31. Oktober 2018
Statement

VdK: Armut in allen Altersgruppen bekämpfen

Fast ein Fünftel der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Im Jahr 2017 lag dieser Anteil bei 19 Prozent, das entspricht etwa 15,5 Millionen Menschen. Das berichtet das Statistische Bundesamt und beruft sich dabei auf die EU-weite Erhebung "Leben in Europa". Diese Zahlen kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Zwar sinkt die Zahl der Menschen, die von Armut bedroht oder betroffen sind, doch sind und bleiben die Zahlen in einem reichen Land wie Deutschland erschreckend hoch. Es ist skandalös, dass trotz des Wirtschaftsbooms in Deutschland 15,5 Millionen Menschen von Armut oder Ausgrenzung bedroht sind. Ein wachsender Niedriglohnbereich, ein Mindestlohn, mit dem man kaum über die Runden kommt, hohe Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente, kaum Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose, steigende Mieten und Lebenshaltungskosten: Armut hat viele Ursachen.

Der Sozialverband VdK fordert ein Gesamtkonzept bei der Armutsbekämpfung: von der Kindheit bis zum Alter. Dazu gehören faire Bildungschancen genauso wie eine neu ausgerichtete Arbeitsmarktpolitik. Prekäre Arbeitsverhältnisse wie Minijobs, Befristungen und Leiharbeit müssen endlich eingedämmt werden. Wir brauchen gute Löhne, um gute Renten erwirtschaften zu können. Gute Bildungschancen für Kinder und Unterstützung für deren Familien sind genauso gefordert wie eine Wohnpolitik, die für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgt.

Damit der Ruhestand nicht zu einem echten Armutsrisiko wird, brauchen wir weitere Maßnahmen im Bereich der Rentenpolitik. Alle Menschen in Deutschland müssen sich auf eine Absicherung im Alter, auch im Fall einer Erwerbsminderung, verlassen können. Dazu gehören u. a. eine langfristige und zukunftsfeste Finanzierung sowie Stabilisierung der gesetzlichen Rente über das Jahr 2025 hinaus. Es ist von großer Bedeutung, dass das Rentenniveau dauerhaft auf 50 Prozent festgeschrieben wird, damit auch die zukünftigen Generationen auf die gesetzliche Rente vertrauen können. Und bei den Erwerbsminderungsrentnern bleibt das Armutsrisiko weiterhin viel zu hoch, solange nicht auch die Bestandsrentner von den geplanten Verbesserungen profitieren und die Abschläge von 10,8 Prozent wegfallen.

Damit die Schere zwischen Arm und Reich nicht immer weiter auseinandergeht, brauchen wir zudem mehr Umverteilung durch eine gerechtere Steuerpolitik. Dazu gehören die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, einer Vermögenssteuer und ein verstärkter Kampf gegen Steuerhinterziehung.“

Themenverwandte Beiträge:

STATEMENT
Verena Bentele spricht in ein Mikrofon. Hinter ihr die die Flagge der Europäischen Union mit gelben Sternen auf blauem Grund zu erkennen.
17.10.2018 - Zunehmende Armut und soziale Ungleichheit trotz wirtschaftlicher Erfolge - das ist die Situation im Land. Aber weitergehen kann es so nicht, findet der VdK. | weiter
17.10.2018 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401
STATEMENT
Verena Bentele steht an einem Rednerpult und spricht ins Mikrofon. Hinter ihr erkennt man den VdK-Slogan "Soziale Spaltung stoppen!"
28.09.2018 - Der VdK übt Kritik daran, dass zuletzt immer mehr Hartz IV an Menschen mit einer Beschäftigung gezahlt worden ist. Arbeitnehmer müssen von ihren Löhnen und Gehältern leben können! | weiter
28.09.2018 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Schlagworte Armut | Kinder | Senioren | Rentner | Erwerbsminderung | Sozialverband VdK

  • Presse-Kontakt
    Ihr Kontakt zur Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Sozialverbands VdK Deutschland mit Sitz in Berlin. Journalisten können sich hier in unseren Presseverteiler eintragen. | weiter
  • Presseinformationen
    Unsere Pressemitteilungen und Statements informieren bundesweit über Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK. | weiter
  • Der VdK in den Medien
    Wer berichtet über den Sozialverband VdK? Zu welchen Themen äußern wir uns aktuell in Presse, Radio und TV? Hier finden Sie eine Auswahl aus unserem Pressespiegel. | weiter
    18.05.2021
  • VdK-Zeitung
    Mit einer Auflage von mehr als 1,7 Millionen Exemplaren gehört die VdK-Zeitung zu den größten Mitgliederzeitungen. VdK-Mitglieder erhalten sie zehnmal pro Jahr. | weiter
    05.05.2021
  • VdK-TV
    Im Videoportal des VdK finden Sie mehr als 100 Filme rund um die Themen Pflege, Gesundheit, Behinderung, Rente, Sozialrecht, Arbeitsmarkt und viele mehr! | weiter
  • Publikationen
    Der Sozialverband VdK bietet wechselnde Publikationen an, die Sie auf dieser Seite direkt online bestellen, in vielen Fällen auch kostenlos herunterladen können. Aktuell: Neuauflage des Pflegeratgebers "Pflege geht jeden an!" - kostenlos für Sie zum Download. | weiter
  • Pressefotos
    Journalisten finden hier Pressefotos in hoher Auflösung und eine Vita der VdK-Präsidentin zum Herunterladen. | weiter
  • Newsletter abonnieren
    Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht. | weiter

Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialverband VdK Deutschland
Linienstraße 131
10115 Berlin
Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410
presse@vdk.de

Presse
Symbolfoto: eine PC-Tastatur mit Symbolen für E-Mail, Telefon und Brief
Ihr Kontakt zur Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Sozialverbands VdK Deutschland mit Sitz in Berlin. Journalisten können sich hier in unseren Presseverteiler eintragen.

Mitgliedschaft
Das Bild zeigt eine Frau an einem Tablet, auf welchem die Beitrittserklärung zum VdK geöffnet ist.
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit mehr als 2 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.