18. Dezember 2018
STATEMENT

VdK: Pflegebedürftige und ihre Familien brauchen mehr Unterstützung

Das Statistische Bundesamt hat die Pflegestatistik für den Berichtszeitraum 2017 vorgestellt. Die Ergebnisse kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Wie die Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes zeigt, ist die Zahl Pflegebedürftiger auf 3,41 Millionen gestiegen. Dieser starke Zuwachs liegt zu großen Teilen am neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und besonders an der Einführung des Pflegegrades 1, der mehr Menschen als bisher als pflegebedürftig anerkennt und ihnen damit Leistungen der Pflegeversicherung eröffnet. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff ist auch ein Erfolg des Sozialverbands VdK, der sich lange dafür stark gemacht hat.

Die Pflegestatistik macht deutlich, wie notwendig es ist, dass sich Politik und Gesellschaft stärker als bisher auf Pflegebedürftige und ihre Familien einstellen. Schließlich werden rund drei Viertel der Pflegebedürftigen – 2,59 Millionen – zu Hause betreut. Deshalb muss dafür gesorgt werden, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen finanziell nicht übermäßig durch die Pflege belastet werden oder gar in Armut leben. Wir benötigen ein nachhaltiges und gerechtes Finanzierungskonzept für die Pflege. Dieses muss auch Steuermittel in die Pflegeversicherung einbeziehen, denn Pflege geht uns alle an und ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Auf einer ganz praktischen Ebene müssen wir für eine bundesweit einheitlich gute Pflege sorgen. Das schließt zum Beispiel ausreichende Angebote der Kurzzeitpflege, der Tagespflege und Entlastungsangebote ein. Auch in der ambulanten Pflege sind nicht in allen Regionen ausreichende Angebote vorhanden, hier brauchen wir schnellstmögliche Lösungen.

Verbesserungen brauchen wir auch für die Pflegepersonen, sie müssen wir stärker unterstützen und ihre Belastungen reduzieren. Pflegepersonen brauchen zum Beispiel mehr Beratungsangebote vor Ort. Länder, Kommunen und Pflegekassen müssen ein flächendeckendes und einheitliches Netz an Pflegestützpunkten für Pflegefragen schaffen und aufsuchende Beratung zu Hause anbieten. Gleichzeitig brauchen wir einen eigenständigen Rechtsanspruch von Pflegepersonen auf eine Pflegeberatung.“

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verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Schlagworte Altenpflege | häusliche Pflege | pflegende Angehörige | Pflegeberatung | Kurzzeitpflege | Hilfe | Armut

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