13. Dezember 2018
STATEMENT

Armutsbericht: Große Reformschritte im Kampf gegen Armut nötig

Der Paritätische Gesamtverband hat heute seinen Armutsbericht 2018 veröffentlicht. Dem Bericht zufolge ist die Armutsquote in Deutschland auf einem neuen Höchststand. 16,8 Prozent der Menschen in Deutschland sind demnach arm, das sind rund 13,7 Millionen Betroffene. Besonders häufig befinden sich darunter unter anderem arbeitslose Menschen, Alleinerziehende und Kinder, aber auch Erwerbstätige in Leih- und Zeitarbeit sowie Rentnerinnen und Rentner.

VdK-Präsidentin Verena Bentele kommentiert den Armutsbericht wie folgt:

„Jeder Sechste ist in Deutschland von Armut betroffen: Die Ergebnisse des diesjährigen Armutsberichtes des Paritätischen überraschen uns traurigerweise nicht. Der VdK beobachtet und kritisiert seit vielen Jahren die alarmierende Zunahme von Armut und sozialer Ungleichheit.

Es ist höchst skandalös, dass die soziale Spaltung in einem wohlhabenden Land wie Deutschland immer größer wird. Auf der einen Seite haben wir ein starkes Wirtschaftswachstum und sinkende Arbeitslosenzahlen, auf der anderen Seite sind fast vierzehn Millionen Menschen, darunter viele Kinder und Ältere, vom Erfolg ausgeschlossen. Sie sind oftmals abgehängt von gesellschaftlicher Teilhabe und beziehen geringe Einkommen und Renten, die kaum oder gar nicht zum Leben reichen. Diese Menschen können keine Rücklagen bilden, sie können nicht für das Alter vorsorgen, sie sparen häufig bei selbstverständlichen Dingen wie Strom, Heizung und bei Lebensmitteln. Hier versagt der Sozialstaat Deutschland bei Gerechtigkeit, sozialer Sicherung und Teilhabe.

Alarmierend ist, dass laut Bericht erwachsene arme Menschen in der Regel einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Eine Arbeit zu haben, schützt in Deutschland also noch lange nicht vor Armut. Der VdK fordert dazu neben der Eindämmung von Leih- und Zeitarbeit und befristeten Arbeitsverhältnissen eine deutliche Anhebung des Mindestlohns. Nur ein gutes Einkommen kann Armut und spätere Altersarmut verhindern.

Auch Rentnerinnen und Rentner sind stark von Armut bedroht. Sie machen laut Bericht knapp ein Viertel der armen Menschen aus. Der Sozialverband VdK fordert dringend weitere rentenpolitische Schritte, um Altersarmut einzudämmen und zu verhindern. Die ab 2019 angehobenen Zurechnungszeiten bei der Erwerbsminderungsrente müssen auch für Bestandsrentner gelten, außerdem müssen die ungerechten Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente endlich wegfallen.

Große Reformschritte, zum Beispiel in der Steuerpolitik, in der Wohn- und Bildungspolitik, sind notwendig, um die fatale Armutsentwicklung in Deutschland endlich umzukehren.“

verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Schlagworte Armut | Altersarmut | Steuerpolitik | Rentenpolitik | Erwerbsminderungsrente | Armutsbericht

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