anspruch genommen und ist dann dabei geblieben. Aus Überzeugung.“

Vor einigen Wochen hat Wagner für ihr Engagement im VdK den Ehrenamtspreis des Landkreises Leer in der Kategorie „Wir denken an morgen“ erhalten. Von dem Preisgeld will sie einen Alterssimulationsanzug kaufen, der in der Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz kommen soll. „Junge Leute können in diesem Anzug am eigenen Leib nachempfinden, wie es alten oder gebrechlichen Menschen geht.“ Diese Erfahrung könne ihnen dabei helfen, mehr Verständnis und Empathie für Ältere zu entwickeln.

Probleme mit Bussen

Seit einer Erfahrung während der Schulzeit liegt ihr das Thema Barrierefreiheit besonders am Herzen. „Damals hatte sich jemand aus meiner Klasse ein Bein gebrochen. Weil er nicht mehr in den Schulbus einsteigen konnte, musste er mit einem Taxi zur Schule gebracht werden. Ich dachte damals, das kann doch nicht sein, dass es keine barrierefreien Schulbusse gibt.“ Die Situation des öffentlichen Nahverkehrs beschäftigt sie weiterhin. „Es fahren immer weniger Busse. Wer auf dem Land darauf angewiesen ist, muss die Fahrt oft einen Tag vorher anmelden.“ So werde Älteren oder Menschen mit Behinderung das Leben erschwert.

Der Umstieg vom Pkw auf den Bus sei insbesondere für Berufspendler auf dem Land oft keine Alternative. „Ich habe aus Spaß mal ausgerechnet, wie lange ich bräuchte, wenn ich mit Bus und Bahn zu meinem Arbeitsplatz nach Cloppenburg fahren müsste. Es wären rund 17 Stunden für Hin- und Rückfahrt. Obwohl die Orte nur rund 60 Kilometer voneinander entfernt sind.“
Um an dieser Situation etwas zu verändern, müsse man „dicke Bretter“ bohren. Aber sie hat auch gelernt, dass mit dem VdK im Rücken die Gesprächsbereitschaft bei wichtigen Leuten wächst. Auch wenn nach den Gesprächen nicht unbedingt gleich Taten folgen.

Sie findet die Arbeit im VdK dennoch spannend, „weil ich etwas in der Politik anstoßen und mich für meine Ziele einsetzen kann“, sagt Wagner. Wie kürzlich, als sie mit der Landesfrauenvertreterin Gunda Menkens an einer Foto-Aktion teilgenommen hat, um auf die bestehende Ungerechtigkeit bei der Mütterrente hinzuweisen. „Es kann nicht sein, dass die Erziehungsarbeit von Müttern nach 1992 mehr gewürdigt wird als davor“, sagt sie und macht deutlich, warum sie beim VdK ist, nämlich um für eine gerechte Gesellschaft zu kämpfen.

Jörg Ciszewski


Rente: Wieso wird Alt gegen Jung ausgespielt?

Mehr als jeder Zweite zwischen 25 und 45 Jahren Angst vor Altersarmut. Die Gründe sind klar: Es gibt keine langfristige Garantie für ein stabiles Rentenniveau, und immer wieder wird eine „Rente mit 70 Jahren“ debattiert. Die Jüngeren müssen sich auf eine sichere und gerechte Rente im Alter verlassen können. U.a. das fordern wir in unserer Kampagne #Rentefüralle

Schlagworte VdK | Jüngere | Engagement | Ehrenamt

  • Presse-Kontakt
    Ihr Kontakt zur Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Sozialverbands VdK Deutschland mit Sitz in Berlin. Journalisten können sich hier in unseren Presseverteiler eintragen. | weiter
  • Presseinformationen
    Unsere Pressemitteilungen und Statements informieren bundesweit über Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK. | weiter
  • Der VdK in den Medien
    Wer berichtet über den Sozialverband VdK? Zu welchen Themen äußern wir uns aktuell in Presse, Radio und TV? Hier finden Sie eine Auswahl aus unserem Pressespiegel. | weiter
    30.11.2021
  • VdK-Zeitung
    Mit einer Auflage von mehr als 1,7 Millionen Exemplaren gehört die VdK-Zeitung zu den größten Mitgliederzeitungen. VdK-Mitglieder erhalten sie zehnmal pro Jahr. | weiter
  • VdK-TV
    Im Videoportal des VdK finden Sie mehr als 100 Filme rund um die Themen Pflege, Gesundheit, Behinderung, Rente, Sozialrecht, Arbeitsmarkt und viele mehr! | weiter
  • Publikationen
    Der Sozialverband VdK bietet wechselnde Publikationen an, die Sie auf dieser Seite direkt online bestellen, in vielen Fällen auch kostenlos herunterladen können. Aktuell: Neuauflage des Pflegeratgebers "Pflege geht jeden an!" - kostenlos für Sie zum Download. | weiter
  • Pressefotos
    Journalisten finden hier Pressefotos in hoher Auflösung und eine Vita der VdK-Präsidentin zum Herunterladen. | weiter
  • Newsletter abonnieren
    Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht. | weiter

Die VdK-Zeitung für blinde und sehbehinderte Menschen:

Die überregionalen Artikel der aktuellen Ausgabe können Sie hier als reines Textformat (rtf-Datei) herunterladen:

Mediadaten

  • Mediadaten VdK-Zeitung 2021.pdf (808,44 KB, PDF-Datei)

    Die VdK-Zeitung ist das Sprachrohr des Sozialverbands VdK für seine über 2,1 Millionen Mitglieder und gehört mit einer Auflage von über 1,7 Millionen Exemplaren zu den größten Mitgliederzeitungen bundesweit. Die ausführlichen Mediadaten können Sie hier herunterladen.

Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialverband VdK Deutschland
Linienstraße 131
10115 Berlin

Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410

presse@vdk.de

Mehr unter Presse-Kontakt

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.