7. Februar 2018
Statements

VdK: Politik muss Kinderarmut entschlossen bekämpfen

Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung erhöht sich das Armutsrisiko von Familien mit jedem weiteren Kind. Der Studie nach war 2015 etwa jedes achte Paar (13 Prozent) mit einem Kind armutsgefährdet. Bei zwei Kindern war es schon rund jedes sechste Paar (16 Prozent) und bei drei Kindern fast jedes fünfte Paar (18 Prozent). Diese Studienergebnisse kommentiert Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Die neue Bundesregierung ist aufgefordert, Kinderarmut entschlossen zu bekämpfen. Dringend notwendig ist vor allem eine Neuberechnung der Regelsätze für die Grundsicherung der über 2 Millionen Kinder und Jugendlichen, die meist dauerhaft auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Hier müssen die tatsächlichen Bedarfe für Bildung, soziale Teilhabe und gesunde Ernährung zu Grunde gelegt werden.

Die bisherigen familienpolitischen Förderinstrumente, wie das Kindergeld sind nicht zielgenau und kommen gerade bei den ärmsten Kindern nicht an, da sie zum Beispiel mit der Grundsicherung verrechnet werden. Hier braucht es dringend eine Bündelung der materiellen Leistungen für Kinder und eine Stelle, die diese dann vergibt.

Damit Eltern auch ihre Kinder mit ihrer Erwerbstätigkeit finanziell absichern können, bedarf es Regelungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, fair bezahlte Arbeit, Ganztagsbetreuung, bezahlbare Mieten und die Eindämmung von Leih- und Zeitarbeit.

Gleichzeitig muss auch dringend die soziale Infrastruktur für Familien mit Kindern verbessert werden, d.h. es müssen mehr kostenfreie Angebote bei der Betreuung, Bildung und Freizeitgestaltung geschaffen werden, denn gerade armen Kinder kann nur so umfassende soziale Teilhabe ermöglicht werden.“

verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

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