24. Januar 2020
PRESSE-STATEMENT

VdK: Nicht nur freitags gegen Altersarmut, sondern jeden Tag. Soziale Themen nicht von rechts kapern lassen!

Die Gruppe „Fridays gegen Altersarmut“ greift die Angst der Leute auf, im Alter mit leeren Taschen dazustehen. Ihre Facebook-Gruppe gilt jedoch als von rechts unterwandert und unterstützt. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

Ängste vor Altersarmut und vor dem sozialen Abstieg nehmen zu. Menschen fühlen sich verunsichert. Diese Stimmung machen sich Rechtspopulisten zunutze und bündeln den Frust von Menschen in Armut und in anderen schwierigen Lebenslagen, um ihn auf Feindbilder zu lenken. Rechtsextremismus-Experten ordnen die Initiatoren der Gruppe „Fridays gegen Altersarmut“ der rechten Szene zu.

Mit vorgeschützter politischer Neutralität soll hier ein Thema vereinnahmt werden. „Da sind wir als Sozialverbände, als starke Stimme für Gerechtigkeit und Zusammenhalt gefragt, rechte Organisationen und ihre unsozialen Positionen zu entlarven. Hier haben wir eine Verantwortung für unsere Mitglieder“, so VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Rechte Parteien und Bewegungen versuchen, die Ausgrenzung von schwächeren Menschen salonfähig zu machen – unter dem Tarnmantel des Kampfes für „den kleinen Mann“. Wir raten unseren Mitgliedern davon ab, sich dafür instrumentalisieren zu lassen!

Kleine Renten sind das Resultat von schlecht bezahlten Jobs, Arbeitslosigkeit, Krankheiten, aber auch von Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen.

Mit unserer Kampagne #Rentefüralle bieten wir eine Möglichkeit für alle Menschen, sich zu engagieren und für ein gerechtes Rentensystem einzutreten. Wir bieten konkrete politische Lösungen gegen geringe Renten und Altersarmut an. Wir brauchen eine gesetzliche Rentenversicherung, die allen im Alter ein gutes Auskommen bietet und sie vor Armut schützt – keine Feindbilder und rechte Hetze!

Wir als Sozialverband VdK fordern:

· Aufwertung geringer Renten: Jahrelange Niedriglohnarbeit und Teilzeitbeschäftigung führen zu geringen Renten, weil zu wenige Rentenpunkte erworben werden. Die kleinen Renten müssen angehoben werden, damit auch diese Menschen eine gute Rente im Alter bekommen.

· Freibeträge bei Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung: Was für Betriebs- und Privatrenten gilt, muss auch auf die gesetzliche Rente ausgeweitet werden: ein Freibetrag von 212 Euro bei Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Eine aktuelle, vom VdK in Auftrag gegebene Studie
zeigt: Von einem Freibetrag würden 1,8 Millionen Menschen profitieren.

· Mindestlohn auf über 12 Euro erhöhen: Die Höhe des Mindestlohns muss so festgelegt werden, dass dieser bei einer Vollzeitbeschäftigung und 45 Beitragsjahren zu einer Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus führt. Nach den aktuellen Werten von 2019 müsste er also 12,80 Euro betragen.

· Tarifbindung stärken: Tarifgebundene Unternehmen zahlen in der Regel höhere Löhne. Ihre Beschäftigten zahlen deshalb laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 18 Prozent mehr in die Rentenkasse ein als nicht tarifgebundene Beschäftigte und haben somit ein geringeres Risiko für Altersarmut.

· Mütterrente nachbessern: Erziehungszeiten müssen in der Rentenberechnung ausreichend anerkannt werden. Der VdK fordert drei Entgeltpunkte pro Kind für alle Mütter – egal, ob sie ein Kind vor oder nach 1992 geboren haben.

· Minijobs, Zeit- und Leiharbeit begrenzen: Prekäre Jobs im Niedriglohnbereich führen zu niedrigen Rentenansprüchen und erhöhen das Risiko, in Altersarmut zu geraten. Stattdessen müssen reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen gefördert werden.

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